
Zwischen Leipzig und dem neuen Reiseziel liegen ca. 18.400 km. Es wird wahrscheinlich die weiteste Anreise, die ich jemals tätigen werden. Nach tausend Gründen, warum es bisher nicht gepasst hat, wurden diesmal schon rechtzeitig Nägel mit Köpfen gemacht. Wenn die Zubringerdienstleister nichts dagegen haben, werden wir ab Mitte März 42 Tage auf den beiden Inseln verbringen. Es ist gar nicht so einfach, so eine Reise zu planen, da man sich in der trügerischen Ewigkeit von 6 Wochen wähnt, aber schon der Beginn der Planung hat gezeigt, die werden verfliegen. Bisher sind die Flüge und der Mietwagen bezahlt und die ersten beiden Übernachtungen. Alles andere wird die nächsten Tage und Wochen Gestalt annehmen.
Das wir im neuseeländischen Herbst fliegen, hat mehrere Gründe. Im November (Frühling) kriege ich nicht so lange frei. In der Hauptsaison fliege ich nirgends hin und im Sommer ist das Licht in den meisten Landstrichen der Welt am langweiligsten. Der Herbst ist eine tolle Zeit und er wird der Landschaft noch einmal eine ganz andere Note geben. Da ich keinen Vergleich habe zu den anderen Jahreszeiten auf Neuseeland, gehe ich auch einfach davon aus, dass es die schönste Zeit dort ist und wir die richtige Entscheidung getroffen haben. 🙂
Der Platzhalter für das Reisetagebuch ist somit gesichert. Die Gebühren für die Webseite sind für weitere 12 Monate bezahlt. Somit steht der bebilderten Reisebegleitung erst einmal nichts im Wege. Und das darf gern so bleiben.
2025.09.03
Heute in einer Woche ist es dann endlich soweit und wir werden den 29 stündigen Trip ans andere Ende der Welt auf uns nehmen. Die letzten Wochen haben wir viel recherchiert, abgewogen und geplant. Wir werden insgesamt 17 Unterkünfte haben. Auf der Nordinsel werden wir 2,5 Wochen und auf der Südinsel 3,5 Wochen verbringen. Es wird auf jeden Fall ein sehr abwechslungsreicher Urlaub.
Im Moment bin ich noch am überlegen, was ich an Objektiven mitnehme. Auf der einen Seite, möchte ich das Handgepäck nicht komplett überstrapazieren, auf der anderen Seite möchte ich mich dann auch nicht vor Ort ärgern, dass mir genau das eine Objektiv für das Superdupermegabild fehlt. Ich glaube, ich werde einen guten Kompromiss finden.
Jetzt gilt es noch Daumen zu drücken, dass die Verdi nach ihrem Warnstreik am 10.03.2025, der die Flughäfen in Deutschland fast komplett stilllegt, mindestens eine Woche die Füße stillhält.


2025.03.16 – 2025.03.18
The world is changed.
I feel it in the water.
I feel it in the earth.
I smell it in the air.
Mit diesen Worten der fantastischen Einstiegsszene in die Herr der Ringe begann der 16 stündige Flug von Dubai nach Auckland. Dass es überhaupt so weit kam, war beim Start in München plötzlich nicht mehr ganz selbstverständlich. Als wir in München am Schalter standen, fragte der Emirates Mitarbeiter uns nach einem ETA Visum. Ich war mir sehr sicher, dass man in Neuseeland für 6 Wochen kein Visum brauchte. Das bestätigte er mir auch. Aber ein ETA Visum zur Einreise würde dennoch benötigt. Er verwies auf eine App, mit der man diese „Kleinigkeit“ wohl gleich erledigen konnte. Nach dem gewünschten Ausfüllen aller wichtigen Daten in der App kam der Hinweis, dass die Anträge innerhalb von 72 Stunden bearbeitet werden, es aber auch mal länger dauern kann. Na bravo.
Also standen wir dann am Schalter und warteten, dass sich das Wort Pending in der App auf Issued verwandelt. Emirates nimmt im übrigen auch niemanden mit, bei dem der Antrag nicht genehmigt wurde und es stellte sicher heraus, dass dieser Vorgang wohl regelmäßig stattfindet. Die Passagiere darüber aber explizit zu informieren, scheint noch keiner für nötig gehalten zu haben. Glücklicherweise war der Spuk dann nach 10 Minuten vorbei und die Reise konnte beginnen.
Wenn man so im zweiten Flieger sitzt und schon 10 Stunden bis dahin hinter sich hat, kommen einem die nachfolgenden 16 Stunden endlos vor… ENDLOS!!! Dennoch kommt man irgendwann an, auch wenn man das zwischenzeitlich für nicht möglich gehalten hat.
Auckland begrüßte uns warm und mit einsetzendem Regen. Hier ist Regen halt richtiger Platzregen. Dafür ist es eben auch sehr grün und hat eine subtropische Vegetation. Da der Flieger nach Auckland halb leer war und wir jeder eine ganze Sitzreihe zum Schlafen für uns hatten, waren wir noch einigermaßen fit.
So hielten wir noch tapfer bis 18:00 Uhr durch, waren spazieren und lecker asiatisch essen, bevor die Augen nicht mehr offen bleiben wollten.







2025.03.19
Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich der Körper von den Reisestrapazen erholen kann und er in der Lage ist, die Zeitverschiebung von 12 Stunden zu kompensieren. Wir haben dazu aber auch 13 Stunden geschlafen. Auch wenn ich nach solchen Reisen immer irgendwelchen Mist träume, kommt dennoch genug gewinnbringender Schlaf dabei rum.
Unsere Unterkunft ist etwas außerhalb der Downtown und ruhig gelegen. Laut Wetterbericht blieb uns ein Zeitfenster bis 15:00 Uhr, um trockenen Fußes die Gegend zu erkunden. Wir fuhren in den Waitakere Ranges Regional Park, der ca. 40 Minuten von unserem Haus entfernt war. Mit abnehmender Zivilisation wurde die herrliche Vegetation immer deutlicher. Es fühlte sich wie in Costa Rica oder Malaysia an.
Die Straßen sind nicht für Leute, denen es schnell schlecht wird beim Autofahren. Eigentlich ist man nur am um die Kurve fahren oder die Straße geht steil Richtung Himmel oder wieder bergab. Somit ist auch klar, dass man mehr Zeit einrechnen muss, um von A nach B zu kommen, da man selten schneller als 50 km/h fahren kann. Der Entdeckerlaune kommt das aber sehr entgegen, da man eh nicht so rasen kann oder muss, weil einem ein Einheimischer im Nacken sitzt, der nicht so entspannt durch die Gegend kutscht.
Auf jeden Fall gab es für die ersten Ausflugsstunden viel zu sehen. Der schwarze Strand bei Karekare war gigantisch. Tobendes Wasser, breiter schwarzer Strand und menschenleer. Pünktlich zur Rückkehr am Auto fing es dann an zu schütten und hielt noch bis zum Abend an.
Heute genießen wir noch die Rest vom leckeren asiatischen Essen von gestern und hoffen im Abendlicht an den Strand zu gehen, der 5 Minuten vom Haus entfernt ist.
Neuseeland könnte eine Reise wert werden…









Nachtrag zum Abendspaziergang…

2025.03.20
Heute stand Auckland City auf dem Programm. Auckland hat 1,5 Millionen Einwohner auf einer Fläche, die doppelt so groß ist wie London. Aufgrund der durch das Meer zerklüfteten Landschaft und der vielen Einfamilienhäuser dehnt sich die Stadt enorm aus. Wir wollten uns nun einmal der Downtown widmen.
Bevor wir uns aber in das Getümmel gestürzt hatten, gab es erst einmal entspannt Frühstück und ein wenig Kommunikation mit einem weiteren Gast im Hause von Linda und Gary. Wir versuchen ja immer für uns eine vernünftige Balance zwischen Anreisezeit und Zeit vor Ort zu finden. Daher hätten es für Neuseeland auch mindestens 4 Wochen seien müssen. Die Mitreisende, die aus Kalifornien stammte, hatte sich für 1 Woche Stippvisite in Neuseeland entschlossen. Dafür hatte sie 13 Stunden Flug in Kauf genommen. Da sieht man, dass diese Balance für jeden doch sehr unterschiedlich ausfallen kann.
Auckland City ist eine Mischung aus Hochhäusern, einigen wenigen alten Gebäuden und viel Hafenflair. Wir entschlossen uns mit dem Auto in die Stadt zu fahren, da die Anbindung mit öffentlichen Verkehrsmitteln in Auckland doch eher mau ist. Bevor wir aber durch die Wolkenkraterschluchten schlenderten, besuchten wir zu erst den Mount Eden, der uns einen fantastischen ersten Blick auf die Skyline bescherte.
Außerhalb der Rush Hour kamen wir recht gut in die Stadt und fanden auch eine Parkmöglichkeit in einem Parkhaus. Zielsicher sind wir auch gleich in dem teuersten gelandet, wie sich später mit Blick auf weitere Parkhäuser zeigte. Der erste Anlaufpunkt war dann der Sky Tower. Er ist um die 330 Meter hoch und man hat eine fantastische Aussicht. Wer mag, kann angeseilt über einen äußeren Ring um die Plattform herumlaufen. Wem dass noch nicht genug ist, kann sich auch gleich in die Tiefe stürzen. Uns reichte der Ausblick.
Wir verbrachten dann noch einige Zeit zwischen den Hochhäuserschluchten, fuhren mit der Fähre nach Devonport (einem kleinen entspannten Vorort) und schlenderten nach einem Cocktailabstecher in einer Rooftopbar mit dem Blick auf den Hafen noch durch das angrenzende Hafengebiet.
Ein toller Ausklang war dann die erneute Besteigung des Mount Eden und einem fantastischen Sonnenuntergang, den wir mit so einigen anderen genossen. Nach 11 Stunden war der Ausflug dann für beendet erklärt.








2025.03.21
Und schon ist die Aucklandzeit vorbei und wir wechselten das erste Mal in unserem Neuseelandurlaub die Unterkunft. Es zieht uns jetzt in Richtung Norden nach Kerikeri. Das eigentliche Ziel ist der Leuchtturm am Cap Reinga. Da die Fahrt von Auckland aber 5,5 Stunden gedauert hätte, hatte ich nach einem strategisch günstigen Ort gesucht und das ist dann eben Kerikeri gewesen.
Wir fuhren also einmal quer durch die Stadt, um sie in nördlicher Richtung zu verlassen. Dabei überquerten wir die Harbour Bridge. Nach ca. 40 km entschloss ich mich, von der N1, die einer Autobahn gleicht, herunterzufahren, um mehr über Nebenstraßen zu fahren. Kurz vor der Abfahrt stoppten wir an einer Tankstelle. Als ich vom kurzen WC-Besuch wieder zum Auto zurückkehrte, fragte ich mich plötzlich, wo ich denn meine Kamera hingetan hätte. Manchmal durchschießt einen so ein Gedanke, dass irgendetwas nicht ist, wie es sein soll und in diesem Fall führte dieser Gedanke zu einer Rückkehr an alte Aucklandstätte. Linda hatte die Kamera relativ schnell entdeckt, doch als sie sie nach draußen bringen wollte, waren wir schon im Auto davongedüst. Na zum Glück fiel mir das nicht erst am Ziel der Reise ein.
Es dauerte eine Weile, bis ich mich nicht mehr über mich selbst geärgert hatte. Zeit während der Fahrt war jedenfalls genügend vorhanden. Die Landschaft veränderte sich stark in hügliges Weideland. Und auch hier waren die Straßen wieder sehr kurvenreich mit viel Auf und Ab. Da die Sonne mit ihrer ganzen Intensität auf die Frontscheibe prasselte, waren wir diesmal ganz schön fertig und mussten uns dann einen Zwangsstopp bei einem kleinen chromglänzenden Imbisswagen gönnen. Kaffee und Passionsfruchteis hob die Laune und die Energiesäule dann wieder an.
Bevor wir in unsere Unterkunft kamen, hielten wir noch in Whangarei bei einem schönen kleinen Wasserfall. Die Anlage lud ein, sich einige Zeit die Füße zu vertreten. Nach ca. 9 Stunden Reisezeit kamen wir dann in einem herrlichen Fleckchen Erde an. Eine kleine Farm mit zauberhaftem Garten und absoluter Abstinenz von Alltagslärm. Angeblich sollen hier nachts auch Kiwis rumrennen. Wir haben schon einmal ihren Laut studiert. Nicht schön, aber einprägsam. Es gibt so Ecken, da weiß man gleich, dass man sich wohlfühlen wird. Der Blick auf die Milchstraße verfestigte dieses Gefühl.









2025.03.22
Heute war ein Tag mit viel Autofahren und mit abwechslungsreichen Motiven. Der Morgen begann so voller Ruhe, wie der Abend in dieser wunderbaren Umgebung aufgehört hatte. Wir waren so fertig vom Vortag, dass wir auch das Geschreie der Kiwis, sollte es dieses gegeben haben, nicht gehört hatten.
Ziel des Tages war der Leuchtturm Cap Reinga am nördlichen Zipfel der Nordinsel. Doppelnord sozusagen. Die Fahrt in eine Richtung war ungefähr 2,5 Stunden. Da wir aber nicht auf dem direkten Weg zum Leuchtturm waren, zog es sich also etwas länger hin.
Den Anfang machte ein Abstecher in eine kleine untouristische Bucht beim Whangaroa Harbour. Es war angenehm einsam und die Kühle vom Meer ließ die Sonne noch nicht vollends gewinnen. Wir liefen ein wenig am Meer entlang und fuhren nach einem kurzen Gespräch mit älteren Einheimischen weiter.
Der nächste Halt einige Zeit später war dann der 90 Miles Beach. Ein ewig breiter Strand, der gerne von der Bevölkerung zum Ausfahren der Allradtrucks genutzt wird. Scheinbar kommt es aber ab und an vor, dass die zurückkommende Flut unterschätzt wird und dann Autos, die im Sand liegengeblieben sind, vom Wasser eingeholt werden. Als wir da waren, war die Anzahl der Autos überschaubar und das Gefühl am Strand fantastisch. Und faktisch ist der Strand selber wohl auch nicht annähernd 90 Meilen lang.
Jetzt war dann endlich der Leuchtturm fällig. Ich hatte schon mit einem großen Ansturm an Menschen gerechnet, der blieb jedoch aus. Der Leuchtturm lag am Ende einer Landzunge eingerahmt von riesigen Felsen und Sandstränden. Es war für den anstrengenden Rückweg zum Auto leider etwas zu warm. Also im Auto Fenster runter und durchgeatmet.
Letzter Abstecher galt dann noch den riesigen Sanddünen. Hier kann man sich ein Board leihen und die Sandberge herunterrutschen. Dafür muss man die Berge natürlich erst einmal hochwandern und da die Sonne, die am Leuchtturm nicht zu sehen war, wieder zum Vorschein trat, kann man sich den Zugewinn an Wärme gut vorstellen. Wir blieben entspannt am Fuße der Dünen, fuhren nach einigen Bildern weiter und kamen in der Abendsonne gestärkt mit leckerem Eis fertig und zufrieden in der Unterkunft an.
Der Tag war echt lang und anstrengend. Die vielen unterschiedlichen Eindrücke, machten dies aber wieder wett.









2025.03.23
Und schon wieder heißt es Abschied nehmen von einem herrlichen Ort.
Die Reise führt uns ab jetzt Richtung Süden. Wir fahren wieder durch Auckland und kommen am östlich gelegenen Papamoa Beach an, von wo wir aus nach Hobbiton und an die Cathedral Cove fahren wollen.
Der große Moment des heutigen Tages war der Besuch des Waipoua Kauri Forrest. Dabei handelt es sich um bis zu 3000 Jahre alte Bäume mit riesigem Umfang. Wir sind die Tage viel gefahren und auch viel über Land. Die Nordinsel ist sehr stark von Landwirtschaft und vor allem Viehzucht (meist Kühe) geprägt. Der Anteil der alten Wälder beträgt wohl nur noch um die 1-3 Prozent. Wenn man sieht, wie trocken die Weideflächen im Moment sind und man dann in so einen Wald mit seiner Kühle und natürlichen Feuchtigkeit kommt, ist die Entwicklung seit der Besiedlung schon traurig.
Einen aufheiternden Moment hatte ich, als ich an einer Tankstelle stand und neben dem MC Donalds Shop eine weitere Fast Food Kette ihren Laden hatte und mit der Aufschrift warb: Real food real taste.
Ansonsten sind wir sehr lange gefahren. Die meiste Zeit recht allein und ab Auckland war für einen Sonntag dann gut was los auf den Straßen. Wir sind jetzt in einer Siedlung in der Nähe des Strandes untergekommen und haben unsere müden Knochen im Hotpot entspannt.
Und einen speziellen Gruß an meinen Wahlchemiker Daniel G. aus L: Derbysieger Derbysieger he he… 😉








2025.03.24
Heute war der Tag der Tage. Wir besuchten das Auenland. Bis es aber soweit war, gingen wir den Tag etwas ruhiger an, als die Tage zuvor. Die Anfahrt vom Vortag wollte auch erst einmal abgeschüttelt werden.
Also liefen wir entspannte 15 Minuten zum Strand und genossen das tolle Wetter. Im Moment ist es perfekt für uns. Es ist tagsüber um die 25 Grad und abends wird es schön kühl, damit wir auch ordentlich schlafen können. Der Strand zog sich ewig und das Wasser war angenehm warm, so dass man ohne Probleme durch das seichte Wasser laufen konnte. Es gab für die Muschelsammlerin unter uns auch einige große und unversehrte Muscheln aus der Bedeutungslosigkeit des Strandes zu retten.
Auf dem Rückweg zur Unterkunft hielten wir kurz in einem Supermarkt. Auch wenn die Fläche gefühlt nicht größer war, als bei einem Globus in Deutschland, hatten wir das Gefühl es hat alles viel größere Dimensionen. Wir waren mit unserem bissel Einkauf auch eher die Ausnahme.
13:30 war es dann endlich soweit. Wir hatten Karten für die Tour, die 16:00 Uhr starten sollte und hatten ca. 1:15 h Fahrtweg. Da man 30 Minuten eher da sein sollte und der Verkehr hier nicht immer einsehbar ist, fuhren wir etwas eher los. Bis auf den Weg zum Parkeingang haben wir kaum Autos gesehen. Das änderte sich beim Eintreffen auf dem Parkplatz. Am Tag werden wohl ca. 2000 Personen durch den Park geführt. Bei einem Eintrittspreis von mindestens 60 Euro, je nach Art der Tour, kann man sich schon vorstellen, was da hängenbleibt.
Auch wenn wir aufgrund des Intervalls von 10 Minuten und der Gruppengröße von 25 Personen skeptisch waren, gestalteten sich die 2 Stunden im Auenland sehr angenehm. Die Liebe zum Detail verbunden mit den eigenen Erinnerungen aus den Filmen waren es auf alle Fälle wert. Wir konnten uns recht frei bewegen und mit etwas Geduld auch Bilder ohne Menschen erstellen. Wir waren sehr zufrieden mit der Tour.
Auf dem Heimweg wurde der Tag noch durch einen kleinen Ausflug zum MCLaren Wasserfall und einem leckeren Burger bei Rubys Tacos, die scheinbar am Montag keine Tacos haben, abgerundet. Es war ein perfekter Urlaubstag.








2025.03.25
Als unsere Vermieterin hörte, wo wir von ihrer Unterkunft aus, alles hinfahren wollten, schlug sie nur die Hände über dem Kopf zusammen. Wahrscheinlich kommen nach Papamoa Beach nur Besucher, die sich dann an den Strand legen und sich die Sonne auf den Körper prasseln lassen. Wir sind da eher die Entdecker.
Wir wollten zur Cathedral Cove und auf die Coromandel Halbinsel. Die Fahrt zur Cathedral Cove dauerte ca. 2:50h. Ich glaube die Anzahl der von mir in meinem Leben gefahrenen Kurven haben sich am Ende dieses Urlaubs verdoppelt. Aber es nützt ja nix. Wer nicht unterwegs ist, entdeckt halt nix. Der Weg zur Felsenhöhle wurde erst im Dezember 2024 nach diversen Verwüstungen durch einen Sturm freigegeben. Wir hatten das Glück, dass wir noch unten ankamen, als noch nicht so viele Besucher den Strand in Beschlag nahmen. Das änderte sich dann relativ schnell und ich war froh, noch einige Bilder ohne Menschenmassen in den Kasten bekommen zu haben. Es war der erste Ort in dem Urlaub, wo wir uns sagten: Im Sommer muss hier die Hölle los sein.
Eigentlich wollten wir noch in Coromandel eine kleine Eisenbahnfahrt machen. Ein Töpfer hatte sich mal eine Bahn gebaut, um die benötigten Materialien zu transportieren. Jetzt dient diese kleine Bahn als Touristenattraktion und fährt wohl durch tolle Landschaft. Zeitlich war das für uns aber nicht mehr zu machen. Immerhin standen die beiden Bahnen aber schon da, als wir wieder dort waren. Wir haben somit schon einmal eine Todo-Liste für eine eventuelle Rückkehr angefangen.
Wir fuhren dann noch in aller Ruhe die ewig lange Strandstraße im Westen der Halbinsel ab und genossen dabei den Sonnenuntergang. Der Ausflug dauerte am Ende ca. 12 Stunden. Die Erlebnisse und Ausblicke haben die Anstrengung wieder mehr als belohnt.








2025.03.26
Der heutige Tag sollte zwar keine 12 Stunden Fahr- und Entdeckerzeit in Anspruch nehmen, aber auch die 9 Stunden waren wieder vollgestopft mit vielen Eindrücken. Nach der Verabschiedung von unserer Vermieterin und ihrem Mann zog es uns nun in den östlichsten Teil der beiden Inseln.
Dabei fährt man eine riesige Beule die sich Richtung Osten ausbreitet ab. Hier wird alles sehr ursprünglich. Es gibt Ländereien, die fest in Maori Hand sind. Die Fläche, die für die Tierzucht herhalten muss, reduziert sich deutlich. Und die Anzahl der Autos auf der Straße wird minimiert. Dabei ist die Landschaft sehr abwechslungsreich und es gibt kaum noch Dörfer und nur gelegentlich Häuser am Straßenrand.
Leider fällt auch hier wieder auf, dass es sehr viel totgefahrene Tiere auf den Straßen gibt. Es ist nicht immer ersichtlich, um was es sich dabei genau gehandelt hat. Auf jeden Fall vergeht kaum ein Kilometer ohne ein Tierkadaver auf der Straße.
Über die Planung der Stromleitungen muss ich ein ernstes Wörtchen mit den Verantwortlichen reden. An fast jeder tollen Aussicht geht so ein beschixxxxx Kabel direkt durchs Bild. Zum Glück taugt die KI-Ausbesserungsfunktion bei Photoshop was. Damit kann man das Fehlen an landschaftsplanerischer Sensibilität schnell ausbessern.
Am Ende des Tages haben wir wieder einen dieser Orte erreicht. Hier ist zwar nicht alles super duper perfekt, aber er ist sehr speziell. Wir sind auf einer Goldfischfarm in der Nähe von Tokomaru Bay.








2025.03.27
Kurz vor unserer Abfahrt, weiter die Ostküste entlang, gab es noch eine kleine Führung durch die Goldfischfarm. Bisher hatte ich noch nie von einer Farm für Goldfische gehört, aber klar, irgendwo müssen ja auch die Tiere herkommen. Stan, der Inhaber der Farm, verkauft wohl ca. 20.000 – 30.000 Stück pro Jahr an Tierläden.
Tokomaru Bay war früher stark durch den Fischfang geprägt. Jetzt wirkt der Ort eher verschlafen und es stehen noch einige verlassene Gebäude herum, die langsam von der Natur vereinnahmt werden. Wir hatten jedenfalls alle Freiheiten, auf einem dieser Gelände herumzulaufen und uns umzuschauen.
Grundsätzlich muss man festhalten, dass auch in Neuseeland nicht alles Gold ist was glänzt. Neben den sehr beeindruckenden Häusern gutbetuchter Menschen, die teilweise in unverschämten Lagen gebaut wurden, gibt es auch genügend ärmliche Unterkünfte. Gerade an der nicht so besiedelten Ostküste fallen die Unterschiede oftmals recht stark ins Auge.
An der wohl längsten Betonbrücke der südlichen Hemisphäre am Tolaga Bay Wharf konnten wir eine Gruppe Kinder mit ihrem Ausbilder beobachten. Dabei werden den Kindern die Gefahren des Meeres nähergebracht und wie sie lernen, in dem nassen Element ruhig zu bleiben. Der Höhepunkt war, dass einige von ihnen von der hohen Brücke ins Meer gesprungen waren. Ich würde tippen, dass die Brücke ca. 5-7 Meter hoch war. Jedenfalls waren die meisten echt furchtlos.
Wir haben heute die Umrundung auf der östlichen Pacific Coast Road abgeschlossen und wieder ein herrliches Quartier in Strandnähe im Ort Hastings gefunden.
Heute muss ich mal noch eine Lanze für unsere neuen Verschlüsse brechen. Mir ist zweimal beim Aufschrauben einer Flasche der Deckel in den Dreck gefallen und ich musste ihn mühsam wieder hervorholen. Dem Erfinder dieser super tollen neuen Verschlüsse gebührt der Nobelpreis. 🙂
Außerdem bekommt man hier beim Autofahren unregelmäßige Armbräune. Der Arm zum Fenster hin wird dauerbeschienen. Worauf der andere ein dunkles und bleiches Dasein im Schatten des Inneren des Fahrzeuges fristet. Ich kaufe schon einmal Selbstbräuner zum Ausgleich.
Ach und es gab ne Weinverkostung…










2025.03.28
Die Durchschlafphasen werden von Nacht zu Nacht besser. Fast 10 Stunden am Stück schlafe ich zu Hause fast nie mehr. Auf der einen Seite liegt es an den tollen und vor allem ruhig gelegenen Unterkünften, auf der anderen Seite aber auch an den nicht unanstrengenden Tagen. Wer viel sehen möchte, muss halt auch ein wenig dafür tun.
Jetzt nehmen wir jedenfalls erst einmal von der Küste Abschied. Wir besuchten abschließend den ganz niedlichen Ort Napier. Hier wird der Art Deco Stil der zwanziger Jahre lebhaft zelebriert. So gibt es viele kleine Details, die an diese Zeit erinnern. Der Ort brannte nach einem Erdbeben 1931 fast komplett nieder, wurde später aber wieder so historisch genau wie möglich aufgebaut. Jedenfalls ist er einer der Orte, in denen man es auch eine Weile aushalten kann. Viele Orte, die wir bisher durchfahren haben, sind leider recht lieblos gestaltet.
Die nächsten 3 Tage verbringen wir am Lake Taupo im Inneren des Landes. Er ist der größte See Neuseelands und hat einen Umfang von fast 200 km und eine Fläche, die fast an die von Hamburg heranreicht. Für weitere sehenswerte Ausflüge ist auf jeden Fall gesorgt.
Einen ersten wollten wir auch kurz nach Ankunft in unserer neuen Unterkunft etwas außerhalb der Stadt Taupo unternehmen. Wir saßen gemütlich unter einem Baum im Schatten und genossen unseren Cappuccino, als wir plötzlich in Eile gerieten. Wir wollten ins Thermal Wonderland ca. 45 km von uns entfernt. Dabei fiel uns auf, dass der Einlass wohl nur bis 15:45 Uhr möglich war, da der Park 16:30 schließen würde. Also stürzten wir los, damit wir ca. 15.30 Uhr dort aufschlagen würden und in aller Ruhe den Geruch fauler Eier aufsaugen konnten. Leider ist es mit den Uhrzeiten in Reiseführern im Laufe der Zeit so eine Sache. Der Einlass war jetzt 15:00 Uhr gestoppt wurden. Also einmal großes Pech gehabt. Auch beim Park 11 km weiter, der bis 17:00 offen hatte, kamen wir 20 Minuten zu spät.
Na dann eben nicht. Auf dem Rückweg umrundeten wir noch einen kleinen See und ließen uns dann bei Jimmy Coops auf Fish and Chips und leckerstem Burger nieder. Immerhin wurden wir noch mit einem dramatischen Wolken-Sonne-Mix über dem See belohnt. Der Rest vom Tag war Entspannung im Nirgendwo.
Ach und es gab ne Bierverkostung…









2025.03.29
Um es gleich vorweg zu nehmen, diesmal wurde nix verkostet. Das Einzige was ausgekostet wurde, war der Sonnuntergang am Lake Taupo. Dazu aber später mehr.
In der Nacht hatte es noch wie aus Kübeln geschüttet. Die Wetter-Apps haben auch direkt während des Regens keinen Regen angezeigt. Da war es maximal bewölkt.
Wir gingen es diesmal ruhig an und fuhren gegen 11:00 Uhr an die Huka Falls. Ein nicht allzu hoher Wasserfall, wo sich aber durch die enge Schlucht Unmengen an Wasser durchquetschen. Wir gingen einen zweistündigen Rundweg und waren zum Glück relativ schnell weg von den Massen, die sich vom Parkplatz aus in Richtung des Aussichtspunktes walzten. Wie aber fast überall auf der Welt: Sobald es mit Anstrengung verbunden ist, nimmt dies kaum einer auf sich. Der Weg war dann überraschend abwechslungsreich. Ansonsten ist um die Falls herum viel Halligalli. Man kann mit dem Speedboot durch den engen Canyon hämmern und sich bei großem Geschrei nassspritzen lassen. Wir blieben beim trockeneren Zu-Fuß-Erkunden.
Ansonsten stand der Tag im Zeichen des „Lake Taupo Trees“. Dabei handelt es sich um einen Baum, der ähnlich wie sein bekannter Bruder (oder seine bekannte Schwester, ich konnte es nicht genau bestimmen) auf der Südinsel sehr fotogen sein Dasein im Wasser fristet. Wir brauchten eine Weile, um den Baum zu finden, da er nicht weiter verzeichnet ist. Nach einigen Erkundungen fanden wir ihn dann und verbrachten lange Zeit am Strand.
Wir kamen dann nach kurzem Abstecher ins Hinterland zum Sonnenuntergang wieder. Anfänglich durchstach das Sonnenlicht ein wenig die Wolken. Als die Sonne aber kurz vorm Verschwinden war, knallte sie noch einmal richtig unter den Wolken hervor, um dann nach dem Untergehen den Himmel in alle Rottöne gleichzeitig zu tauchen. Wahnsinn!
Mit diesem Erlebnis im Kopf und in der Seele schien sich Shirley so zu entspannen, dass sie bei der Rückfahrt nicht merkte, dass neben unserer normalen Spur noch eine Überholspur dazukam. Das ist gerade zum Überholen von LKWs bei steilen Anstiegen sehr hilfreich. Jedenfalls wollte ich genau das tun. Einen LKW überholen, bis plötzlich vom Beifahrersitz hektisch darauf hingewiesen wurde, dass wir Gegenverkehr bekommen. Der Ton wurde schriller und die Nahtoderfahrung stand scheinbar kurz bevor. Die Aufklärung erfolgte, als wir wie von Zauberhand den LKW überholten und der Gegenverkehr entspannt an uns vorbeifuhr.
Ein wenig Aufregung zum Tagesende…








2025.03.30
Die Nächte werden kälter. Wir nähern uns allmählich dem Süden des Nordens, um dann bald in den Norden des Südens überzusetzen. Dann wird die kurzhosige Badelatschenzeit wohl ihrem Ende entgegen gehen. Bis dahin genießen wir aber die warmen Tage.
Der Vormittag wurde auf dem Lake Taupo herumgeschippert. Also wir ließen uns schippern auf einer Dampfbootkopie, die nicht dampfte, aber nostalgisch aussah. Die meisten der Seebefahrer entschieden sich zum Glück für einen modernen Katamaran. Damit waren wir die lauten größeren Gruppen los und konnten die 2 Stunden genießen. Hauptattraktion war eine Felszeichnung der Maori, die schon einiges hermachte.
Vor dem Boot trafen wir mit 2 Urlauberinnen aus Nürnberg zusammen und dabei kamen wir, warum auch immer, auf das Thema öffentliche Toiletten und warum es die Menschen vieler Länder schaffen, diese einigermaßen sauber zu halten und man in Deutschland oftmals nur reinkotzen (sorry, aber Sprache soll ja auch verdeutlichen) möchte. Wir haben das Problem erst einmal für ungelöst betrachtet und uns lieber den schönen Seiten Neuseelands gewidmet.
Der Bootsfahrt folgte ein erneuter Versuch, eine der vielen seismisch aktiven Parks zu besuchen. Wir fuhren zum Waimangu Volcanic Valley. Der Park ist nicht so touristisch und führt ca. 2 Stunden durch verschiedene thermale Landschaftsformen. Wir hatten etwas unterschätzt, was in so einem Tal die Sonne noch für eine Kraft entwickeln kann. Ich suchte jeden Schatten, da ich sonst das Gefühl hatte, die Hitze würde mich niederringen. Natürlich war das auch die erste Wanderung, bei der wir dachten, es ginge mal auf die Schnelle ohne Wasser. Da hat der Gott des Sonnenstichs was anderes mit uns vorgehabt. Am Ende hat er glücklicherweise nicht gesiegt.
Das hat uns dann auch für den heutigen Tag gereicht an Erkundung. Die einzige Erkundung wird die des hauseigenen Hotpots sein und zwar jetzt…








2025.03.31
Wie bei einem entspannten Reisetag plötzlich ungewollte Aufregung entstand…
Nachdem wir 3 Nächte in Taupo verbracht hatten, hieß es mal wieder Abschied nehmen. Sachen gepackt, in den Toyota geschleppt und Fuß aufs Gas. Die nächste Übernachtung führte uns an die Westküste in die Nähe von Stratfort. Unsere Unterkunft ist eine liebevoll angelegte Waldanlage von einem Namibianer und einer Südafrikanerin. Die Grundstücksfläche ist riesig und in der parkähnlichen Anlage sind einige afrikanische Tiere als Metallnachbildung aufgestellt. Zu allen Tieren gibt es dann noch eine kleine Exkursion in Schriftform.
Der Weg Richtung Westen führte über den Forgotten World Highway. Eine sehr wenig befahrene Straße, die sich durch kaum besiedelte Gegenden schlängelt. Wenn man lautstark zu Cypress Hill und (Rock)-Superstar durch die dichtbewaldete Landschaft cruised, kann es einem nur gut gehen. Ich schwöre, ich habe Vögel am Straßenrand gesehen, die zum Rhythmus mitgenickt hatten.
Wir hielten an einer Lavendelfarm und genossen mal wieder einen Kaffee. Die Long Blacks waren bisher größtenteils lecker. Was man über die Süßigkeiten nicht immer behaupten kann. Der heutige Cookie war super, aber andere Backwaren sind nur widerlich süße und schwer. Darum lassen wir dann doch eher die Finger davon.
Der nächste Stopp brachte den ruhigen Tag dann ins Wanken. Wir besuchten den kleinen Ort Whangamomona. Dort konnte man sich von der eigens gegründeten Republik offizielle Stempel in den Reisepass abbilden lassen. Die Einreise in die sicherlich nur bedingt bis gar nicht anerkannte Republik besiedgelten wir mit Schwarzbier für Shirley und Gingerbier für mich. Als wir dann wieder losfahren wollten, erinnerte mich das Fahrgeräusch des Autos an unschöne Momente in Namibia. Ich stieg aus und schaute mich um. Hinten rechts war total platt. Um die Spannung noch etwas anzutreiben, fehlte im Auto auch der Wagenheber. Na geile Sache. Glück im Unglück. Der Inhaber der Bar und ein Angestellter standen uns hilfsbereit zur Seite und der Reifen war dann schnell durch das dünne Ersatzrad getauscht.
Morgen heißt es dann nach Stratford fahren und den Reifen austauschen. Auf sowas habe ich im Urlaub ja immer große Lust. Aber egal. Es ging weiter zu unserer Unterkunft und was uns da erwartete, steht ja oben.
Was mir bei der Freisetzung der Gedanken bei der längeren Fahrt heute noch auffiel. Bei einem Automatikgetriebe kann ein kleiner Strich zwischen sicherem Stehen am Abgrund und einem schwungvollen Satz nach unten entscheiden (P – R). In diesem Sinne. Bis morgen.










2025.04.01
Für alle, die mit der spannenden Roadstory um den zerplatzten Reifen mitgefiebert haben und sich aufgeregt die Finger blutig gekaut haben, wie es mit dieser überaus spannenden Geschichte weitergeht: Der Reifen wurde repariert, wir haben uns einen Wagenheber gekauft und alles zusammen hat uns ca. 50 Euro gekostet. Das Geld hole ich mir hoffentlich von der Mietwagenfirma zurück.
Wir haben uns heute etwas treiben lassen. Wir sind jetzt im äußersten Westen in der Nähe von Stratford. Hier gibt es viele Strände, die vor allem bei Surfern beliebt sind. Einen Strand haben wir nach der Reifengeschichte aufgesucht. Die Wellen waren schon echt ordentlich. Wir haben aber nur 3 Angler gesehen. Surfer waren da keine.
Bei der Fahrt parallel zur Küste hat uns immer der Berg (Vulkan) Taranaki begleitet. Er ist 2518 Meter hoch und nicht auszublenden mit seinem perfekten Vulkankegel. Eigentlich ist die Spitze immer mit Schnee bedeckt. Tja immer war nicht gestern und auch nicht heute. Das morgen dann wieder immer wird, glaube ich nicht. Auch so ist er eine stattliche Erscheinung.
Wir wanderten im Nationalpark Mt. Egmont (wie der Berg von Captain Cook genannt wurde) zu den Dawson Falls. Der Weg führte durch einen üppig bewachsenen Wald mit viel Moos und vielen alten Bäumen. Der Wasserfall lag dann super eingebettet am Wegesrand. Die 1,5 Stunden waren wie in einer anderen Welt. Da wir auch recht spät da waren, hatten wir unsere Ruhe.
Heute steht noch ein afrikanisches Barbecue mit unseren Gastgebern an. Sehr angenehme Zeitgenossen. Da ich schon fleißig Tagebuch geschrieben habe, kann ich mir zur Belohnung bestimmt ein besonders schönes Stück, von was auch immer es gibt, nehmen. Also Mahlzeit.








2025.04.02
Um die aufgeworfene Frage vom Vortag gleich am Anfang zu beantworten: Vulkan war den ganzen Tag in Wolken gehüllt. Ob er darunter eine schneebedeckte Spitze hatte, kann ich somit nicht beantworten. Ich hätte aber so eine Idee.
Das Barbecue vom Vorabend war hervorragend. Viel gegessen, viel geredet, viel gelacht. Sachsen, Schotten, Namibianer und Südafrikaner an einem Tisch. Was haben sie alle gemeinsam? Sie sprechen ihre Sprache mit viiieeel Akzent. Ich würde aber sagen, die Schotten haben gewonnen.
Heute war der erste Tag in unserem Urlaub, an dem sich die Sonne nicht blicken ließ. Dennoch war es bis 24 Grad warm. Wir besuchten die kleine Stadt New Plymouth. Die Stadt am Meer ist stark durch künstlerische Einflüsse geprägt. Wir besuchten die Govett-Brewster Art Gallery und überzeugten uns selbst davon. Ich bin jetzt nicht so der Kunstversteher, aber die Exponate waren sehenswert und regten auch zur Interpretationsfreude an.
Wir kehrten dann der Stadt wieder den Rücken. Das Ziel war der Strand von Oakura. Auch hier wird in der Saison die Welle geritten. Wie schon am Vortag war aber kein Reiter zu sehen. Wir genossen dennoch die gewaltige Kraft des Meeres und immer wieder wird man von der Schnelligkeit der herannahenden Wassermassen überrascht. Die ganze Zeit steht man entspannt mit gesundem Abstand zur Gicht und hauzdi plauzdi (scheinbar gibt es diesen sehr gebräuchlichen Ausdruck für „plötzlich“ gar nicht) sind die Schuhe nass.
Der Weg zum Strand sollte eigentlich mit einem gemütlichen Kaffee verbunden werden. Das Wort „closed“ wird hier aber zu unserem Albtraum. Tage zuvor waren die Thermalquellen „closed“ und jetzt immer wieder Verkaufsstellen von heißem schwarzem Kaffee. Das gemütliche Kaffeetrinken zwischen Mittag und Abendbrot scheint hier jedenfalls nicht geläufig zu sein. Wir fanden dann noch ein Restaurant, wo wir 15 Minuten Zeit für unseren Kaffee hatten. Gemütlich ist anders, aber immerhin Kaffee.
Damit wir uns auch noch etwas bewegen, fuhren wir diesmal an den Nordeingang des Mt. Egmont Nationalparks, um dort den Veronica Loop zu durchwandern. Es gibt Wanderungen, in denen man sich Meter um Meter nach oben schleppt. Den Weg beschwört, dass die Steigung doch nach der nächsten Biegung aufhören möge und man den Gipfel aller Gipfel doch langsam erreicht haben möge. Dies alles um dann am Ende eine tolle Aussicht zu genießen und sich stolz auf die eigene Schulter klopfen zu können, weil die Aussicht jeden Meter Qual wert war. So eine Wanderungen war es nicht. Es fehlte die Aussicht…
Dennoch war es wieder eine wunderbare Erfahrung, trotz der Anstrengung und ohne die erwünschte Aussicht. Die Natur war wieder sehr üppig und es war ein fantastisches Gefühl in aller Einsamkeit diese Pfade zu erkunden. Wir waren jedenfalls sehr zufrieden.
Der nächste Tag kann kommen…








2025.04.03
Die südlichste Spitze der Nordinsel ist mit Wellington erreicht und somit auch der Abschied vom Norden eingeläutet. Die Fahrt dahin dauerte ca. 5:30 Stunden und führte meist durch eher flache Landschaft die stark von der Viehzucht geprägt war.
Der Morgen begann wieder mit leckerem Frühstück im großen Essensraum verbunden mit langen Gesprächen mit unseren Vermietern. Diesmal hatte Amanda mehr Zeit für uns, da Les scheinbar zu tun hatte. Auch wenn ich mich wiederhole: Aber genau solche Unterkünfte mit Menschen, die eine Leidenschaft haben und diese mit anderen teilen möchten, machen einen großen Teil der Erfahrungen auf unseren Reisen aus. Dafür reisen wir.
Wellington ist nochmal eine ganz andere Stadt, als die, die wir bisher kennengelernt haben. Sie zieht sich zwischen den Bergen entlang. Die Fahrt durch die Vororte ist geprägt von engen Kurven, wenig Platz und tollen Aussichten. Eigentlich waren wir schon gut durch für den Tag, entschlossen uns aber dennoch zum Mount Victoria Lookout zu fahren – einmal quer durch die City in bester Rush Hour Zeit. Es war auszuhalten, auch wenn man gemerkt hat, wie quirlig diese Stadt ist. Der Ausblick war auf jeden Fall super. Der Miniausflug gewann noch mit einem Besuch im indischen Restaurant Namaste wortwörtlich an Würze. Sehr sehr lecker.
Da morgen die Fährfahrt in den Süden ansteht, wage ich mir schon einmal einen kleine Rückblick auf den Norden. Wir sind ca. 4.400 km gefahren, hatten 8 Unterkünfte und ich habe ca. 5000 Bilder gemacht. Der Norden war teilweise wie ein endloser Strandurlaub. Die Strände waren herrlich sowie auch die Wälder, die noch naturbelassen waren und uns in Urlaube wie Costa Rica oder Malaysia zurückversetzten. Die Menschen waren freundlich und im Gespräch auch ernsthaft interessiert. Wir waren selten Essen, wenn wir es waren, waren wir sehr zufrieden. Die Preise sind nicht wirklich teurer als in Deutschland. Das Benzin, welches bei der Anzahl an Kilometern ein Faktor ist, kostet ca. 1,30-1,40 Euro pro Liter.
Was mir nicht so gefallen hat, sind die endlosen Weidelandschaften, die gerade bei der jetzt lang anhaltenden regenlosen Zeit das ganze Dilemma zeigen. Sie sind furztrocken. Gefühlt war 80% der Landschaft Weideland. Die meisten Städte sind austauschbar. Es gibt einige wenige, die sich etwas mehr herausputzen.
Trotz der kritischen Worte, aber ganz ausblenden, kann ich sowas einfach nicht, war es eine fantastische Zeit mit tollen einzigartigen Unterkünften und beeindruckender Landschaft.







2025.04.04
Wenn man in einem sehr bequemen Bett liegt und der regengetränkte peitschende Wind an der Fensterscheibe rüttelt, kann einem das normalerweise egal sein oder man hat eine Fährfahrt vor sich. 2,5 Wochen bestes Wetter und wann fängt es an zu schiffen und zu stürmen? Genau dann, wenn man die Unberechenbarkeit der Naturgewalten gar nicht gebrauchen kann. Aber es half ja nix. 6:00 standen wir auf und kurz nach 7 reihten wir uns mit vielen weiteren in mehreren Schlangen ein und warteten auf die Verladung.
Die Fährfahrt dauerte 3,5 Stunden, bot kaum Ausblicke (aufgrund des Wetters, sonst hätte es da schon etwas zu sehen gegeben) und war schlussendlich ruhiger als man bei Windböen bis 70 km/h hätte vermuten können. Gegen 12:30 Uhr war es dann soweit. Die beiden Leipziger Landratten landeten auf der hochgepriesenen Südinsel Neuseelands an. Dem Wetter waren die Vorschusslorbeeren egal. Es tat einfach das weiter, womit es schon den ganzen Tag beschäftigt war.
Es gab aber dennoch immer wieder Aussichten auf die Fjorde, die erahnen ließen, was uns hier erwarten könnte. Leider hatten die großen Wassermengen einige kleine Flüsse zum Überlaufen gebracht, so dass viel Grasland unter Wasser stand. Glücklicherweise waren wir auf unserer Fahrt in den Nord-Westen der Insel (nach Marahau) nicht betroffen. Die 3 Stunden bis dahin zogen sich aufgrund der unruhigen Nacht doch ziemlich.
Die neue Unterkunft knüpft nahtlos an die Plätze mit viel Charme an. Die Buena Vista Apartments liegen in einem baumfarnbewachsenen Wald mit Blick auf das Meer. Wir suchten uns in der touristischen Nachbarbucht einen kleinen Einkaufsladen und genossen dann noch am Strand von Marahau den Sonnenuntergang. Es wäre ein perfektes Erlebnis, wären da nicht diese widerlichen kleinen schwarzen Scheißer von Sandfliegen. So schnell kann man gar nicht reagieren, wie die Sandfliegen sich in deine Körperteile (bevorzugt Knöchel) reinbeißen und im besten Fall noch mit dem Leben davonkommen. Morgen kommt Chemie ans Bein. Sie wollten es ja nicht anders.
Jetzt ist finster und wir sind fertig von einem weiteren aufregenden Tag…







2025.04.05
Geschafft und zufrieden. Eigentlich würde das für diesen komplett fantastischen Tag reichen…
Gegen 7:00 Uhr endete der Weg zur Toilette nicht wie üblich wieder im Bett, diesmal folgte eine Stunde Sonnenaufgang schauen am Fenster. Hier lassen sich die Fenster wenigstens ganz öffnen und nicht wie bei vielen anderen nur ein kleiner Teil nach außen kippen. Das erleichterte eine schmierenfreie bildliche Sonnenaufgangsdokumentation.
Weiter ging es im Abel Tasman Nationalpark. Es gab den Kaffee nach dem Kaffee in einer tollen und chilligen Atmosphäre mit Blick Richtung Meer und einer frischen Brise durch die riesigen offenen Fenster. Unser Wanderweg führte uns 14 Kilometer an Stränden vorbei, durch dichte Wälder, an wilden kleinen Flussläufen vorbei und endete am Anchorage Bay, wo wir 16:00 Uhr mit dem Wassertaxi zurück in unsere Bucht düsten. Auch wenn zum Wochenende der Weg gut begangen war und der Strand zahlreich besucht, war es eine fantastische Wanderung.
Was gab es ansonsten noch?
Die Neuseeländischen Fächerschwanz Vögel sind lustige kleine fliegende Zeitgenossen. Die nähern sich enorm dem Menschen und flattern interessiert um ihn herum. Dabei spreizen sie ihren Schwanz, um wendiger zu sein. Heute flog auch 2x einer mit in die Wohnung. Wollte sicher mal checken, ob auch alles in Ordnung ist.
Ohne Grund ging der Feuermelder in der Wohnung los. Auch mal eine Erfahrung und diese kam so erschreckend plötzlich.
Das Wassertaxi, welches uns zurückbrachte, fuhr am Strand auf einen Hänger und wurde durch einen lustigen blau weißen Traktor mit den Passagieren an Board über die Straße geschippert. Amphibienfahrzeug mal anders.
Heute war von den bisherigen tollen Tagen ein noch etwas tollerer.









2025.04.06
Der Tag war heute dreigeteilt. Die Zeit, in der es noch so aussah, dass man ohne Sonne dennoch die Gegend erkunden konnte, der kurze Ausflug zum Abendessen und die restliche Zeit, in der man das Gefühl hatte, es würde immer so weiter schiffen. Was ist eigentlich die Steigerung von schiffen?
Erst einmal war Zeitumstellung von Sommer- auf Winterzeit. Somit schmolzen die 12 Stunden Zeitunterschied vom Anfang der Reise auf nunmehr 10, da vorher ja in Deutschland auf Sommerzeit umgestellt wurde. Leider ist die Umstellung in Neuseeland eher vom Nachteil für uns. Bisher ging gegen 7:00 Uhr die Sonne auf und gegen 19:00 Uhr wieder unter. Somit mussten wir nicht so früh raus und zum Abend hin war es auch lang genug hell. Jetzt geht die Sonne gegen 6:00 Uhr auf und gegen 18:00 unter. Die Sommerzeit passte jedenfalls besser in unseren gewohnten Tagesablauf.
Der Morgen war auf jeden Fall wieder sehr schön anzusehen. Dann verabschiedete sich die Sonne aber auch bis auf Weiteres. Wir fuhren nach dem Frühstück und der gewaschenen Wäsche kurz zu einem Kaffee in den Nationalpark und dann weiter zum Split Apple Rock. Wie der Name vermuten lässt, ist da ein Stein in mindestens zwei Hälften geteilt. Und diese Teile könnten einem Apfel gleichen. Und die Bucht, die dies umrahmte war auch sehr hübsch gelegen.
Meine Bemerkung mit den Toiletten bekam heute die Ausnahme von der Regel. Vor dem Strand stand eine kleine Komposttoilette. Die Fliegen, die sich in sie hineinverirrten, bezahlten dies mit dem Leben. Ob es am Gestank oder an ihrer abgelaufenen Lebenszeit lag, war nicht zu erfahren. Da der Drang nach Erleichterung groß war, half es leider alles nix. Die Erleichterung wollte sich aber aufgrund der Umstände auch nach getaner Arbeit erst einmal nicht einstellen. Weiter gehe ich hier mal nicht ins Detail. Anfragen beantworte ich dann direkt. 🙂
Nach dem kleinen Abstecher zum gespaltenen Apfel bestand der Tag bis zum Abendessen, es gab lecker Pizza aus dem Holzofen, aus Regen, Regen, Regen. Das Gefühl, wenn man denkt, es regnet jetzt am Anschlag und dann wird es noch einmal mehr, war zwischen Bewunderung und Ehrfurcht. Es schüttete jedenfalls einige Stunden wie aus Kübeln. Die Wellblechdächer untermalen den Regen natürlich noch einmal hervorragend.
3 Wochen sind nunmehr schon um und 3 Wochen liegen noch vor uns.









2025.04.07
Es gibt so Orte, da hat man das Gefühl, die wollen einen nicht bei sich haben. Dieser Ort war in unserem Fall der Wharariki Beach. Einer der Hotspots im Süden der Insel. Viele kennen die Felsen vom Bildschirmhintergrund vom Windowsbetriebssystem. Es fing damit an, das es so stark regnete, dass die Zufahrt unserer Vermieter, so durchnässt war, dass einige Stellen auch mit Allrad schwierig zu befahren waren. Also hatten wir die 2 Nächte schon mal auf eine Nacht gekürzt, da am Montag wohl der Bagger kommt und das Problem temporär beheben kann. Da es nach einem Tag Pause am Sonntag aber weiterregnete, stand auch das auf der Kippe.
Wir kamen dann an der Unterkunft an, die Straße war tatsächlich nicht ganz einfach zu befahren. Auf dem Weg zum Strand, es war erst gegen Abend Regen angesagt, fing es nach einigen hundert Metern an zu regnen. Dazu wehte die ganze Zeit ein kräftiger Wind. Da ich, clever wie ich bin, die Regensachen im Auto hatte, sind wir nochmal zurück und haben das nötigste mitgenommen oder gleich angezogen. Dann ging es voran. Wir erblickten einige der Felsen am Horizont und bevor das erste Bild im Kasten war, schiffte es aus allen Rohren. Zum Glück dauerte der Regen dann nicht ewig an und wir kamen zum Strand. Mega!!! So eine Formation von Felsen habe ich noch nicht gesehen.
Eigentlich hätte man am Strand auch zu den bekannteren Felsen laufen können, dafür war die Flut aber schon zu weit fortgeschritten. Also wieder hoch und über einen anderen Weg nochmal zum Strand. Und auch da war es grandios. Wir blieben bis zum Sonnenuntergang. Der Wind peitschte den Sand ab und an nach oben. Ich hatte eine Begegnung mit einer Robbe in einer Höhle. Sie war genau so erschrocken wie ich. Und manchmal gibt es Zufälle.
Ich folge auf Instagram seit einigen Jahren einer Landschaftsfotografin aus Neuseeland. Am Strand lief dann eine Frau, die ihr ähnlich sah und auch mit der Marke fotografierte, die sie nutzt. Normalerweise bin ich ja nicht so der Fanboy-Anlaberer, aber der Zufall war mir einfach zu groß. Also allen Mut zusammengenommen und angesprochen. Und ja, sie wars. Ich folge sonst niemanden aus diesem Land hier auf Instagram. Verrückt.
Ansonsten viel Wetter und viel Erschöpfung und noch mehr Zufriedenheit…
Und mit Te Waikoropupu Springs das erste Mal in meinem Leben eine Wasserquelle gesehen. Auf dem Boden der Quelle leuchtete alles in gigantischem Blau.
Was für ein Tag.










2025.04.08
Der ruhige Tag mit der Fahrt nach Saint Arnaud ins Alpine Neuseeland endete dramatisch.
Wir aßen in unserem Hotel (Alpine Lodge) ein hervorragendes Abendessen. Ich hatte Lamm und Shirley Pulled Pork auf koreanische Art. Dann ging es ans Bezahlen. Meine Kreditkarte machte mit älteren Kartenlesegeräten schon ab und an mal Ärger, doch jetzt wollte die Karte endgültig nicht mehr. Erst hatte ich 2x die falsche Pin eingegeben. Der Apple-Cider hatte mich nach nem langen Tag ordentlich mitgenommen. Als ich dann die richtige hatte, ging es dennoch nicht. Also mit meinem letzten Bargeld, welches bis dahin nirgends notwendig war und nur zum Vergnügen ab und an genutzt wurde, bezahlt. Gleich die Bank kontaktiert. Die Karte hätte zu viele Magnetstreifeneinsätze und müsste getauscht werden. OOOOOKKKKK…
Tauschen war schonmal keine Option. Der nächste Geldautomat war 1 Stunde entfernt. Wir brauchten die Karte für die Fährüberfahrt zum Wandern am nächsten Morgen, wir brauchten die Karte fürs Benzin und wir brauchten Bargeld für die nächste Übernachtung. Mitten in der Nacht, ich konnte natürlich nicht schlafen, fiel mir dann ein, ich könnte meine Karte ja ins iPhone einpflegen und so bezahlen. Und was soll ich sagen: Apple hat uns vielleicht nicht den Urlaub gerettet, aber immerhin die nächsten Tage erleichtert. Hatte ich so auch noch nie.
Die Umgebung von Saint Arnaud gehört zum Nelson Lake National Park und wir sind direkt am Lake Rotoiti. Gestern haben wir dann noch den Lake Rotoroa besucht. Der Dauerregen hat zu einigen sehr nassen Stellen im Wald geführt. Der See selber liegt eingerahmt zwischen hohen Bergen und fühlte sich wie das Ende der Welt an.
Mit der Aufregung in der Nacht starten wir dann heute in den Wandertag…







2025.04.09
Das Dilemma mit der Kreditkarte hatte sich mit der Umstellung aufs Smartphone zum größten Teil erledigt und der Probelauf mit einem Kaffee am Morgen lief reibungslos. Wenn es da nicht den Fährmann gegeben hätte, der die berührungslose Transaktion nicht anbot. Wahrscheinlich sind ihm die Kosten zu hoch. Wir hatten also keine Möglichkeit, die Fährfahrt zu bezahlen. Überweisung ging auf die Schnelle auch nicht, da Neuseeland nicht mit in dem IBAN-Abkommen ist.
Wir waren insgesamt 6 Personen, die mit dem Boot übersetzen wollten. Es boten dann zwei Spanier an, die Kosten erst einmal zu übernehmen. Es ging um ca. 40 Euro und wenn sie von ihrer 7 tägigen Wanderung wiederkommen, klären wir dann per Mail oder Whatsapp, wie wir die Kosten begleichen. Da ist man schon sehr positiv angetan, dass einem sowas angeboten wird. Jedenfalls konnten wir dann erst einmal losfahren.
Wir hatten den Ausgangspunkt unserer Wanderung per Boot erreicht. Das Wetter war perfekt. Es war zwar frisch, aber mit der Sonne dann auch wieder warm. Der Weg am See entlang war sehr abwechslungsreich. Er bot von Dschungel, über wassergetränkte Passagen und Boardwalks alles mögliche an. Auch durften wir 3 Flussläufe durchqueren.
Wir waren schon gut fertig wieder im Hotel angekommen, entschlossen uns aber zum Sonnenuntergang nochmal an den See zu fahren. Leider waren nur wenige Wolken da, die das Licht reflektieren konnten. Dennoch ergab es eine tolle Stimmung.
Nach dem wieder einmal hervorragendem Abendessen, auch das Frühstück am Morgen war fantastisch, fuhren wir nochmal zum Steg, um Sterne zu fotografieren. Das ging nur so leidlich, da der Mond derzeit ein enormes Licht erzeugt.
Die Aufregung des Vortags hatte sich jedenfalls am Ende des Tages komplett gelegt. Dadurch, dass auch Shirley die PIN ihrer Kreditkarte gefunden hatte, hatten wir wieder alle Möglichkeiten zu bezahlen. Wenn ich heute nicht gut schlafen kann, weiß ich auch nicht.







2025.04.10
Heute war der Tag der Fluss- und Meerpanoramen. Wir fuhren nach einem erneuten leckeren Frühstück und einem Pläuschchen mit einer australischen Familie weiter in Richtung der West Coast. Dabei fuhren wir fast die ganze Zeit am Buller River entlang, der ständig sein Flussbett wechselte und damit für immer neue Aussichten sorgte.
Ziemlich am Anfang der Fahrt wurde es dann etwas nervenkitzlig. Man kann über eine Hängebrücke den Buller River überqueren. Meine anfängliche Unbesorgtheit veränderte sich nach den ersten Metern in leichte Aufgeregtheit. Die Brücke war sehr schmal, schaukelte etwas vor sich hin und war nach unten hin durchsichtig. Die Höhe selber stört mich nicht, aber wenn ich so vor mich hinschwinge beim Laufen und auch nur eine Hand habe zum Festhalten, in der anderen war natürlich die Kamera, dann laufe ich doch nicht ganz felsenfest über solchen Brücken. Für Shirley ist das dann noch aufgrund der Höhe ein Herausforderung. Sie kam aber tapfer am anderen Ende an. Da musste ich ihr dann aber erklären, dass der Rückweg genau der selbe sein wird, nur gegen die Sonne. Das war ihr nicht ganz klar gewesen, aber nach einem Blick auf die große Karte sah sie keine wirkliche Alternative. Beim Zurücklaufen ging es dann aber schon wie von selbst.
Highlight der heutigen Fahrt war die eigentliche West Coast. Sie ist recht wild und von viel subtropischem Wald umgeben. Es fühlte sich mal wieder wie in Thailand oder Malaysia an. Zum Ende der Reise kamen wir dann noch zu den Pancake Rocks. Das sind Felsformationen, die wie aufeinandergestapelte Pancakes aussehen sollen. So sahen sie in der Tat auch aus. Noch beeindruckender war aber die See, wie sie in die offenen Gesteinsformationen hineinknallte und die Geräusche, die dabei entstanden.
Der Tag ging dann im Haus von Karen und Nigel zu Ende, wo wir mit den beiden zu Abend aßen und mit lebhaften Diskussionen über Tourismus in Neuseeland und seine Folgen in die Nacht übergingen.









2025.04.11
Heute wurden wieder Brücken überquert. Diesmal gehörte die stabilere und wesentlich breitere Hängebrücke zum Hokitika Gorge. Eine Schlucht, die mit Gletscherwasser gespeist wird und somit fast türkis blaues Wasser in sich trägt. Die Farbe war gigantisch und gerade wenn die Sonne ab und an mal herauskam, knallte es so richtig.
Bevor wir diesen kleinen Abstecher von unserer Route nach Fox Glacier in Angriff nahmen, fuhren wir noch einmal zu den Pancake Rocks. Nigel, unser Gastgeber vom Vortag, meinte, es wäre Zeitverschwendung, da noch einmal hinzufahren, da die Flut und somit auch die Wellen in den Felsspalten sich nicht vom Vortag unterscheiden würden. Da hat sich der gute Mann aber ordentlich geirrt. Es war ein fantastisches Schauspiel, wie die Wellen zwischen den Felsen hineinpeitschten. Wir waren froh, die paar Kilometer noch einmal investiert zu haben.
Der Weg auf dem Glacier Highway nach Fox Glacier zog sich zwar etwas, die Ausblicke auf die Berge waren aber die Mühe wert. Im Ort selber suchten wir dann die Gletscher. Da waren wir wohl etwas verwöhnt, von unseren Islandbesuchen, da wir den Gletscher mehr Richtung Straße vermutet hatten. Nach einer Irrfahrt, die eigentlich zum Glacier Viewpoint führen sollte und uns bis ans Meer brachte, sahen wir den Gletscher noch schemenhaft im Dunkeln. Das waren ca. 30 Minuten Autofahrt, anstatt der 6 Minuten die der Viewpoint dann tatsächlich von unserer Unterkunft entfernt war.
Wir hoffen dann mal auf den kommenden Tag und aufklarendes Wetter.








2025.04.12
Der Morgen begann regnerisch und zugezogen. In unserem Zimmer war es recht frisch und es gab keine Möglichkeit zu heizen. Beim Frühstück im riesigen Wohnzimmer unserer Gastgebern Jill und John war es dann leider nicht viel wärmer. Also mussten wir durch Essen und Gespräche mit den Gastgebern selber Wärme produzieren. Das Frühstück und die Gespräche waren gut und unterhaltsam, Wärme erzeugte es dennoch nicht.
Der Regen hörte dann gegen 10:30 Uhr auf und wir traten die erste von unseren beiden geplanten kleinen Wanderungen an. Diese führte uns zum Fox Glacier Lookout. Ein recht einfacher und breiter Weg. Früher konnten hier scheinbar die Autos noch fast bis zum Lookout fahren. Wir versüßten uns den Weg noch mit einem kleinen Abstecher zum Moraine Walk. Dort war wieder der üppigste subtropische Wald zu bewundern und wir waren auch fast allein.
Wenn wir den ganzen Tag Revue passieren lassen, müssen wir feststellen, dass wir mit der Wanderung zum Gletscher viel Glück hatten, da er frei sichtbar war und nicht mit Wolken behangen. Am restlichen Tag hingen dicke Wolke im Berg. Es regnete zwar nicht, aber es gab auch nix zu sehen, was wie ein Gletscher aussehen konnte. Wir genossen unsere freie Sicht auf jeden Fall.
Die zweite Wanderung ging dann um den Lake Matheson. Wenn die Berge sichtbar sind, spiegeln sich in dem See der Mount Cook und der Mount Tasman. Wie ich schon angedeutet habe, waren die Voraussetzungen für eine astreine Spiegelung nicht gegeben. Morgen sollte schon ab früh die Sonne scheinen und es klar sein. Da werden wir es nochmal versuchen. Die Wanderung selber war aber fantastisch mit viele Natur und einigen neugierigen Vögeln am Wegesrand.
Damit war unser Tag gut ausgefüllt. Wir hatten noch den Sonnenuntergang im Blick, der schaffte es aber dann nicht mehr, uns aus dem Zimmer zu bekommen.
Ich habe mir am Anfang der Reise eine Mobilfunkkarte für Neuseeland geholt, damit man nicht die unverschämten Preise von Vodafone für ein paar Megabyte am Tag zahlen muss. Das funktioniert prächtig und zu einem guten Preis. Geil ist aber, dass ich täglich 2x aus Australien angerufen werde und auch regelmäßig SMS bekomme, mit irgend einem Werbeschrott oder Fishing-Nachrichten. Der Anbieter ist Spark. Da ich die Nummer nicht weitergegeben habe, scheint diese dann recht schnell von der Mobilfunkfirma verhökert zu werden oder wie auch immer diese Firmen an die neuen Nummern kommen. Das nervt schon ein wenig.
Was auch nervt, sind die unablässig vorhandenen kleinen Mistfliegen, die einen ständig beißen oder stechen (was es genau ist, weiß ich gar nicht). Man bekommt sie immer nur mit, wenn es zu spät ist. Dann ist Jucken für die nächsten 2-3 Tage vorprogrammiert. Das ist sicher im Sommer noch einen Zacken schärfer hier.









2025.04.13
Der Wecker war auf 7:30 Uhr gestellt. Meine innere Unruhe ließ mich aber schon 6:45 Uhr munter werden und einen Blick nach draußen werfen. Der Morgen schien großartig werden zu wollen. Ich legte mich nochmal kurz hin und dann trieb mich der Drang zum Fotografieren aus dem Bett. Der Weg war klar. Wieder zurück an den Lake Mathosen und auf eine geile Spiegelung der jetzt freien Berge hoffen.
Der Weg bis zum Carpark war schnell gefahren. Der Pfad um den See zog sich dann etwas. Dafür war ich mit einer Gruppe junger Frauen allein am Aussichtspunkt und was soll ich sagen: Spieglein Spieglein auf dem See… Die eine Stunde, die ich bis zur Rückkehr zum Frühstück hatte, nutzte ich ausgiebig. Die Sonne kam dann noch hinter den Bergen hervor und knallte in den Bodennebel hinein. Magisch.
Nach dem Frühstück und einer ausgiebigen Gesprächsrunde mit Jill und John fuhren wir noch einmal zum See und umrundeten ihn bei bestem Wetter. Wir hätten uns aber nicht mehr Zeit lassen können. Nach der Hälfte der Seeumrundung waren die Berge wieder mit Wolken überzogen. Das geht echt fix hier. Wir hatten aber alles im Kasten.
Der heutige Weg führte uns weg von der Küste, hinein ins Hinterland an den Lake Wanaka. Immer wieder zeigten sich die Berge von ihrer besten Seite. 2 Wasserfälle lagen auch auf dem Weg.
In unserer neuen Unterkunft, etwas außerhalb von Wanaka, war versehentlich noch nicht alles hergerichtet. In der Zeit, wo dies nachgeholt wurde, gingen wir zum See. Die Wellen ließen uns wie am Meer fühlen. Der Sonnenuntergang gab dann alles und ließ den Himmel rot erleuchten. Uns geht es gut!








2025.04.14
Gegen alle regnerischen Vorhersagen begann der Tag zwar windig, dafür aber auch sonnig. Also ging es vor dem Frühstück nochmal zum See, immer mit der Angst im Rücken, es könnte jeden Moment anfangen zu regnen. Es hielt aber tapfer durch und wir konnten die tolle Stimmung über dem See genießen.
Dennoch war heute Schlechtwetter-Programm angesagt, da es früher oder später mit dem Regen losgehen und dann auch nicht so schnell wieder aufhören sollte. Wie fuhren in Richtung Queenstown und besuchten vorher das kleine Städtchen Arrowtown. Arrowtown war, wie viele andere Orte hier in der Region, zu Zeiten des Goldrausches entstanden. Es besitzt eine Straße mit vielen renovierten Häusern aus der Zeit, eine kleine Ansammlung an alten Häusern, die die chinesischen Arbeiter gebaut hatten und viele viele Touristen, die sich das alles anschauen wollten. Wir gehörten auch dazu.
Irgendwie war es trotzdem auszuhalten und das Kaffee, was wir uns für die Überbrückung des ersten Regens suchten, war auch gemütlich. Die kleinen Häuser der Chinesen waren wirklich interessant. Die Gastarbeiter wurden nach dem eigentlichen Goldrausch ins Land geholt, um noch nach den restlichen Überbleibseln zu schürfen. Für die sicherlich harte Arbeit durften sie dann in kleinen dunklen Löchern direkt am Felsen vegetieren. Das erinnerte mich an Kanada. Da wurden die Chinesen zum Bau der Eisenbahn ins Land geholt und als sie fertig waren, wieder hinausgeschmissen.
Der Regen setzte nun endgültig und dauerhaft ein. Wir fuhren nach Queenstown und besuchten den Kiwipark. Hier gibt es abgedunkelte Gehege, in denen man die seltenen Vögel doch einmal zu Gesicht bekommen kann. Wir sahen 2 dieser putzigen und doch recht großen Vögel. Leider sind sie in freier Wildbahn kaum zu sehen. Sie sind aufgrund von eingeschleppten Tieren wie Ratten, Possums und Marder stark dezimiert. Außerdem sind sie erst im Dunkeln unterwegs.
Da es immer stärker regnete und der Park auch größtenteils Freigehege hatte, entschlossen wir uns, wieder nach Hause zu fahren und den Rest des Tage entspannt in der Hütte zu verbringen. Teuer genug sind die Unterkünfte im Süden, da kann man sie auch mal nutzen. Morgen soll der Regen dann wieder Geschichte sein. Wir haben Hoffnung…









2025.04.15
Heute fangen wir einmal mit Bildeindruck und Wirklichkeit an. Der Wanaka Tree gehört wohl zu den meistfotografiertesten Bäumen der Welt. Er vermittelt eine einsame Ruhe mitten in der Natur. Die Wirklichkeit sieht man rechts daneben. Der Baum befindet sich ca. 3 Meter vom Strand entfernt im Wasser und es ist die Hölle los. Er ließ sich zwar recht problemlos trotz der Massen fotografieren, aber auch beim 2. Besuch am Abend hielt der Andrang an. Man kann nur vom Glück reden, dass er im Wasser steht und somit nicht ständig jemand auf oder neben ihm rumklettert.


Heute war ein wilder Tag. Zuerst versuchte ich die 80 neuseeländischen Dollar, die uns das spanische Paar ausgeliehen hatte, per Bargeld in ihrer Bank (der ANZ) auf ihr Konto zu überweisen. Geht nicht. Geldwäschegesetz oder so etwas.
Dann waren wir beim Wanaka Tree. Story dazu steht ja schon oben.
Als absolutes Highlight des Tages bestiegen wir dann den Rocky Mountain und kamen dabei am Diamond Lake vorbei. Ich hatte ja letztens geschrieben, wie geil solche Wanderungen sind, bei denen man sich den Berg hochquält und beim letzten Mal leider keine Aussicht hatte. Die Quälerei war diesmal bedeutend größer, dafür war die Aussicht grandios. Ich glaube seit den Lofoten und den Dolomiten habe ich nicht mehr so eine faszinierende Aussicht genossen. Wahnsinn.
Die Wanderung hatte mich dann aber auch total fertig zurückgelassen. Im Bungalow musste ich erst einmal wieder etwas Kraft sammeln, damit wir noch zum Abendessen in die Stadt fahren konnten. Bei mir lassen auch die Augen stark nach, wenn ich kaputt bin. Nach dem leckeren Lammburger in der Rhyme X Reason Brewery war der Akku aber wieder halbwegs aufgeladen. Shirley trank sich durch einige Biersorten (4 um genau zu sein – als Verkostung) und ich genoss meinen Cider.
Ein letzter Ausblick zum Wanaka Tree zeigte von der Anzahl der Personen keinen Unterschied zum Vormittag. Aber egal. Bild gemacht – leider war kein Sonnenuntergang und ab nach Hause.







2025.04.16
Ein Tag, der ohne große Erwartungen startet und mit weiteren tollen Bildern endet. So kann das doch immer sein, auch außerhalb des Urlaubs.
Nach der etwas anstrengenden Wanderung vom Vortag war heute ein wenig Umgebungserkundung angesagt. Umgebung in dem Fall war bis nach Glenorchy, welches ca. 120 km von uns entfernt liegt. Dabei fuhren wir durch Queenstown. Bisher hatten wir Queenstown nur am Rande gestriffen, als wir im Kiwi Park bei Regen waren. Jetzt haben wir es in voller Breitseite erlebt. Die Stadt mag ihren Reiz haben, ein funktionierendes Verkehrskonzept hat sie jedenfalls nicht. Es könnte gut sein, dass der Verkehrsplaner derselbe ist, der auch bei uns in Leipzig sein Unwesen treibt. Die wenigen Straßen, die dieser Ort hat, waren jedenfalls verstopft. Die Hinfahrt ging ja noch, aber bei der Rückfahrt war es ne Katastrophe.
Die Lage am Lake Wakatipu ist aber traumhaft.
Die Fahrt nach Glenorchy hatte sich dennoch vollauf gelohnt. Alleine in dem kleinen Ort gab es eine Wanderung, bei der man die Landschaft bewundern konnte. Die hohen Berge der Umgebung wurden mit herbstlichen Farben umrahmt. Es waren auch nur wenig andere Touristen diesen Weg gelaufen. Eine Reihe Asiaten (ich tippe auf Chinesen) fügte sich nahtlos auf dem Boardwalk in die Umgebung mit ein. Es ist immer wieder lustig zu sehen, wie der Fotograf der Gruppe, der auch gleichzeitig Animateur sein muss, alle genaustens anweist, damit die richtigen Posen vor den tollen Panoramen gemacht werden können. Und alle machen mit.
Auf dem Rückweg fuhren wir noch mit der Gondel auf eine Bergstation. Leider war die Möglichkeit, sich frei auf dem Berg zu bewegen, sehr eingeschränkt. Es reichte für ein Paar schöne Ausblicke. Ansonsten war das ganze Unternehmen sehr auf Geldmacherei ausgelegt. Ein Bungie Jump da, eine Sommerrodelbahn dort und natürlich Geschäfte für Krimskrams. Und es war recht voll und wuselig.
Für den kleinen Dämpfer nach der tollen Wandererfahrung wurden wir dann aber bei der Überquerung des Passes zurück nach Wanaka von einem traumhaften Sonnenuntergang belohnt. Es war so unfassbar rot am Horizont. Zum Glück hatte die Passstraße genügend Haltebuchten.








2025.04.17
Wir lassen Wanaka hinter uns und schließen damit ein weiteres Kapitel unserer Reise. Der nächste Stopp lautet Te Anau. Der kleine Ort dient als Einfallstor zu den Mildford Sounds und ist somit ein Teil der beeindruckenden Fiordlands (Das „i“ ist kein Versehen. Wird hier so geschrieben).
Die Tage in Wanaka sind wieder verflogen. Die Landschaft ist herrlich. Queenstown ist den Massen an Touristen nicht gewachsen. Unser Bungalow war leider meist zu kalt. Irgendwie haben die Neuseeländer eine andere Empfindung was Wärme angeht. Jedenfalls rennen vielen auch bei 10 Grad noch mit kurzen Hosen herum. Selbst Kinder sind da nicht wärmer angezogen. Uns verweichlichten Westeuropäern wird dann doch mal kalt und ich mag es überhaupt nicht, wenn ich ständig friere in der Wohnung.
Der Weg nach Te Anau war eher unspektakulär und dauerte etwas über 3 Stunden. Zum Ende hin gab es aber einen Stimmungsaufheller in Form einer sehr sehr leckeren Zimtschnecke auf einer Farm. Normalerweise teilen wir uns das süße Gebäck, aber in dem Fall war das Teilen keine Option.
Wir waren dann ca. 14:00 an der neuen Unterkunft und hatten viel Spaß mit unserer Vermieterin Lisa. Die war nur kurz da, erklärte uns alles, mähte den Rasen auf 5 mm und fuhr wieder zurück auf ihre Farm, die ca. 1 Stunde südlich gelegen ist. Da wir bisher noch nicht viel Tolles gesehen hatten und die Messlatte sehr hoch lag, fuhren wir noch zum Milford Sound.
Es handelt sich dabei um einen Fjord, der 120 km von Te Anau entfernt liegt. Die Straße dahin soll durch atemberaubende Landschaft führen. Über die Jahre wird der Ort aber, wie gefühlt alle schönen Orte auf der Welt, von Menschenmassen heimgesucht. Zeitlich lag unsere Fahrt aber so perfekt, dass die Massen uns entgegenkamen und wir eine erstaunlich ruhige Fahrt hatten. Auch im Fjord selber waren wir zur Abendstimmung fast allein. Die Vorschusslorbeeren waren auf jeden Fall gerechtfertigt. Die Landschaft war der Hammer.
Die Fahrt zurück durch die Dunkelheit war dann etwas angespannt, da man immer mit todesmutigen Tieren rechnen muss, die einem plötzlich von der Mitte der Straße mit großen Augen anschauen. Wir sahen 2-3 Stück, da es aber nie gerumpelt hat, dürften alle unversehrt den Weg nach Hause geschafft haben. Geschafft waren wir nach diesem Tag auf jeden Fall.









2025.04.18
Ich muss den Tag mal mit einer Lobpreisung für das wichtigste Nahrungsmittel auf unserer Neuseelandreise beginnen. Die Möhre. Die Möhren sind hier aufs äußerste saftig und geschmackvoll. Jeden Tag wird zur Mittagszeit eine Dose mit frisch geschälten und in handliche Stücke geschnittene Möhren aufgemacht und der Inhalt verzehrt. Wenn ich da schon wieder an unsere trockenen Möhren von zu Hause denke. Und ja, auch die Bio-Möhren sind bei uns oftmals nicht so dolle.
Te Anau ist zum Glück recht beschaulich. Ein Spaziergang am Morgen am See entlang bestätigte den ersten Eindruck. Es sieht hier ein wenig so aus, als ob man in den 80igern oder 90igern in den Ort investiert hat und es dann hat auslaufen lassen. Viele merkwürdig anmutende Betonbauten weisen darauf hin. Dafür hat man hier größtenteils seine Ruhe.
Das Wetter ist etwas launisch gerade und zeigt vor allem sehr selten sein sonniges Gesicht. Dennoch kann man bei ca. 14 Grad gut durch die Gegend wandern. Eine kleine 2,5 stündige Wanderung einen Teil des Kepler Tracks entlang war wieder fantastisch. Diese moosüberzogenen Wälder wirken wir in einer anderen Welt. Der Regen wartete, bis wir wieder zurückgekehrt waren. Wir ließen uns anschließend in einem Kaffee nieder.
Der Rest des Tages war dann eher ruhig. Wir haben, Dank eines Hinweises, dass die letzte 7 vs. Wild Staffel in unserer Nähe gedreht wurde, die Serie für uns entdeckt. Es ist eine Mischung aus Bewunderung, bei der Kälte auszuharren, und Verstörung, wie manche Menschen überhaupt überlebensfähig sind. Ab und an fühlt man sich ganz gut unterhalten. Was will man mehr.
Ansonsten knattert das Feuer gemütlich im Wohn- und Essraum vor sich hin. Da die Häuser und vor allem die Fenster so gut wie keine Wärmeisolierung kennen und auch keine festen Heizer vorhanden sind, sind wir auf die Wärme des Feuers und einen kleinen Bodenheizlüfter, der seine Arbeit überraschend gut verrichtet, angewiesen. Wenn aus dem Qualm des ersten feuchten Holzscheites eine sichtbare Flamme hervortritt, ist die kuschlige Wärme nicht mehr weit.
Frohe Ostern!









2025.04.19
19:36 Uhr Ortszeit, das Feuer knistert, die Bilder sind durchgeschaut und es ist Zeit für ein Tagesresümee.
Meine Wetterapp sagte für Te Anau in einm Zeitfenster zwischen 12:00 und 15:00 Uhr Sonnenschein voraus. Das ist erst einmal natürlich nicht schlecht, leider bringt einem diese Information nur bedingt etwas. Meistens haut die Wetterapp eh nicht hin und dann kommt noch dazu, dass unsere heutige Wanderung zum Key Summit ca. 80 km entfernt lag. Wir nahmen die Vorhersage aber mal als gutes Omen und fuhren gegen 10:00 Uhr los.
Auf der Wanderung trafen wir dann einen 19 jährigen Deutschen, der 3 Monate auf Neuseeland verbringt und in seinem Auto übernachtet. Also er übernachte in einem normalen PKW. Wir verstanden uns jedenfalls gut und wanderten die 3 Stunden gemeinsam. Der Weg war recht einfach zu laufen und bot herrlich vermooste Wälder, die aber wieder ganz anders waren, als die vom Vortag. Als wir dann oben angekommen waren und auf eine geile Aussicht hofften, fing es aus der Wolke, die sich nach oben geschoben hatte, zu regnen an. Das nervte zwar etwas, dafür gab es auf dem Rückweg mystische Nebelwaldatmosphäre.
Wieder in Te Anau angekommen aßen wir zum späten Nachmittag schon beim Vietnamesen unser Abendessen. Die Sonne lachte uns entgegen, als wir das Restaurant verließen. Leider war sie aber nicht so gut gelaunt, dass sie uns am See einen Sonnenuntergang mit Farbe bescheren wollte. Die Wolken übernahmen die Oberhand über den Himmel und wurden auch nicht mehr mit Abendlicht angestrahlt. Ein schöner Tagesausklang war es aber allemal.
Das heutige Nebenthema betrifft diesmal das Toilettenpapier in Neuseeland. Dünn, dünner, neuseeländisches Toilettenpapier. Heute hatte ich welches, wo die Dünne durch einige eingearbeitete Löcher im Papier auf die Spitze getrieben wurde. Richtig geil wird es dann, wenn man das Toilettenpapier kaum aus den Spender bekommt. Der besteht aus einer riesigen Rolle, an der man am Ende zieht. Leider ist die oft so schwergängig, dass man das Toilettenpapier nur zentimeterweise rausbekommt. Dritte Welt – also in Bezug auf Toilettenpapier.









2025.04.20
Ostersonntag und Shirleys Geburtstag fielen heute zusammen. Wenn wir eine feuchtfröhliche Party hätten feiern wollen, wäre das schwierig geworden, da in Neuseeland zum Ostersonntag Alkohol nur zum Essen ausgeschenkt werden darf. Ein Absacker an der Bar wäre somit nicht möglich gewesen.
Nach dem gemütlichen Geburtstagsfrühstück mit Spiegelei und knusprigem Schinken genossen wir die Sonne am See. Es war einige Tage her, dass wir so viel Sonne auf einmal hatten. Die Temperaturen sind mit 17 Grad auch sehr angenehm im Moment. Wir hatten vor, zum Marian Track zu fahren und ca. 3 Stunden zu wandern. Dafür muss man ungefähr 1 Stunde Richtung Milford Sound fahren.
Wir fuhren bei allerbestem Sonnenschein los und nach 20 Minuten hatten wir Blickkontakt Richtung Milford Sound. Dort hingen nur die allerdunkelsten Wolken über den Bergen und es fing an zu regnen. Da wir uns erst wieder an die Sonne gewöhnt hatten, kehrten wir um und verbrachten den Tag in Te Anau.
Wir besuchten einen kleinen Vogelpark und suchten uns danach ein Kaffee. So viel Auswahl gibt es hier aber nicht und wir landeten in einem Restaurant names Redcliff. Auf dem Dach stand noch Redcliff Cafe. Das muss aber eine Weile hergewesen sein, weil jetzt war es kein Cafe mehr.
Wir nahmen jedenfalls Platz und bestellten uns Kaffee und was Süßes. Die Qualität des Essens war hervorragend und wir dachten darüber nach, hier das Geburtstagsabendessen zu vollziehen. Eigentlich war das Restaurant ausgebucht. Wir durften aber im Vorraum sitzen und dort essen. Das taten wir dann auch gegen 18:15 Uhr. Shirley aß Ribeye Steak und ich Fleisch vom Wild. Beides war super lecker. Die Bedienung war überaus freundlich und die Musik passte perfekt in die etwas andere Location. Ein rundum perfektes Essen zu diesem Anlass.
Der Tag verlief diesmal anders, als geplant. Das führte dazu, dass wir dieses tolles Restaurant gefunden hatten und der Tag einen würdigen Ausklang fand.









2025.04.21
Einmal wollten wir ganz im Massentourismus aufgehen und ein Teil der großen Tourismusmaschinerie sein. Das wir so oder so ein Teil davon sind, ist uns schon klar. Der Individualtourismus macht in der Gesamtbetrachtung sicherlich ein großes Stück vom Einnahmekuchen aus. Doch heute sollte es auch einmal die andere Seite des Gebäcks sein.
Das Ziel war der Doubtful Sound. Doubtful bedeutet zweifelhaft und bezog sich darauf, dass Captain Cook 1770 nicht sicher war, ob er sein Segelschiff in dem Fjord hätte navigieren können, weil die Wände sehr steil waren und die Winde nicht vorhersehbar. Heutzutage spielt das natürlich keine Rolle mehr. Der Fjord wurde in den 60igern in die Zivilisation geholt, als dort ein unterirdisches Wasserkraftwerk gebaut wurde. Jetzt gibt es eine 20 km lange Straße zwischen dem Lake Manapouri und dem Einstieg zum Doubtful Sound.
Das hieß also, 20 km mit dem Auto zum Lake Manapouri, dann 1 Stunde mit dem Boot und 140 Personen über den Lake zum Wasserkraftwerk, mit 3 Bussen die 20 km zum Doubtful, dann endlich 3 Stunden durch den Fjord und alles wieder zurück. Die Fahrt durch den Fjord hat sich gelohnt. Wir hatten super Wetter und der Regen von den Vortagen bescherte uns noch einige Wasserfälle. Bis auf einen kurzen Ausflug aufs offene Meer zu den Robben war es eine sehr gemütliche Bootsfahrt. Auf dem Meer wurde es etwas achterbahnmmäßiger. Aber alles im Rahmen.
Der Ausflug war seine Zeit und auch sein Geld (ca. 200 Euro mit einem Snack pro Person) wert. Dafür waren wir 7 Stunden bei Sonne und blauem Himmel in einer fantastischen Gegend, die wir sonst so nicht gesehen hätten. Die Anzahl an Menschen war die meiste Zeit kein wirkliches Problem. Es war alles gut organisiert und es hat sich auch jeder benommen. Sogar in einem Teil des Fjordes, in dem das Boot seinen Motor ausstellte, um die Stille, die dort vorherrschte zu genießen. Das war echt magisch.
Fertig und auch gut mit Kälte durchzogen warteten dann nur noch ein Teller Nudeln und der Kamin auf uns.










2025.04.22
So kaputt wie wir vom Vortag waren, konnten wir heute einmal bis 8:00 Uhr schlafen. Ansonsten bin ich eigentlich eher gegen 7:00 Uhr wach. Auf dem Tagesprogramm stand eine erneute Befahrung der Milford Sound Road. Diesmal mit mehr Zeit und einigen Abstechern.
Wir fuhren 11:00 Uhr los und das Wetter zeigte sich den ganzen Tag von seiner allerbesten Seite. Der erste Halt war die Tankstelle. Lieber noch einmal das Auto komplett befüllen, auch wenn es mit dem aktuellen Füllstand hätte reichen müssen.
Dann starteten wir auf die 120 km bis zum Milford. Da die Sonne alles gab, glänzten die Herbstbäume besonders schön im Licht und verlangten uns einige Stopps ab. Der erste längere war dann am Mirror Lake. Hier ist an einem See entlang ein kleiner Boardwalk gebaut. An dem gibt es einige Punkte an denen sich der See unverschämt schön im Wasser spiegelt. Am Mirror Lake ist aber die meiste Zeit Halligalli. Da wir aber später unterwegs waren, hielt es sich noch in Grenzen. Wir hielten insgesamt zweimal, da ich beim ersten Mal doch etwas dringender eine Toilette benötigte.
Am Parkplatz sahen wir mal wieder einen mobilen Kaffeestand. Solche kleinen Stände sind wirklich weit verbreitet hier auf den Inseln. Wir haben sie immer wieder in Anspruch genommen. Der Kaffee ist auf Neuseeland meist wirklich sehr gut. Als wir zum 2. Mal am Mirror Lake hielten, freute sich Shirley schon auf einen Kaffee. Die 10 Minuten Abstinenz reichten aber, dass sich die gute Frau mit ihrem Kaffeeauto aus dem Staub gemacht hatte. Das war dann sehr enttäuschend.
Einen weiteren Stopp verdienten sich die Lake Marian Falls. Auf dem Weg zum Lake Marian kommt man nach ca. 20 Minuten an einem reißenden Fluss vorbei. Diese kraftvollen Wassermassen sind immer wieder beeindruckend. Der Temperaturverfall innerhalb des Waldes direkt am Fluss war auch nicht zu unterschätzen.
Am Ende der Reise hatten wir dann fast 2 Stunden bestes Sonnenuntergangsszenario am Mildford Sound. Diesmal suchten wir uns eine etwas andere Stelle zum Bestaunen und Fotografieren. Die Sandfliegen waren aber so anstrengend, dass sie beinah die gute Laune in den Keller genervt hätten. Aber das schafften sie dann doch nicht ganz.
Die Rückfahrt durch die neuseeländische Dunkelheit blieb tierkontaktlos. Das ist hier tatsächlich nicht selbstverständlich. Wieder hat mal alles gepasst.







2025.04.23
Wenn das Geschreibsel vom heutigen Tage nicht so viel Sinn ergibt, insofern es dies ansonsten gemacht hat, liegt es an der Köpfung der Rotweinflasche, die eigentlich zum Geburtstag gedacht war. Man merkt dem Körper die 5 Wochen tägliches Unterwegsein trotz aller tollen Momente auch an. Da reicht dann ein Glas starker australischer Rotwein aus, um einen schweren Kopf trotz leichterer Gedanken zu bekommen.
Wir haben Te Anau verlassen und begeben uns auf die letzten Tage der Reise an die Ostküste. Unsere Übernachtung liegt für die nächsten 2 Tage in Dunedin. Die Unterkunft ist wieder etwas ganz besonderes. Sehr bunt und sehr speziell. Für eine ganze Woche wäre es mir zu eng und vollgestellt, aber für die 2 Nächte ist es perfekt und wieder einer dieser Orte, die man nicht vergisst.
Nicht alles auf Neuseeland ist märchenhaft und überragend schön. Bei der Fahrt an die Küste war wieder sehr viel Weideland rechts und links neben uns. Auch die Durchfahrtsorte waren doch teilweise sehr verfallen und hässlich. Glücklicherweise darf man oftmals auch mit 80 km/h durch die kleineren Orte düsen. Da haben die Verkehrsplaner mal ein wenig Mitleid mit den Reisenden gehabt.
Der Nugget Point war dann aber wieder ein absolutes Highlight. Ein Leuchtturm am Ende eines Felsens. Wir waren genau zur richtigen Zeit da. Kaum Menschen und die Sonne schien noch auf den weißen Turm. Wir waren auch wieder froh, die Weite des Meeres zu spüren.
Was auch auf dieser Reise immer wieder auffällt, ist die unendliche Selbstinszenierung der Menschen, besonders an den Sehenswürdigkeiten. Von vielen Asiaten ist man es ja schon gewohnt, dass die Landschaft nur um sie herum auf dem Bild existieren kann. Aber auch die Anzahl an jungen Menschen, die sich für ein Foto zum Affen macht ist erstaunlich. Dies ist einerseits belustigend, anderseits sehr erschreckend. Das Gefühl zu haben, es benötigt diese übertriebene Art der Zurschaustellung, ist schon eher traurig. Aber solange genügend Menschen sich den Mist anschauen und somit den Personen ihre Bestätigung geben, wird das eher schlimmer.
Da aus mir natürlich nur der Neid spricht, werde ich noch ein Glas Rotwein trinken. Das hilft…







2025.04.24
Die Nächte sind die letzten beiden Wochen ziemlich kalt geworden und da die Häuser über keine nennenswerte Isolierung verfügen, werden die Buden dann meistens auch ordentlich frisch. Dazu kommt, dass es auch mit Heizern so mittel bestellt ist. Im besten Fall hat man einen ordentlichen elektronischen Heizer, der schnell durchwärmt.
Gut kältekonserviert begann der fünftletzte Tag in Neuseeland mit einem Ausflug ins nahgelegene Dunedin. Dunedin ist eine Großstadt mit ca. 150.000 Einwohnern und stark von seinen schottischen Erbauern geprägt. Wir fanden es jedenfalls sehr angenehm, bis zum frühen Vormittag die Stadt zu erkunden. Wir haben die steilste Straße der Welt begangen. Sie hat eine Steigung von 19,3 Grad. Wir haben uns die vielen Wandmalereien angeschaut, sind in einem authentischen chinesischen Garten gewesen und haben lecker Kaffee in einer Rösterei getrunken.
Wir hatten für den Nachmittag eine Albatross-Tour gebucht und mussten 15:00 Uhr am Albatross Center sein. Die Tour war informativ und wir haben einiges über diese bemerkenswerten Vögel gelernt. Die 45 Minuten am Aussichtspunkt waren dann eher anstrengend. Man konnte auf einige Albatross-Kücken schauen. Das waren ganz schön große und fluffige Gefiederkugeln. Ab und an landete auch mal ein Elternteil. Leider schauten wir die ganze Zeit in die Sonne und die 3 kleineren Kinder in der Gruppe sorgten für ordentlich Unruhe.
Mein einziges Albatross-Foto entstand dann vor dem Center auf einer kostenlosen Aussichtsplattform, als ein Albatross über uns flog.
Wir fuhren nach der Tour noch ans andere Ende der Otago-Halbinsel an einen Strand, wo man Seelöwen und auch Pinguine zu Gesicht bekommen könnte. Die Pinguine blieben zwar aus, dafür hatten wir einen schönen Sonnenuntergang an einem tollen Strand und einige Seelöwen. Am Ende gab es noch Sterne satt.
Wenn man im Halbdunkeln das Geräusch eines an den Strand kommenden Seelöwen vernimmt und Angst hat, ihn bald nicht mehr erkennen zu können, geht man dann doch lieber wieder den Weg zurück zum Auto.










2025.04.25
Und wieder heißt es Abschied nehmen. Diesmal von Dunedin und dem bunten Häuschen.
Da Feiertag war, ich glaube zu Ehren australischer und neuseeländischer Kriegsveteranen, waren die Straßen angenehm leer. Wenn wir direkt zu unserer vorletzten Unterkunft, 30 km von Oamaru entfernt, gefahren wären, wären wir in 2 Stunden da gewesen. Da die Sonne aber unverschämt am blauen Himmel schien, genehmigten wir uns kurz nach Dunedin einen Abstecher zum Strand. Einige Surfer versuchten ihre Wellenkompetenz darzulegen, aber ich schiebe es mal auf die schnell brechenden Wellen, dass diese nicht sonderlich sichtbar wurde. Die Zeit am Meer ist immer wieder entspannend.
Der 2. Stopp war dann an den Moeraki Boulders. Dabei handelt es sich um große runde Steine, die aus irgendeinem Grund den Weg an den Strand gefunden haben und dort für Aufsehen sorgen. Da es in der direkten Umgebung nicht so viele für Busse anfahrbare Sehenswürdigkeiten gibt, war der Parkplatz an den Boulders schon gut gefüllt. Auch das Cafe war recht touristisch eingestimmt. Wir tranken trotzdem einen Kaffee und liefen dann auch hier eine Weile am Strand entlang. Und wieder lernten wir viel über mögliche Inszenierungsarten von Sehenswürdigkeiten in Verbindung mit menschlichen Wesen.
Wir fuhren dann erst einmal zur Unterkunft. Eine alte Schule, die zu einem Bungalow umfunktioniert wurde. Der Bungalow lag im Nirgendwo, war total hübsch eingerichtet und hatte als Highlight 2 Wannen auf der Terrasse. Da hier weit und breit nichts ist, lässt das auf einen fantastischen Sternenhimmel hoffen.
Vorher fuhren wir aber noch einmal Richtung Oamaru. Es gibt einen Strand, an dem sich vor dem Sonnenuntergang Gelbaugenpinguine sehen lassen könnten. Wir hatten dann auch das große Glück, welche aus der Ferne zu sehen. Ein Mann, der die Pinguine zählte, meinte es wären derzeit 6 Stück in dem Gebiet. Wir hatten 3 gesehen. Was will man mehr.
Nach dem Essen ging es wieder durch die Finsternis zurück nach Hause. Ich glaube, in dem Arxxx eines Bären ist mehr Licht. Wir lagen dann einige Zeit in den beiden Wannen und genossen diesen herrlichen Blick in die Sterne. Als Stadtkind ist das immer wieder faszinierend zu sehen. Das war etwas für die Seele kurz vorm Ende der Reise.








2025.04.26
Dem Sternenhimmel vom Vorabend folgte der Sonnenaufgang am Morgen. Es war keine Wolke am Himmel und man konnte das 30 km entfernte Meer am Horizont entdecken. Nach dem Sonnenaufgangsspaziergang wurden noch die zahmen Tiere des Hofes mit Leckereien versorgt. Der größere Teil der Schafe machte sich lieber aus dem Staub. Schickte dann immer mal ein Kundschafterschaf und wenn wir diesem zu Nahe kamen, stiebten wieder alle davon. Die zahmen Schafe, ein Zicklein und ein tapferes Huhn ließen sich die Köstlichkeiten aber schmecken.
Der Morgen endete dann leider etwas ungemütlich mit Stromausfall. Eigentlich wollten wir noch einen Kaffee in der Sonne trinken, leider war es dann aber aufgrund nicht erhitzbarem Wassers nicht mehr möglich. Es schien sich um ein größeres Problem zu handeln und wir hatten schon etwas Sorge, wann das behoben werden kann. Ohne Strom ist man in so ner Hütte doch sehr aufgeschmissen. Es wird übel kalt, man hat kein warmes Wasser und kein Licht. Das wäre dann etwas Survival auf die letzten Tage geworden.
Wir hatten uns für den Tag einen Ausflug zum Mount Cook vorgenommen. Dafür mussten wir ca. 2,5 Stunden fahren. Anfänglich war die Fahrt an einigen Stauseen vorbei noch sehr abwechslungsreich. Auch gab es immer wieder ansehnliche kleine Dörfer. Dass wir in einem zum Kaffee hielten, versteht sich ja von selbst. Später wurde der Weg sehr geradeaus und auch voller Autos. Am Ende der Reise in Lake Tekapo, See und Ort heißen gleich, wartete dann die vorhersehbare große Anzahl an Touristen auf uns. An einer kleinen Kirche war dann die Hölle los. Shirley wollte unbedingt ein Foto mit der Kirche in Richtung See machen, ohne Menschen davor. Ich hielt dies für aussichtslos. Irgendwann ging es dann scheinbar doch.
Auf dem Rückweg hielten wir noch bei den Clay Cliffs. Diese pyramidenähnlichen Gesteinsformationen entwickelten sich im Abendlicht zum eigentlichen Highlight des Tages. Sehr ansehnlich und auch nicht überlaufen. Auf jeden Fall sind sie mehr als eine Randbemerkung in den meisten Reiseführern wert.
Und wieder ging es in der Dunkelheit nach Hause. Wir achteten sehr genau darauf, ob die Farmen beleuchtet waren. Somit müsste der Strom wieder vorhanden sein. Am Bungalow war dann die Erleichterung groß, dass wir wieder in die Zivilisation zurückkehren konnten. Nach der erneut grandiosen Wannung unter den Sternen, fotografierte ich noch einige Zeit den Himmel.








2025.04.27
Da ist er nun, der letzte vollständige Tag am anderen Ende der Welt.
Er begann mit einem tollen Sonnenaufgang. Da diesmal auch Wolken am Himmel waren, war er gleich noch einmal aufregender als am Tag zuvor. Es ist auch interessant, wie mit der aufgehenden Sonne die Tierwelt auf den Farmen beginnt, aufzuwachen und Geräusche zu fabrizieren. Wir hatten uns im Bungalow dann noch viel Zeit gelassen und sind erst nach 11:00 Uhr in Richtung Christchurch losgefahren. Davor mussten nochmal Schaf, Ziege und Huhn gefüttert werden.
Die Fahrt nach Christchurch war ziemlich ätzend. 4 Stunden geradeaus und durchweg Autos auf der Straße. Die Umgebung war auch eher flach und hatte nix weiter zu bieten. Ein kurzer Stopp auf eine Käffchen in einem Ort, bei dem es sich nicht lohnt, sich den Namen zu merken, führte uns immerhin etwas verlorengegangene Energie zu.
In Christchurch haben wir dann noch einmal eine tolle Unterkunft außerhalb der Stadt und ca. 30 Minuten vom Flughafen entfernt. Wir liegen oberhalb vom Strand und schauen über die ganze Bucht. Wir spazierten zum Sonnenuntergang zum Strand und aßen bei entspannter Livemusik zum Abend. Das Essen, die Musik, die Stimmung am Strand usw. usf. Alles war perfekt für den Abschied, der nun kurz bevorsteht.
Noch einmal Schlafen und noch ein toller Sonnenaufgang dann sind 42 Tage Erkundung vorbei. Das Fazit gibt es dann zu Hause. Es kann noch viel passieren auf dem Weg nach Leipzig.








2025.04.28
Ein letzter Sonnenaufgang über dem Meer und ein letzter Spaziergang am Strand bevor wir uns auf den langen Rückweg nach Hause gemacht haben.
Der Flieger nach Dubai startete pünktlich 17:45 Uhr. Da von Christchurch kein Flieger mehr direkt nach Dubai fliegt, gab es einen Zwischenstopp in Sydney. Da durften alle erst einmal aussteigen. Die Dubaiflieger stiegen nach knapp 2 Stunden wieder ein und die freien Plätze der Sydneyflieger wurden durch neue Dubaiflieger ersetzt. Alle 3 Flüge mit dem Airbus A380, auch der nach München, waren ausgebucht. Also gab es diesmal keinen Platz, um sich lang zu machen. Dennoch ging die Zeit auch so vorbei.
In München kamen wir pünktlich am 29.04. 13:15 Uhr an und wurden in Empfang genommen. Ich hatte noch am Tag zuvor überlegt, gleich nach Hause zu fahren. Aber die 4 Stunden nach Leipzig wären katastrophal geworden. Ich schleppte mich bis 18:00 Uhr durch den Tag und dann war Schicht im Schacht.
Einen kleinen Aufreger gab es noch beim Einchecken in Christchurch. Eigentlich hat man 7 kg für das Handgepäck frei. Mein Fotorucksack wog aber so um die 14 kg. Bisher bin ich meist ums Wiegen des Handgepäcks drumherum gekommen. Der junge Mann am Schalter nahm es aber diesmal sehr genau. Er meinte dann, ich könne das Übergepäck ja auch aufgeben. Da sagte ich ihm nur, dass er doch wüsste, wie mit dem großen Gepäck umgegangen wird und ich sicherlich keine Ausrüstung im Wert eines Kleinwagens aus der Hand gebe. Nach etwas hin und her haben wir dann alles so verteilt, dass unsere beiden Handgepäckrucksäcke jeweils 10 kg schwer waren. Dies hat er durchgewinkt. Vor diesem Problem stehe ich realistisch gesehen aber vor jeder Reise.
Am Ende hat auch das funktioniert, wie eigentlich alles in den letzten 6 Wochen.







FAZIT
Lang genug haben wir gewartet, um diese Reise anzutreten und wir sind froh, sie jetzt endlich gemacht zu haben. Neuseeland ist ein tolles Land, welches sich einfach bereisen lässt. Die Leute sind wahnsinnig freundlich und auch ernsthaft an einem interessiert. Die Preise sind auf Deutschlandniveau und in einigen Dingen auch günstiger. Wir hatten tolle Unterkünfte und landschaftlich hat Neuseeland viel zu bieten und vor allem sehr viele unterschiedliche Naturphänomene. Der Sternenhimmel ist gigantisch, die Strände sind lang und oftmals auch einsam und die Fjorde sind gewaltig.
Wir sind ca. 9200 km gefahren und haben ca. 14.000 Bilder mit nach Hause genommen.
Neuseeland ist aber nicht das uneingeschränkte Paradies, wie es immer verkauft wird. Gerade im Norden ist die Abholzung der Landfläche zur landwirtschaftlichen Nutzung erheblich. An einigen Stellen war die Überforderung mit der Anzahl der Touristen zu spüren und da waren wir noch nicht einmal zur Hauptsaison. Der Umgang mit eingeschleppten Tierarten ist schwierig. Es gibt auch noch einige andere Dinge, die man kritisch anmerken kann und die zeigen, dass hier nicht alles Gold ist, was glänzt. Aber das würde dem Ganzen eine falsche Richtung geben.
Wir hatten fantastische 6 Wochen, die viel zu schnell vergangen sind. Jetzt heißt es, wieder in der Realität ankommen und in den vielen Erinnerungen schwelgen, die wir mitgenommen haben.
Hinterlasse einen Kommentar