
Es ist mal wieder Zeit, ein weiteres Ziel, welches schon lange auf der Wunschliste stand, aufzusuchen. Auf den Färöer wird es eines mit Sicherheit geben: Wetter!!! Wer Lust hat, das nachzuvollziehen, kann gern auf http://www.yr.no bei der Stadt Tórshavn tagesaktuell nachschauen und uns beglückwünschen oder bedauern. Neben jeder Form von Wind, Regen, Wolken, Nebel und Sonne erwarten uns noch schroffe Felsen, Schafe, riesige Klippen, tolle Aussichten aufs Meer und mal wieder eine ganz eigene Landschaft. Mit etwas Glück sind Polarlichter möglich. Aber wir wollen diesbezüglich mal ganz entspannt bleiben.
Die Reise beginnt mit einem Stopp für 2 Nächte in Kopenhagen, um dann vor dort aus auf die Färöer zu fliegen. Von Deutschland gibt es keine Direktflüge und Kopenhagen soll sehr schön sein. Auf jeden Fall ist es schon einmal nicht preiswert, dass hat die Unterkunftssuche gezeigt. Auf den Inseln bleiben wir dann 10 Tage. Das sollte reichen, um sich einen Überblick zu verschaffen. Vom Flughafen in die gegenüberliegende Ecke der Insel braucht man etwas mehr als eine Stunde.
Nach langer Zeit wird auch mal wieder eine Drohne mit am Start sein. Ich hoffe nur, dass der Wind und der Regen auch einige Starts zulassen. Lohnen würden sich die besondere Blicke von oben definitiv. Jetzt geht es erst einmal an die sinnvolle Planung der mitzunehmenden Sachen und an die Steigerung der Vorfreude. Am 16.09. wird der Wecker früh klingeln und wir uns gegen 6:00 Uhr auf den Weg zum BER machen.
Hier ein Einblick, was an Technik so alles eingepackt wird…

16.09.2023
Mal wieder vorgenommen, nicht jeden Mist einzupacken, um dann doch wieder mit 2 schweren Rucksäcken aus dem Haus zu gehen. Da ich wahrscheinlich einige meiner Reisen nicht mehrfach erleben werde, versuche ich natürlich an Technik das mitzunehmen, was mir die Bilder ermöglicht, die ich mir so vorstelle. Diese sind dann meistens nicht mit einem Objektiv getan. Diesmal hatte ich für meine GFX100s 3 Objektive eingepackt. Diese teilten sich den Rucksack mit der kleinen X100F und meiner Drohne. Nebst aller Kabel, Stromanschlüsse und Adapter mussten noch ein Notebook und ein Stativ mit auf Reisen. Da sammelt sich schon einiges an Gewicht an. Da man auf den Färöer Inseln mit sehr viel Regen rechnen muss, wurden die leichten Sommerkleider und Sandalen diesmal nicht eingepackt. Dafür schwere Regen- und Thermohosen.
Insgesamt machten wir uns mit 4 Rucksäcken auf den Weg zum Berliner Flughafen. Der Flug war für 12:35 Uhr angesetzt, so dass wir entspannt 7:30 Uhr losfuhren. Zum Glück ist Samstag Vormittag noch nicht so viel los auf den Straßen. Wir kamen nach 2 Stunden an, parkten den Mazda am Flughafen ab und gingen schwerbeladen zum Terminal. Die neuen Self-Check-In-Schalter ersparen einem einiges an Wartezeit. Das Gepäck war schnell abgegeben und wir warteten noch etwas außerhalb vom Flughafen, bis wir uns zur Leibes- und Taschenvisitation begaben. Auch diese war recht schnell erledigt.
Als wir uns einen Platz zum Sitzen und Warten suchten, kam die erste Abflugsverzögerungsmeldung per SMS. Das Flugzeug wurde jetzt gegen 13:00 erwartet. Zu dieser Zeit war es dann auch da und wir konnten einsteigen. Die verspätete Ankunft war nebligen Verhältnissen beim Abflug geschuldet. Leider zog sich der Start noch länger hin. Scheinbar hat der BER zu wenig Personal zum Be- und Entladen der Maschinen. Bei uns waren es ganze 2 Mann und beim Einsteigen wurde noch das Gepäck der Fluggäste vom Hinflug ausgeladen. Dann gab es noch eine Verzögerung beim Ausstellen irgendwelcher Papiere und am Ende waren wir dann zwei Stunden zu spät. Auf einen Flug, der 50 Minuten dauert, ist das schon ordentlich.
In Kopenhagen ging dann alles reibungslos. Auch wenn das Gepäck etwas auf sich warten ließ. Mit der Metro und etwas zu Fuß waren wir nach ca. 30 Minuten in unserer Unterkunft. Die Metro war gerammelt voll und vor allem ohne jegliche Frischluft. Mit dem schweren Rucksack auf dem Rücken und der Enge in der U-Bahn habe ich mich fast totgeschwitzt. Da waren die 5 Minuten zu Fuß dann fast eine Erholung. Wir kamen bei Lasse unter. Der vermietete einen Raum seiner 3 Zimmer-Wohnung. Wir mussten uns eine Woche vor Beginn der Reise eine neue Unterkunft suchen, da die Vermieter plötzlich verhindert waren. Zum Glück für uns, wie sich jetzt herausstellte. Die Unterkunft war preiswerter und Lasse ein super Gastgeber. Eine Unterkunft in Kopenhagen zu finden, welche nicht sinnlos teuer ist, ist nicht einfach. Die Preise sind da schon unverschämt.
Nach ausführlichem Gespräch mit Lasse und etwas Kaffee machten wir uns gegen 18:00 auf den Weg in die Stadt. Kopenhagen erschien uns gleich auf Anhieb sehr sympathisch. Die Stadt ist sehr agil, weltoffen und abwechslungsreich. Wir schlenderten an einem See vorbei, durch den Park und durch viele unterschiedliche Bereiche der Innenstadt. Auf die Stadt selber gehe ich dann morgen noch etwas mehr ein. Bei der vielen Auswahl an Essen gewann ein japanisches Ramenrestaurant unsere Gunst. Nach dem Essen liefen wir dann wieder in unser Apartment und genossen die angenehme Spätsommerluft. Der Tag war doch recht anstrengend gewesen und wir tankten Energie für einen neuen Tag in Kopenhagen.









17.09.2023
Die erste Nacht im Urlaub habe ich doch recht unruhig geschlafen. Wahrscheinlich ist doch sehr viel passiert, was Kopf und Körper erst einmal verarbeiten mussten. Lasse hatte sich über die Nacht aus dem Staub Richtung Mallorca gemacht und wir waren allein in der Wohnung. Frühstück gab es dann gegen 10:00 Uhr im Living Room. Hier wurden alle möglichen Sessel, Couches und Tische zusammengewürfelt und versucht eine Wohnstubenatmosphäre zu errichten. Es fehlte ein wenig Struktur, aber gemütlich war die Ledercouch, auf der ich saß dennoch. Leider hörte die Gemütlichkeit beim Aufstehen schlagartig auf, weil man wie ein nasser Sack tief in der Couch versunken war und kaum wieder hochkam. Dennoch war es ein perfekter Einstieg in den Tag, weil auch das Essen lecker war.
Das Wetter in Kopenhagen meinte es gut mit uns. Vielleicht hätte ich dann doch das leichte grüne Sommerkleidchen einpacken sollen. Jedenfalls kamen wir in langer Hose gut ins Schwitzen. Erstes Ziel nach dem Frühstück war die Meerjungfrau. Dazu fuhren wir ein paar Stationen mit der Metro, die im übrigen sehr übersichtlich gestaltet war und liefen ein wenig am Wasser entlang. Dass die Meerjungfrau ein Touristenmagnet ist, muss ich nicht extra erwähnen. Dort und auf dem ganzen Hafengelände, welches sich nahtlos anschloss, war ordentlich was los. Was uns relativ schnell in Kopenhagen auffiel, war, dass die Leute ihren Müll auf der Straße rumliegen ließen. Wir fanden, dass Kopenhagen relativ dreckig war. Was uns verwunderte, weil die Stadt ansonsten sehr gut strukturiert war. Auch war der Verzehr von Dosengetränken überdurchschnittlich weit verbreitet. So viele Dosen haben wir seit Jahren nicht gesehen.
Nach dem Hafen schlenderten wir dann an den Kanälen mit all den bunten Häusern vorbei. Die Sonne ließ die Farben so richtig knallen. Wir suchten uns in einem alten Hinterhof ein gemütliches Kaffee und gingen dann weiter in Richtung Kristianstad. Ich weiß nicht mehr, wie sehr dieser Bereich in Kopenhagen in Eigenverwaltung funktioniert, jedenfalls kann man dort ungestraft Gras kaufen und rauchen. Auch ist das Anfertigen von Fotografien unerwünscht. Alles scheint sehr alternativ, aber auch etwas chaotisch. Wir haben es mal gesehen und gut ist.
Das Highlight des Tages war dann der Aufstieg auf den Turm der Vor Frelsers Kirke. Die Besonderheit ist die Außentreppe, die nach oben immer schmaler wird. Man musste den Eintritt für eine bestimmte Zeit online kaufen. Da wir das nicht wussten, hatten wir etwas Wartezeit, bis wir 17:30 Uhr nach oben durften. Die Aussicht war fantastisch und der Aufstieg ein Erlebnis.
Dann war genug erlebt für einen Tag. Das Abendessen gab es im The Secret Garden. Es gab diesmal lecker Risotto und Pilznudeln und ein fantastisches Tiramisu. Über Preise rede ich lieber nicht weiter. Ein toller Abschluss stellte dann der beiläufige Besuch in der Kirche unserer lieben Frau dar. Die Kirche war durchweg mit Kerzenleuchtern erhellt und ein Chor probte. Es war eine tolle Stimmung.
Der Abend wurde dann auch nicht mehr allzu lang und am nächsten Tag sollte es dann auch schon Richtung Färöer weitergehen. Wir waren von Kopenhagen sehr angetan und sind uns sicher, dass wir wiederkommen werden. Ein Woche kann man sich hier spielend austoben.









18.09.2023
Das Kapitel Kopenhagen wird am heutigen Tag erst einmal geschlossen. Unser Flug sollte 12:30 Uhr starten. Wir kannten uns ja nun mit der Metro aus und wussten, dass wir keine 30 Minuten bis zum Flughafen brauchen würden. Mit etwas zeitlichem Puffer kamen wir am Flughafen an, gaben unser Gepäck am Self-Check-In ab und suchten uns etwas zum Frühstück. Shirley holte sich ein ordentlich belegtes Knäckebrotsandwich. Ich beließ es bei einem Schokomuffin. Es gab noch einen ordentlichen Becher Kaffee dazu und der Flug konnte beginnen.
Diesmal starteten wir pünktlich. Bei Flügen in so wetterlastige Gebiete, wie die Färöer, schaue ich immer wieder in die Wettervorhersage und bin beruhigt, wenn die Windböen am Tag des Anfluges weniger werden und bin etwas besorgt, wenn sie zunehmen. Dumm ist nur, dass diese Vorhersagen auf den Färöer fast bedeutungslos erscheinen. Jedenfalls änderten sie sich stündlich und am Ende war es dann doch ganz anders, als vorhergesagt. Es war zum Glück recht windstill, dafür regnete es ordentlich.
Gepäck und Auto waren dann schnell in unserem Besitz und wir fuhren los zu unserer ersten Unterkunft. Diese war maximal weit weg vom Flughafen gewählt, da wir uns die kommenden Tage wieder in Richtung Flughafen zurückarbeiten wollten. Der Ort heißt Hvannasund und ist ca. 1,5 Stunden vom Flughafen entfernt. Auf dem Weg dorthin konnte man trotz des regnerischen Wetters schon einiges von den Inseln sehen. Sie sind sehr grün und durchdrungen von etlichen Wasserfällen. Da es hier keine Gletscher gibt, kommt das Wasser in erster Linie vom schon einmal gefallenen Regen. Wenn man die Statistik von um die 300 Tage Regen im Jahr kennt, verwundert also die hohe Anzahl an Wasserfällen nicht.
Die Fahrt wurde dann für etwas Nützliches, den Einkauf von Lebensmitteln und etwas Schönem, Kaffee und Kuchen unterbrochen. Schon auf Island habe ich die dekadente Art der Kuchen und Torten lieben gelernt. Nicht das der Kuchen mit Karameltopping schon reichhaltig genug wäre, gab es noch eine Art leicht säuerliche Creme Fraiche zum Neutralisieren dazu. Der Tageshaushalt an Kalorien war schnell aufgefüllt.
Beim Überqueren der Inseln fährt man durch einige Tunnel. Manche kosten Maut und das mit ca. 15 – 40 Euro pro Durchfahrt nicht gerade wenig. Verblüfft hatte mich ein Unterseetunnel, bei dem das Navi eine Abzweigung anzeigte, bevor der Tunnel zu Ende sein sollte. Und siehe da. Der erste und wohl einzige Kreisverkehr in einem Tunnel auf der ganzen Welt und wir haben ihn durchfahren. Was es alles gibt.
Unsere Unterkunft war eine kleine Hütte mit Blick auf den Fjord auf der einen Seite und den Bergen mit Wasserfällen auf der anderen. Es ist alles da, was man braucht und man kann es sich auch bei schlechtem Wetter gemütlich machen. Nach dem der Regen nachgelassen hatte, gingen wir noch 1,5 Stunden spazieren. Shirley schloss Freundschaft mit dem Nachbarsschaf und wir genossen das leckere Brot vom Einkauf zum Abendbrot. Recht fertig vom Tag und in der Hoffnung auf gutes Wetter gingen wir schlafen.








19.09.2023
Wenn am Ende des Tages über 800 Bilder auf der Uhr stehen, die an diesem Tag entstanden sind, dann spricht das dafür, dass es ein sehr guter Tag war. Das Wetter war am Morgen noch recht instabil und von den versprochenen Sonnenstrahlen war auch nichts zu sehen. Nach einem kleinen Frühstück in unserer Hütte sammelten wir das Wanderzeug zusammen und fuhren nach Klaksvik, um dort auf den Hausberg zu wandern.
Die Wanderung begann direkt im Ort an der Tourist-Info. Das hatte den Vorteil, dass man zum Start noch einmal auf Toilette und zum Ende in das anliegende Kaffee einkehren konnte. Einen Parkplatz hatten wir auch gleich. Es tröpfelte noch etwas und es war recht zugezogen. Dafür war es fast windstill. Wir kamen gleich gut ins Schwitzen. Da wir nicht so richtig wussten, was uns erwartet, waren wir auch gut angezogen. Der Weg selber war recht einfach, ab und an war die Steigung aber etwas fordernder. Der letzte Abschnitt war dann fast komplett über nasse Wiesen. Hier musste man sich immer wieder einen Alternativweg suchen, damit man nicht im Schlamm versank.
Oben angekommen, waren wir dann wieder froh, ob der vielen Sachen, die wir angezogen hatten. Es war zwar noch immer recht ruhig, aber der leichte Wind war schon frisch genug. Der Ausblick über den Ort und über die ganzen umliegenden Inseln war atemberaubend. Langsam kam auch die Sonne hervor und ließ das Wasser tiefblau strahlen. Hier konnte man das erste Mal diese riesigen Gesteinsformationen überblicken. Da bis dahin niemand weiter auf dem Berg war, kam auch die Drohne mal zum Einsatz. Als uns dann zwei Österreicher Gesellschaft leisteten, holte ich sie wieder runter.
Wir genossen vor dem Abstieg noch die Aussicht und einen heiße Tasse Tee. Mit anhaltendem Rückweg kam die Sonne immer offensiver hinter den Wolken hervor. Als wir dann lecker Kaffee und Kuchen verzehrt hatten und wieder zum Auto gingen, war der Himmel blau. Wir entschieden uns noch ein paar abgelegenere Orte in unserer Umgebung abzufahren. Vidareidi war der letzte Ort auf der Insel Vidoy. Der Weg dahin führte direkt am Fjord lang. Der Ort hatte ein malerische Kirche, die direkt am Felsstrand lag und einen tollen Blick über das Meer und die angrenzende Insel darbot. Wir schnarchten im herrlichsten Sonnenschein am Meer entlang und genossen einfach die tolle Landschaft. Auf dem Rückweg fuhren wir die Straße durch den Tunnel zurück, um dann von Hvannasund noch einmal einen Abstecher auf der kleinen Stichstraße nach Muli zu machen. Hier gab es zwei herrliche Wasserfälle zu fotografieren und aufgrund der Einsamkeit war ein weiterer Drohneneinsatz möglich. Da die Seite des Fjordes schon im Schatten lag, wurde es dann aber ziemlich frisch. In der Hütte angekommen, waren wir dann gut durchgefroren. Eine ordentliche Portion Spaghetti half aber beim Energietanken.
Auch dieser Tag war wieder sehr erlebnisreich und ließ uns zufrieden auf den nächsten Tag schauen.









20.09.2023
Die erste Nacht in der Hütte habe ich so mittel geschlafen und mich auch noch beim Weg zurück von der Toilette am Kopf gestoßen. Die Betten stehen im Spitzdach und dieses ist eine für Stehhöhe von gefühlt 1,50 m ausgelegt. Wahrscheinlich machte der kleine Aufschlag jetzt auch nicht mehr viel kaputt. Gestern hatten wir einen Teil der Färöer bei Sonne gesehen. Das reicht auch erst einmal, dachte sich der Gott des Wetters und zog den Vorhang nach oben zu. Immerhin hatten die Wolken noch Strukturen und man sah den aufkommenden Regen heranziehen.
Wir entschlossen uns nach dem Frühstück den Nachbarort Hvannasund zu Fuß zu erkunden. Das gelang uns auch ganz gut und die immer mal wieder auftretenden Regeneinlagen hielten sich in Grenzen. Interessant war, dass immer, wenn die Sonne etwas durchkam, der Regen anfing. Regenbogen gab es aber keinen. Hvannasund besteht aus einem kleinen Hafen, ein paar Häusern und natürlich einer Kirche. So vergingen 1,5 Stunden und wir kehrten wieder in die Hütte zurück. Es gab erst einmal einen Kaffee zum Aufwärmen und später fuhren wir trotz neblig nassem Wetter noch einmal die Straße vom Vortag ab.
Ich mag dieses triste Wetter ja ganz gern, gerade auch zum Fotografieren. Wenn dann aber vom Wind die Regenmassen einem entgegen geschleudert werden, dann macht das nur bedingt Spaß. Am Strand unterhalb der Kirche, die wir auch gestern besucht hatten, ging es noch, da dieser einigermaßen geschützt lag. Diesmal war doch einiges mehr los auf dem Wasser. Dafür war die gegenüberliegende Insel kaum zu sehen.
Wir fuhren dann den Rundweg weiter und hielten an einem Aussichtspunkt, wo man direkt aufs Wasser schaute. Hier war dann richtig was los auf dem Meer. Die Plattform lag sehr geschützt vom Wind, dennoch kam immer wieder die Gicht vom Meer nach oben und ich musste aufpassen, dass ich nicht zu viel Spritzwasser auf der Linse hatte. Glücklicherweise halten die Kameras doch einiges aus heutzutage.
Nach endlosem Wellengeschaue fuhren wir nach Klaksvik zum Bonus und kauften uns die fehlenden Zutaten für ein kleines Curry ein. Dabei scheiterten wir beinah an der Selbstbezahlerkasse, da die Begriffe nicht übersetzt wurden und die Googleübersetzung kein eindeutiges Ergebnis lieferte. Wir nahmen dann eine einheimische Frau zur Hilfe und kamen auf legale Art und Weise an unser Essen.
Zurück in der Unterkunft wurde der Tag diesmal etwas entspannter beendet. Ich kam dazu, 2 Tage zu schreiben, es gab lecker Essen und nur der auffrischende Wind machte einen etwas Sorgen. Es hörte sich dann immer mal so an, als ob das Dach abgetragen werden würde. Einen Versuch des Spazierengehens brachen wir gleich nach Verlassen der Auffahrt wieder ab. Das wäre nix geworden. So ging es in der Hoffnung, das Wetter würde nicht so schlimm werden, wie es angesagt wurde, ins Bett.









21.09.2023
Wie lange kann es gleichzeitig regnen und stürmen? Färöer: JA!!!!
Nach dem es schon am Abend des Vortages ordentlich zu stürmen und regnen begonnen hatte, nahm diese Kombination über die Nacht noch ordentlich Fahrt auf. Zum Glück habe ich für solche Dinge Ohrstöpsel mit dabei. Somit schlafe ich wenigstens ein und schrecke dann auch nicht gleich bei jedem neuen Windstoß aufs Neue auf. Da uns die Aussichten aus den unterschiedlichen Fenstern unserer Hütte keine Hoffnung gaben, blieben wir recht lange im Bett. Wir hätten bis 16:00 Uhr in der Hütte bleiben können.
Ich fragte aber bei unserer neuen Unterkunft in Eiði an, ob wir eventuell schon vor 15:00 Uhr ins Haus kommen könnten. Das war anstandslos möglich und wir packten unsere Sachen und fuhren gegen 12:00 Uhr los. Die Fahrt selber war mit knapp einer Stunde angesetzt. Das Wetter sorgte auch dafür, dass es zu keiner Verlängerung aufgrund von Fotostopps kam. Die neue Unterkunft ist ein altes Haus in der Nähe vom Hafen. Es ist total gemütlich eingerichtet. Ich muss mich jedoch immer etwas gebückt fortbewegen, da die Deckenhöhe bei ca. 1,85 m liegt und dann aller 40 cm Balken eingezogen sind, die diese Höhe noch vermindern. Für die 3 Nächte werde ich es aushalten. Bisher kam es zu keiner Kollision.
Gefühlt hatte der Regen etwas nachgelassen und wir liefen am Hafen entlang. Dieser lag einigermaßen windgeschützt. Dennoch war es jetzt kein großes Vergnügen, dort zu spazieren. Aber wir waren mal draußen und genossen die gute Luft. Als wir dann noch zur Kirche wollten, war es mit dem Windschutz vorbei. Uns wurde mal wieder bewusst, was ein Sturm für eine Kraft hat. Darum kommen bei solchen Bedingungen Wanderungen an Felskanten gar nicht erst in Frage. Ein kleiner Windhuster und schwups lernt man fliegen. Was uns negativ aufgefallen ist, dass alle Kirchen verschlossen sind. Ich kenne das noch von den Lofoten. Da war das auch so. Irgendwie hatten die dort Angst, dass Sachen entwendet werden. Warum das hier so ist, konnten wir noch nicht in Erfahrung bringen.
Nach dem wir uns dann wieder im Haus aufgewärmt hatten, fuhren wir noch die Gegend ab. Erster Stopp war ein kleine Bucht in der Nähe des Ortes. Die See tobte. Man hatte Mühe, von A nach B zu kommen. Diese Naturgewalten sind aber immer wieder faszinierend. Weiter ging es auf einer als besonders schön ausgezeichneten Straße ins Hochland. Wir besuchten den kleinen Fischerort Funningur. Er war noch recht ursprünglich, auch wenn diese Ursprünglichkeit durch neue Häuser immer mehr verloren geht. Wir verbrachten einige Zeit im Ort und genossen, dass außer uns keiner weiter unterwegs war. Einen weiteren Ort (Gjógv) streiften wir dann nur ganz kurz, weil es mir durch den vielen Regen und den Wind auch zu kalt wurde und der Körper diese Kälte schon in sich aufgenommen hatte.
Zum Glück gibt es in unserer Unterkunft gute Heizungen und eine Wanne. Zum Abendessen gab es den Rest Curry von gestern und dann nur noch sehr gemütliche Betten.








22.09.2023
Heute möchte ich mal nicht weiter darauf eingehen, was wir nach dem Frühstück gemacht und wie wir die Zeit bis zum ins Bett gehen verbracht haben. Da das Wetter hier extrem sein kann und meine Bilder dies durch ihren düsteren Charme auch gut wiedergeben, stellt sich vielleicht die Frage, warum Färöer und warum zu dieser Jahreszeit.
Für mich waren die Färöer die logische Konsequenz, nach dem wir im Norden Europas einiges zu unterschiedlichsten Jahreszeiten bereist hatten. Die Färöer sind definitiv bisher die unbeständigste Diva unter den unbeständigen Diven (Island, Lofoten, Finnland, Patagonien, Feuerland). In Namibia ist man jeden Morgen aufgewacht und wusste, was einen erwartet. Mal war es 2 Grad wärmer, mal vielleicht auch 2 Grad kälter. Aber es schien immer die Sonne und es war selten unter 30 Grad. Hier steht man morgens auf und schaut aus dem Fenster. Denkt sich: So ein Sonnenaufgang wäre mal eine feine Sache, legt sich wieder hin, frühstückt spät und packt alles an Sachen ein, was man für so einen Regentag braucht. Dann ist man einmal draußen und merkt, es ist dennoch faszinierend und einzigartig.
Was mich tatsächlich am meisten nervt, dass ich ständig mein Objektiv von Wassertropfen befreien muss, weil ich mich ansonsten am Abend ärgere, wenn ich die Bilder sortiere und die Hälfte nix taugt, weil überall Wasserflecke zu sehen sind. Wenn man dann aber die Fjorde abfährt, die kleinen Dörfer erkundet und einfach in Ruhe und ohne Menschenmassen da sein kann, dann nimmt man auch das Wetter in Kauf. Außerdem sieht man dadurch auch, wie leicht man es doch hat. Hier leben noch viele von der Fischindustrie. Bei solchem Wetter auf dem offenen Atlantik unterwegs zu sein, ist für mich unvorstellbar. Wenn es uns kalt ist, drehen wir die Heizung höher und wenn der Wind zu sehr bläst, schließen wir die Fenster.
Auch wenn wir immer mal wieder fluchen und Shirley mit dem Wetter immer einmal zu kämpfen hat, sind wir glücklich, dass wir uns dieses Land ausgesucht haben und wir jeden Tag etwas Einzigartiges entdecken können. Die Anzahl der Bilder, mit denen ich jeden Abend nach Hause komme, sprechen eine eindeutige Sprache…









23.09.2023
Und dann ist es doch passiert. Wir hatten einen perfekten sonnigen Tag. Der Wetterbericht hatte über die letzten Tag schon daraufhin gedeutet, aber wie schon erwähnt, kann man diesen Berichten nicht trauen.
Es gibt diesen einen Spot, bei dem man oben einen See und unten den Atlantik fotografieren kann. Sowas habe ich, bevor ich mich mit den Färöer beschäftigt hatte, noch nie gesehen. Natürlich sollte man gutes Wetter haben, damit das Wasser schön tiefblau leuchtet und die Wiesen ihr saftiges grün zum Besten geben können. Nach dem Wetter der Vortage hatten wir ja schon gar nicht mehr damit gerechnet und auch wenn man die Wanderung bei Sonne beginnt, kann es 45 Minuten später schon wieder ganz anders aussehen. Wir hatten Glück und waren dafür auch sehr dankbar. Da dieser Anblick sehr begehrt ist und eine ungezügelte Masse an Touristen der schlimmste Umweltvernichter ist, hat sich der Eigentümer der Ländereien überlegt, das Gelände nur gegen eine Gebühr begehbar zu machen. Dieses Wandergebühr beträgt fast 30 Euro pro Person. Das ist die teuerste vier stündige Wanderung meines Lebens. Am Eingang wird erklärt, wofür das Geld aufgewandt wird. Zum Beispiel für die Errichtung und Instandhaltung der WC-Anlage. Als ich das WC nutzen wollte, kam mir beim Händewaschen der lockere Wasserhahn entgegen. So könnte man alle anderen Punkte auch durchgehen. Aber wie heißt es so schön: Wer hat, der kann. In dem Fall bezogen auf den Landbesitzer. Der Grad zwischen berechtigtem Interesse der Naturerhaltung und Regulierung oder dem eigenen Gewinnbestreben ist hier aus meiner Sicht in Richtung des persönlichen Geldbeutels ausgeschlagen.
Wir waren jedenfalls glücklich, dass das so gepasst hat und fuhren mit der Sonne im Rücken oder auch einmal im Gesicht noch einige schöne Straßen ab. Dabei gab es die Regel, dass es auf Strafe verboten war, die Sonnenblende im Auto noch unten zu machen, wenn die Sonne von vorne scheint. Jetzt ist sie einmal da, da müssen wir sie auch so nehmen, wie sie kommt.
Da der nächste Tag schon wieder mit klassischem Färöer Wetter angesagt war, nutzten wir den Tag bis zum letzten Lichtstrahl aus und fuhren auch die tollen Straßen von den beiden Vortagen mit ab. Wenn man auf den teilweise einspurigen Straßen wartet, um das entgegenkommende Auto durchzulassen, merkt man schnell, wer Tourist ist und wer Einheimischer. Der eine bedankt sich, der andere denkt sich sein Teil. Die Zuordnung lasse ich offen.
Am nächsten Tag ziehen wir dann schon wieder weiter. Also noch einmal den Abend genießen.









24.09.2023
Die Tage in Eiði sind genauso gezählt, wie die Stunden, die wir tatsächlich die Sonne genießen durften. Zum Glück sind wir außerhalb der Saison und die Check-Out-Zeiten sind recht flexibel gestaltet. Also mussten wir nicht schon 10:00 Uhr raus und bis 15:00 die Zeit im Regen totschlagen. Wir sind, bevor wir uns zu unserer nächsten Unterkunft auf den Weg gemacht hatten, noch um einen kleinen See in der Nähe der Küste gelaufen. Obwohl man das bei dem schnellen Wechsel von Sonne und Regen öfter erwarten würde, bekamen wir unseren ersten Regenbogen zu sehen. Es war auch nur ein halber mit gedämpfter Leuchtkraft. Wo keine richtige Sonne…
Dennoch waren wir froh, ein wenig an der frischen Luft gewesen zu sein und auch nochmal die Umgebung durchlaufen zu haben. Die Fahrt zu unserer letzten Unterkunft nach Vestmanna dauerte ca. eine Stunde. Wir haben aber noch einen Abstecher nach Torshavn gemacht, um lecker Lamm zu essen. Dabei haben wir uns einen ersten Eindruck von der Hauptstadt der Färöer geholt. Leider war es zu nass, um in normalen Sachen durch den Ort zu laufen. Wir wollen aber an einem der nächsten 3 Tage zurückkommen.
Das neue Haus ist sehr hell eingerichtet und hat eine große Fensterfront in Richtung des Fjordes. Wir können die Wetterwechsel live miterleben. Nach dem wir Kaffee getrunken hatten und der kräftigere Regen zu Ende schien, sind wir auch hier noch ein Weile durch den Ort und am Wasser langgelaufen. Vestmanna hat früheren Einfluss verloren, nachdem ein Tunnel zu der Nebeninsel gebaut wurde und somit die Autofähre nicht mehr benötigt wurde. Jetzt kann man hier noch Bootstouren zu den Vogelinseln buchen.
Mein Versuch, den Abend gemütlich mit einem Film auf Netflix ausklingen zu lassen, scheiterte daran, dass die Färöer zwar irgendwie zu Dänemark, aber als eigenständiges Land nicht zur EU gehören. Somit sind alle Regelungen was Nutzung von Plattformen in der EU angeht, hinfällig. Es war nicht möglich, die Filme auf Deutsch zu schauen. Auf Originalton hatten wir keine Lust. Dann blieb halt etwas Musik zum Tagesabschluss.









25.09.2023
Dieser Tag stand ganz im Zeichen von Regen, Regen und noch mehr Regen.
Wir hatten uns in unserer neuen Unterkunft gut eingelebt. Das bedeutet, dass wir unsere Sachen gut auf die verfügbare Fläche ausgebreitet hatten und jegliche Ablage in Beschlag genommen haben. Da der Regen schon wieder ordentlich gegen die großen Fensterscheiben an der Terrassentür peitschte, brauchten wir uns nicht sonderlich zu beeilen, um die Inseln weiter zu erkunden. Ich besorgte als erstes frisches Brot im Laden und dann wurde in aller Ruhe gefrühstückt. Ich glaube, es war dann schon nach 11:00 Uhr, als wir das Haus verließen.
Wir fuhren nach Saksun. Ein kleines Dorf, welches aus wenigen Steinhäusern bestand und idyllisch in einem langgezogenen Tal lag. Glücklicherweise konnte auch der Regen diese Schönheit nicht verdecken. Er verhinderte aber, dass wir längere Zeit zu Fuß unterwegs sein konnten. Bis zu diesem Urlaub war ich mir eigentlich sicher, dass mir meine Regensachen gute Dienste leisten können. Hier reichen 2 Minuten, um dennoch ordentlich durchgenässt wieder beim Auto anzukommen. Wir warteten auch immer wieder auf Mäßigung des Regens. Aber immer, wenn er uns in Sicherheit wiegte, schlug er nach kurzer Zeit zu. Dieser Vorgang zog sich über den ganzen Tag. Wir haben das Tal um Saksun soweit es ging erkundet und sind dann noch die Straße nach Tjørnuvík gefahren.
Tjørnuvík bildet den letzten Zipfel und ist auch als Surferhotspot beliebt. Der Ort ist wirklich niedlich und wir haben auch einen Blick auf den schwarzen Strand werfen können. Da die Nässe aber nicht aus den Klamotten weichen wollte, blieb uns dann nur die Rückkehr nach Vestmanna.
Somit verbrachten wir dann den Nachmittag und Abend entspannt auf der Couch und fingen auch mal ein längeres Hörbuch an. Beim regelmäßigen Blick in den Fjord bereuten wir die Entscheidung nach Hause zu fahren nicht. Irgendwann ließen wir uns in den Schlaf plätschern.










26.09.2023
Das Plätschern des Abends war kaum von dem Plätschern des nächsten Morgens zu unterscheiden. Wieder waren wir froh, dass wir eine geräumige und vor allem helle Unterkunft hatten. Wir nahmen uns vor, den Nachmittag in Tórshavn zu verbringen. Wenn der Wetterbericht einigermaßen stimmen sollte, würde der Regen am Mittag nachlassen, wenn nicht sogar aufhören.
Shirley hatte sich angewöhnt, auf dem Schaukelstuhl aus der verglasten Terrassentür die über das Hafengelände laufenden Einwohner zu beobachten. Ein Mann kam immer mit seinem Hund vorbei. Ein weiterer wurde von seinem Hund und von seinem Rad fahrenden Sohn begleitet. Dann schwamm eine Entenfamilie vorbei und die orange-weiße Katze durfte nicht fehlen. Als Shirley so ihre Anwesenheitsliste führte, liefen fremde Gesichter am Haus lang. Es waren zwei junge Frauen, die wir am letzten sonnigen Tag auf einer Wanderung getroffen hatten. Eine davon trug eine unverkennbare senfgelbe Mütze. Ich bat sie „freundlich“ unser Gelände zu verlassen und wir endeten zu viert im Wohnzimmer bei Tee, Kaffee und Waffeln.
Als wir so plauderten, entschied sich das Wetter seine schlechte Stimmung aufzugeben und ein grelles Sonnenlicht kämpfte sich durch die Wolken. Kurz danach packten wir dann unsere Sachen und fuhren nach Tórshavn. Auf dem Weg dahin besuchten wir noch Kirkjubær. Der kleine Ort direkt am Meer hatte eine alte Kirche und einen begonnen Dom zu verzeichnen. Der Dom wurde noch unter katholischer Vorherrschaft begonnen. Als diese endete, endeten auch die Baumaßnahmen. Seit dem stehen da nun ein paar Mauern ohne Dach. Die Kirche in Kirkjubær war dann die erste, in die man auch eintreten konnte. Wir hatten nicht mehr damit gerechnet.
In Tórshavn hatten wir ca. 3 Stunden Zeit, bis wir unseren reservierten Sitzplatz im Restaurant einnehmen sollten. Wir schauten uns das Kunstmuseum an und spazierten durch den anliegenden Stadtpark. Dieser bestand aus unterschiedlichsten Baumarten (das ist auf den Inseln eine absolute Seltenheit). Im Anschluss fuhren wir noch in die Altstadt und freuten uns über die vielen alten Häuser. In diesen museumsartigen Gebäuden wohnen aber noch ganz normale Familien. Daher kommt es immer wieder zu Spannungen, weil der gemeine Tourist am liebsten die Wohnzimmer zu besichtigen gedenkt, die Einwohner aber lieber ihre Ruhe hätten. Das Verhältnis zwischen den Färingern und den Touristen scheint eh ein angespanntes zu sein. Mal sehen, wie sich das noch entwickelt in der nächsten Zeit.
Wir kamen jedenfalls auf unsere Kosten und beendeten den Tag mit einem Essen im Húsagarður. Shirley aß ein Menü aus 5 Gängen. Ich begnügte mich mit leckeren Lammstreifen. Der Weg zurück im Dunkeln fuhr sich dann schnell ab und wir packten schon einmal unsere Sachen für die geplante frühe Abreise zur Insel Kalsoy.









27.09.2023
Da ist er nun, der letzte vollständige Tag auf den Färöer. Wir standen 5:45 Uhr auf, da wir mit der Fähre nach Kalsoy fahren wollten. Das hatten wir uns schon die ganze Zeit vorgenommen, aber bisher war das Wetter nicht dafür gemacht oder es gab mit dem Ausflug am Samstag zum Superhotspot wichtigere Dinge, die bei Sonne bewandert werden mussten. Wir hatten uns ausgemalt, 7:30 Uhr an der Fähre zu sein. Diese sollte dann 8:00 Uhr auslaufen. Die Fährfahrt selber war mit 20 Minuten ausgelegt. Als wir nach Zeitplan an der Fähre ankamen, stellte sich heraus, dass kurzfristig aus der Autofähre eine Fußgängerfähre wurde. Mit dem Hinweis, dass es auf Kalsoy eine gutes Bussystem gibt, ließ mich ein Angestellter von der Fähre ratlos zurück.
Da wir uns an unserem letzten Tag nicht zu sehr binden wollten und der Wetterbericht bestes Wetter für allerhand Aktivitäten voraussagte, entschieden wir uns gegen die Fähre und fuhren wieder ab. Neben Zeit waren noch zwei mautpflichtige Tunnelfahrten umsonst investiert. Wie das aber immer so ist, führte das frühe Unterwegssein zu unserem ersten Sonnaufgangslicht, welches über einem der vielen Fjorde zu leuchten begann. Damit waren wir für den Anfang besänftigt.
Wir entschieden uns nochmal nach Saksun zu fahren, weil die Landschaft grandios war. Das hatten wir trotz Dauerregens ausmachen können. Wir waren dann um 9:00 Uhr auch die einzigen, die die kleine Wanderung durch das Tal angetreten haben. Die Sonne brach auch hier durch und bescherte uns einen fantastischen Tageseinstieg. Die andere Seite von Saksun, auf der man die alten Steinhäuser begutachten konnte, war ebenso herrlich abzulaufen.
Da wir noch nix weiter gegessen hatten, fuhren wir mal wieder in Richtung Eiði, weil wir dort ein Restaurant verorteten. Es war auch dort und hatten sogar offen. Dankbar verbrachten wir dort ca. eine Stunde und fuhren weiter nach Gjógv, um uns noch einmal körperlich zu betätigen. Hier gibt es eine Wanderung an der Steilküste entlang mit fantastischem Blick über die Umgebung. Der Weg war schlammig und auch so sind wir gut ins Schwitzen gekommen. Das Wetter spielte die ganze Zeit mit.
Der letzte Abstecher war dann die Fahrt nach Tjørnuvík und das erste Mal, waren unsere beiden Felsnadeln, die wir schon zu unterschiedlichsten Zeiten gesehen hatten, im richtigen Licht. Es war ein toller und entspannter Abschluss dieses Tages und auch ein würdiger für diesen Urlaub.
Der Rest des Abends stand im Zeichen der Resteverwertung und der Vorbereitung auf den Abflug am nächsten Tag. Ein Fazit kommt dann gesondert, wenn wir wieder angekommen sind und die Eindrücke sich setzen konnten.









Fazit
Die Rückreise war ruhig und entspannt.
Die Färöer waren wieder einmal eine ganz neue Erfahrung für uns. Landschaftlich sind die Inseln ein Traum und immer wieder gibt es spektakuläre und einzigartige Ausblicke. Man kann unendlich wandern, man kann sehr gut essen, man kann dem Alltag entfliehen und wahnsinnig viel entdecken. Die Färöer können es einem aber auch schwer machen. Das Wetter ist dabei ganz klar der Faktor, der bestimmt, ob der Tag ein erlebnisreicher im Freien oder ein eher ruhiger im Haus wird. Bei der Mischung aus Regen und Wind kommt man mit den üblichen Goretex-Sachen schnell an seine Grenzen. Wenn man dann einmal nass ist, hält sich die Lust auf weitere Erkundungen stark in Grenzen. Außerdem sind die Färöer echt teuer. Ich würde behaupten, es war bisher das teuerste Land, welches wir besucht haben. Beides sind aber Dinge, die wir wussten und die wir eingeplant haben. Der Regen hat auch seine Vorteile. In den nicht ganz so regenreichen Monaten führen die Wasserfälle zum Beispiel nur ein Bruchteil des Wassers oder sind gar nicht vorhanden.
Wir haben uns jedenfalls gut aufgehoben gefühlt und die Tage, die wir bedingungslos durch die Gegend fahren und laufen konnten, waren grandios. Die Inseln haben viel zu bieten und wir haben versucht, so viel wie möglich mitzunehmen. Dabei gibt es immer noch einige Orte, die wir nicht zu Gesicht bekommen haben. Wir nehmen viele tolle Momente, aber auch einige nervige wieder mit nach Hause und freuen uns, dass es uns möglich war, diese Erfahrungen machen zu können.
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