Réunion Mai 2026

Réunion ist eine kleine Insel im Indischen Ozean und steht schon lange auf unserer Liste. Die Insel ist sehr abwechslungsreich, da sie neben vielen Stränden auch eine Erhebung von über 3000 Meter vorweisen kann. Sie ist sehr grün und und hat auch kulturell viel zu bieten. Wir werden 3 Wochen versuchen, so viele Eindrücke wie möglich zu sammeln.

Die Reise ist auf 7 Unterkünfte aufgeteilt. Bei der Buchung der letzten Unterkünfte kam zum Vorschein, dass die Hauptstraße N2 in Richtung einer unserer Unterkünfte im Südosten durch Vulkanlava seit März unbefahrbar ist. Auch wenn die Fahrten ins Inland sehr kurvenlastig sind, sind die Umwege durch die Straßensperrung noch ertragbar und wer weiß, was man dadurch alles entdeckt.

Da viele Réunion in der Karibik vermuten, habe ich mal eine Übersicht eingefügt. Réunion gehört zu Frankreich und somit zur EU. Also muss man sich schon einmal nicht um Dinge kümmern, die eine Reise außerhalb der EU mit sich bringen würde.

Das ist die grobe Planung dich sich aufgrund unserer Unterkünfte ergibt. Wir freuen uns jedenfalls sehr auf die Reise. Wie fliegen von Berlin nach Paris und von Paris nach Réunion. Am 09.05. geht es los und am 10.05. sollten wir auf der Insel ankommen.

2026.05.09 und 10

Anreisetag heißt immer, Tag der Ungewissheit. Wird alles funktionieren. Wird die Autobahn frei sein (die instabilste Komponente – Deutsche Bahn ist schonmal ausgeschlossen). Wird man pünktlich da sein. Wird das Einchecken reibungslos und ohne Beanstandung meines Fotorucksackes funktionieren und bekommen wir unseren Anschlussflug. Die Liste ließe sich noch weiter fortsetzen.

Wir sind von Berlin nach Paris und von Paris nach Saint-Denis geflogen. Berlin lief geschmeidig. Paris wurde dann kurz stressig. Wir hatten ca. 1,5 Stunden zwischen den Flügen. Über Paris flog unser Pilot erst einmal eine Schleife. Ich denke mal nicht, dass er uns den Eiffelturm, den man super sah aus dem Flugzeug, zweimal zeigen wollte. Beim Landeanflug fiel uns eine tief hängende dunkle Wolke auf. Diese Wolke endete in einer tiefschwarzen und hell lodernden Feuerbrunst, die in einem großen Lagerhaus neben dem Flughafen ausgebrochen war und dann wie ein Inferno in den Abendhimmel aufstieg. Wir kamen also etwas zu spät an und wussten ja nicht, wie weit unser Weg zum Gate sein würde. Am Ende erreichten wir pünktlich zum Boarding das Gate, auch weil wir nicht noch einmal durch den Sicherheitscheck mussten.

Die 11 Stunden Flug vergingen dann schneller, als befürchtet. Air France war ganz ok. Ich glaube, der Sitzabstand zum Vordersitz ist geringer, als bei Emirates. Essen war gut, meinte Shirley. 0:00 Uhr kann ich kein warmes Essen in mich reintrichtern. Landung war perfekt. Gepäckentgegennahme ließ den Puls etwas ansteigen. Mein Rucksack kam auf dem Förderband. Shirley ihr Rucksack lag beim Sperrgepäck. Sie hat zwar auch immer mehr mit als ich, aber so groß war der Unterschied nicht. Am Ende hieß es: Gepäck gut, alles gut.

Unsere erste Unterkunft ist ein Vorgeschmack auf die Insel. Sie ist sehr bunt und künstlerisch gehalten. Wir ruhten uns erst einmal etwas aus und verzehrten noch die Brötchen aus der Heimat. Die zwei Stunden zwischen dem, lass uns doch noch einmal die Umgebung erkunden und dem Sonnenuntergang, hatten dann schon die ganze Bandbreite eines Urlaubs zu bieten. Sonnenaufgang ist im Übrigen gegen 6:30 Uhr und Untergang gegen 18:00 Uhr. Die Dämmerphasen sind sehr kurz. Licht aus bedeutet ca. 20 Minuten zur Dunkelheit.

Wir fuhren mit unserem schon etwas benutzten Dacia Duster eine kurvige Straße Richtung Hochland. Wir beobachteten viele Einheimische beim Ernten von irgendwelchen Früchten und landeten dann an einem Flusslauf, wo uns ein Mann mit Hund auf Französisch erklärte, dass es 2 Minuten zu Fuß weiter einen schönen See gebe. Das verstanden wir aber nur, weil er auch 2 Brocken Englisch konnte. Und er sollte recht behalten. La Reunion ist mit Wasserfällen und Kaskaden durchzogen.

Am nächsten Stopp kamen wir zu einer kleinen Aussichtsplattform. Da stand eine große Gruppe mit Mopeds und Motorrädern. Was noch groß war, waren die Spinnen, die an einem Netz an einer Häuserwand klebten. Ich glaube, es waren die größten, die ich bisher gesehen habe. Vor allem hatte sie einen riesigen Körper. Es sind wohl Seidenspinnen, die zwar harmlos, aber bis zu 30 cm groß werden können. Da wird meine, ich stülpe ein Glas drüber und bringe sie raus Taktik, überdacht werden müssen, sollte wir mal eine im Haus haben.

Ein letzter Abstecher galt dann einer Tankstelle. Wir brauchten etwas zum Abendessen und die Läden hatten alle geschlossen. In der Tankstelle waren dann viele Einheimische und wir merkten schnell, dass wir auf der Insel mit Englisch nur bedingt weiter kommen werden. Aber es ist, wie es meistens ist. Mit Freundlichkeit und einem Lächeln kommt man immer weiter. Wir hatten unser Essen und Trinken und die beiden Männer an der Kasse mal wieder eine Abwechslung. Es machte nicht den Eindruck, als ob hier viele Touristen vorbeikommen würden. Der Abend wurde dann noch durch einen tollen Sonnenuntergang perfektioniert.

Mal sehen, wie sich die Nacht schlägt, da es nicht kälter als 21 Grad werden soll. Wir sind jedenfalls total durch.

2026.05.11

Innerhalb der Reisegruppe wurde mein knapper und in Richtung Aufzählung tendierender Schreibstil kritisiert. Da die 2 Tage so viel los war, mussten Sätze kürzer gehalten werden. Der Autor versucht zu altem Stil mit endlos ausschweifenden Sätzen, wo man am Ende nicht mehr weiß, wie der Anfang losging, zurückzukehren.

Die Nacht war unruhig, wie bei mir üblich, wenn ich weit wegfliege und mich erst einmal zurechtfinden muss. Außerdem trommelte der Regen immer wieder aufs Dach. Er klang sintflutartig. Auf der Seite, auf der wir uns gerade befinden, fallen im Jahr bis zu 8000 mm Regen. Da hat das Wasser auch gar keine Zeit, langsam und geschmeidig zu fallen.

Wir begannen gegen 8:00 Uhr mit einem kleinen Spaziergang in die Bäckerei und dann weiter in den Lebensmittelladen und man merkte schon, was die Sonne hier für eine Kraft mit sich bringt. Unsere kleine Terrasse zeigt Richtung Osten und wir waren froh, dass die Sonne sich längere Pausen hinter den Wolken gönnte.

Nach der Verköstigung fuhren wir zur Touristen Information im nächstgelegenen Ort und ließen uns über die Möglichkeiten in der Umgebung aufschlauen. Wir nutzten die gute Lage der Info, um noch einen Spaziergang an der Küstenstraße anzuschließen. Das Meer sah man dabei auch ab und an, leider kam man ihm aber nicht nah genug. Die Sonne knallte ordentlich und wir übertrieben den Ausflug dann auch nicht weiter.

Spannend wurde es mal wieder in Richtung Hochland. Diesmal stand die Takamaka Schlucht auf dem Programm. Der Weg dahin war wieder sehr kurvenreich, hielt aber einige tolle Ausblicke auf die Natur für uns bereit. Der Weg endete an einer Aussichtsplattform, die zu einem Staudamm gehörte. Von dort begann ein einstündiger Wanderweg zu einem Wasserfall. Der Weg ging in die eine Richtung nur bergab und naturgemäß in die andere Richtung zurück zum Auto nur bergauf. Bergab war die größere Herausforderung, da der Weg durch den Wald sehr nass und geröllig war. Es hat sich jeder Meter gelohnt. Auf La Reunion wächst alles, was wachsen kann. Der Wald ist üppig und dicht dschungelartig. Zum Glück leben in ihm keine giftigen Tiere, die einem beim notwendigen Festhalten an den Baumstämmen gefährlich werden können. Der Blick in die Schlucht war atemberaubend.

Wir kamen den Tag über immer wieder mit Leuten ins Gespräch. Einheimische und Touristen waren dermaßen nett und gut gelaunt und die Sprachbarriere spielte nur bedingt eine Rolle. Der erste vollständige Tag war grandios und abwechslungsreich. Uns geht es gut…

2026.05.12

Der Tag lässt sich mit: „Viel vorgenommen und kaum etwas davon erledigt und dennoch total begeistert.“ zusammenfassen.

Durch den Vulkanausbruch im März 2026 ist die N2 zwischen Sainte Rose und Saint Philippe gesperrt. Dies wäre die Strecke zu unserer nächsten Unterkunft. Somit wäre ein Großteil des Südostens von uns nicht besichtigt wurden. Also wollten wir bis zur Lava fahren und auf dem Rückweg einige kleine Orte begutachten.

Erst einmal begann der Tag mit etwas Aufregung. Unser Masterclass Dacia zeigt an, dass wir den Reifendruck überprüfen sollen. Da ich durch die Kraft meiner Finger keinen Druckunterschied zwischen den 4 Reifen feststellen konnte, fuhren wir zur Tankstelle. Dort zeigte sich ein nicht unwesentlicher Druckabfall im Reifen hinten links. Und da war sie wieder. Die freundliche Aufmerksamkeit der Insulaner. Einmal kurz zugenickt, auf die eingefahrene Schraube gezeigt und dann lief die Reparaturmaschinerie an. In 10 Minuten war der Reifen geflickt und alle waren glücklich und zufrieden. Seit Namibia verfolgt uns das Reifenthema nun doch etwas zu hartnäckig. Ich könnte auch mal wieder einen längeren Urlaub ohne Reifendrucküberprüfungsprozedur genießen.

An der Straßensperrung kamen wir dann gegen 11:00 Uhr an, wir hatten einen kurzen Stopp an einer alten Hängebrücke, die jetzt nur als Fußgängerbrücke dient, eingelegt und fühlten uns wie in der Waschküche. Keine Luft zum Atmen und viel Wärme zum Schwitzen. Wir liefen 30 Minuten zum Ausblick auf die frische abgekühlte Lava. Dabei durchquerten wir alte Lavafelder, die Anfang der 2000er entstanden und schon wieder viele grüne Pflanzen beherbergen. Der erhoffte Lavastrom ebbte schon Ende April ab. Es war dennoch faszinierend zu sehen, wie sich die Landschaft verändert und wie sie sich wieder kultiviert.

Nach einer notwendigen mittäglichen Erfrischungspause mit Essen und Getränken fuhren wir zu den Anse des Cascades. Eine Bucht die aus tausenden Palmen besteht, zwischen denen die Menschen saßen und sich erholten, hohe begrünte Felsen, aus denen unzählige Wasserfälle hervortraten und das Meer, welches wild tobte. So einen Fleckchen Erde habe ich noch nicht gesehen. Es fällt dabei auch wieder auf, dass die Reunionaisen (ich habe recherchiert, die Einheimischen werden wohl so genannt) ihre Zeit gerne im Freien verbringen.

Ein nächster Halt war bei der Notre Dame des Laves. Eine alte Kirche, bei der, wie durch ein Wunder, der Lavastrom eines Vulkanausbruches vorbeilief und die Kirche verschont blieb. Leider kam in dem Moment auch ein Bus mit ebenso an der Kirche interessierten Touristen an. Bei der Suche nach anderen Fotoperspektiven schlug mein Herz höher, als ich in eine auf einem Zeltplatz gelegene Toilette eintrat und diese sich mir in einer knallroten Befliesung offenbarte. Die Abstimmung mit der weißen Toilettenkeramik war perfekt. Spätestens jetzt war die Urlaubsfreude auf dem Höhepunkt.

Perfekt war dann auch der Regen, der nun in Abständen, aber dann auch sehr ergiebig, über uns hereinbrach. Er machte den Besuch einer Hinduanlage und auch den Ausflug zum Hafen von Sainte Rose etwas kürzer als gedacht. Vor allem strengte er mich bei der Heimfahrt, die in die Dunkelheit hineinführte, massiv an.

Dass wir wieder sehr nette Begegnungen hatten unterschiedlichster Art, erwähne ich auch hier erneut sehr gern. Diesmal war auch ein Pärchen aus Suhl dabei.

2026.05.13

Und schwupps ist der erste Teil des Urlaubes auch schon wieder um und wir reisen weiter in eine neue Unterkunft. Wie ich schon schrieb, ist die eine Hauptverkehrsader, die um die Insel herumführt, in der Nähe unserer neuen Unterkunft aufgrund des Lavastromes gesperrt. Für einen Weg, der ansonsten ca. 50 – 60 Minuten gedauert hätte, sind wir jetzt 2:45 Stunden unterwegs gewesen.

Bevor wir den Weg einmal quer über die Insel auf uns genommen haben, sind wir noch einige Sehenswürdigkeiten in der Nähe der ersten Unterkunft abgefahren. Eine davon war die Cascade Niagara. Warum man jetzt genau die Niagara Fälle als Namensgeber gewählt hatte, erschloss sich uns zwar nicht, dennoch war es ein schöner Ort. Wie schnell sich dieser von idyllisch in „Ach komm lass uns weiterfahren“ ändern kann, erlebten wir am eigenen Leib. Als wir ankamen waren wir weniger als 10 Leute. Alle verbunden im Genuss der tollen Landschaft. Mit einmal kamen einige Autos und im Handumdrehen waren Handtücher ausgebreitet und eine kleine Musicbox aufgestellt. Das war dann unser Zeichen…

Wir hielten noch bei einem weiteren Wasserfall, an einem Hindutempel und einer außergewöhnlichen Kirche bevor wir, besser gesagt unser Auto, das Hinterland erklommen. Es waren dann insgesamt 90 Kilometer, die wir noch zu fahren hatten. Als wir dann den Pass überquert hatten und auf die andere Seite Reunions schauten, fielen uns gleich die immensen Unterschiede auf. Es fühlte sich wie 2 komplett unterschiedliche Inseln an. Der südliche Teil war viel sanfter und damit auch viel bebauter. Das machte sich auch am Verkehr bemerkbar. Man fragt sich, wo auf so einer kleinen Insel die ganzen Autos herkommen.

Umso schöner war es dann in unserer neuen Unterkunft. Ein Haus in der Nähe von Saint Philippe, wo weitere Bebauung aufgrund des Vulkans kaum möglich ist. Und wieder einmal erlebten wir etwas Außergewöhnliches. Wir entschieden uns gemeinsam mit unseren Gastgebern zu Abend zu essen. Frederic wurde bei Booking für seine Kochkünste gelobt. Diese waren hervorragend. Spannend wurde es dann bei der Kommunikation. Wir können kein Französisch und unsere Gastgeber kein Englisch oder Deutsch. Also lag ein Handy in der Mitte des Tisches, auf dem der, der was zu sagen hatte, auf das Mikro drückte. Ein moderner Sprechball sozusagen. Ich möchte gar nicht wissen, was das Programm dann wirklich übersetzt hat. Es wurde auf jeden Fall ein sehr toller Abend, mit angeregter Kommunikation der viele Sinne benötigte und uns dann noch mit einem Sternenhimmel ins Bett schickte.

2026.05.14

Dem leuchtenden Sternenhimmel vom Vorabend folgte der strahlende Sonnenaufgang des heutigen Morgens. Um dieses Schauspiel in orange erleben zu können, bedurfte es einer Weckzeit von 06:15 Uhr. Kurz vor 7:00 Uhr war die Sonne dann schon so hoch, dass sie ihre gewohnte Helligkeit und Hitze erreichte. Bis zum Frühstück 8:30 Uhr war noch Zeit. Shirley nutzte diese für weiteren Schlaf, ich schrieb an meinem Tagebuch und trug die fehlende Ruhephase dann ein Weile mit mir rum.

Nach dem Frühstück blieben wir noch auf der Terrasse und genossen das sich ständig und vor allem schnell wechselnde Wetter. Gerade kann man die Wolken noch an einer Hand abzählen und 5 Minuten später setzt der ergiebigste Regen ein. Der ist dann aber auch wieder schnell vorbei. Wenn es einen im falschen Moment trifft, hilft auch keine Regenbegleitung.

Das Highlight des Tages war eine Wanderung zum Schifswrack der Tresta Star. Das Schiff ist Anfang 2022 bei einem Sturm auf Grund gelaufen und über die Jahre auseinander gebrochen. Der Weg dahin war mal wieder überraschend abwechslungsreich. Er begann mit einer breiteren Straße durch dschungelartiges Gelände. Diese ging dann in eine Steilküste über, an der sich regelmäßig die Wellen brachen. Nach einem kurzen grünlich schimmernden Sandstrand folgte ein riesiges Lavafeld. Dort befand sich dann das Schiffswrack. Es fing nur am Anfang der Wanderung an zu regnen. Glücklicherweise befand sich da aber ein kleiner Unterstand, unter dem sich dann einige Wanderer aufhielten. Der Rest der Tour war eine Mischung aus Wolken und Sonne.

Wir mussten immer wieder einmal feststellen, dass wir froh sind, wenige Wochen zuvor schon auf Mallorca gewandert gewesen zu sein. Somit sind wir nicht ganz so untrainiert und quälen uns nur in Maßen die Wege hoch und runter.

Nachdem wir gestern so fantastisch zum Abend verköstigt wurden, empfahl uns Marianne diesmal ein Restaurant in Saint Philippe. Im Bicyclette Gourmande wird Kreolische Küche serviert. Wir waren mit einem anderen Pärchen zwar allein, dass tat der Qualität des Essens aber keinen Abbruch. Wir aßen das erste Mal in unserem Leben Palmenherzen. Die waren zwar ganz erfrischend, aber jetzt nix besonderes. Dafür war die Vanille-Ente ein Gedicht. Nach dem Essen fuhren wir bei Sternenhimmel aus Saint Philippe weg, um 15 Minuten später in der Unterkunft bei strömenden Regen auf der Terrasse zu sitzen.

2026.05.15

Zwei morgendliche Ausblicke und doch so verschieden. In den ersten beiden Bildern von gestern und heute ist das wechselhafte Wetter ganz gut eingefangen. Alleine die eine Stunde beim Frühstück bot zwischen drückender Sonne und Platzregen alles. Dieses Geräusch, wenn der schwere Regen auf die Dächer und die Pflanzen trommelt, ist grandios. Natürlich nur solange man irgendwo untergekommen ist.

Nach der Wanderung am Meer vom Vortag führte uns die heutige Wanderung mal wieder ins Hinterland. Auf dem Weg dorthin hielten wir kurz an der Tankstelle, um den Reifendruck des reparierten Reifens zu prüfen. Der junge Herr an der Tankstelle, der unseren Reifen geflickt hatte, schien ganze Arbeit geleistet zu haben.

Unser Ziel hieß Cap Blanc. Dabei handelt es sich um eine Art Hochlandebene, die von hohen Bergen umgeben ist und mit Flussläufen durchzogen. Die Fahrt bis zum Ausgangspunkt der Wanderung war nicht ohne. So gab es Steigungen von 22% und die Straßen waren sehr eng. Da wir nicht die einzigen Rumfahrer auf La Reunion sind, lässt sich Autokontakt auch an den engsten Stellen kaum verhindern. Glücklicherweise gab es bisher immer eine Lösung und jeder Reisende konnte seinen anvisierten Weg weiterfahren.

Ein Highlight auf der Fahrt war die Überquerung der Straße durch ein grünes Chamäleon. Es stand mitten im Weg. Wir bremsten, blockierten die Straße und geleiteten es zum Hang. Leider war es dann zu schnell im Gebüsch, damit ich es noch in Ruhe fotografieren konnte. Das müssen wir beim nächsten Mal mit ihm vorher klären, dass es sich auch für uns noch ein wenig Zeit lässt, bevor es verschwindet.

Nach dem das Auto irgendwo im Nirgendwo abgestellt wurde, führte der Weg mal wieder streng nach oben. Die Landschaft war üppig und grün und es blühten die tollsten Pflanzen am Wegesrand. Während der Wanderung waren wir auch fast allein. Das Cap Blanc war dann richtig idyllisch und wird auch zum Zelten und Verweilen genutzt. Es gab mehre angelegte Feuerstellen, die darauf hinwiesen. Ausgeruht liefen wir dann alles wieder nach unten zum Parkplatz.

Auf der Rückfahrt machten wir einen Abstecher zum Cap Mechant und beobachteten eine ganze Zeit lang die tosenden Wellen, die gegen die Lavafelsen prallten. Dieser Urgewalt kann man sich nicht entziehen.

Zurück in der Unterkunft war ich ordentlich breit. Wenn ich hier tagsüber vergesse, genügend zu trinken, rächt sich das dann meistens zum Abend hin. Dann ist man noch mehr ausgelaugt vom Wandern und Schwitzen, als man das so schon ist. Immerhin lässt es sich einigermaßen gut schlafen, obwohl die Temperaturen in der Nacht nicht unter 20 Grad gehen und wir keine Klimaanlage haben. Man möchte die große Tür in die Freiheit auch nicht die ganz Nacht offen lassen. Nicht dass sich eine Chamäleonfamilie mit unter die Decke kuschelt.

2026.05.16

Es ist Samstag und wir sind nun im 7 Tag unserer Reise. Die erste Woche war wahnsinnig abwechslungsreich. Von hohen Bergen bis tosenden Wellen war alles dabei. Die einzige Herausforderung für uns ist die Wärme oder besser gesagt die hohe Luftfeuchtigkeit. Zum Glück liegen viele Wandergebiete mehr im Hochland und die Temperaturen sind dort um einiges kühler. So erleben wir am Meer meistens zwischen 25 – 28 Grad und 75 – 95 Prozent Luftfeuchtigkeit. Gerade wenn die Sonne ihre ganze Kraft entfaltet, kann man auch mal einen zu viel bekommen.

Der heutige Tag war sehr entspannt, aber auch wieder sehr besonders. Wir fuhren bei Saint Joseph die linke Seite vom Canyon nach oben. Gestern war es die rechte Seite. Es war wie immer eine kurvige Angelegenheit. Ich glaube außerhalb der „Autobahnen“ fährt man kaum mal 500 Meter wirklich gerade aus. So schlängelte sich auch diese Straße kurvenreich nach oben. Wir landeten in einem landwirtschaftlich geprägten Gebiet, in denen mal nicht das Zuckerrohr dominierte, sondern die Milchbauern. Die Straßen waren eng und der Verkehr so gut wie nicht vorhanden. Irgendwie machte sich bei mir aber ein Kopfschmerz breit. In den letzten Tagen waren wir viel mit großem Rucksack unterwegs und scheinbar haben sich einige Muskeln und Fasern gesagt, wir machen mal zu und du wirst sehen, was du davon hast.

Aber egal. Wir fuhren zum Meerwasserpool nach Baril. Dort hatten wir schon auf dem Hinweg einen kurzen Stopp gemacht und waren von den aufbrausenden Wellen fasziniert. Am Vormittag war es noch recht diesig und mit unserer Rückkehr hatten wir die Sonne im Gepäck. Wir genossen dort über 2 Stunden im wilden Treiben der Poolbesucher und derer die dort einfach in großer Familie picknickten. Alles ist hier mit großer Lebensfreude und Hang zur Gemeinschaft verbunden. Das beeindruckt uns sehr.

Und dann diese Wellen. In allen leuchtenden Blautönen schepperten sie gegen die Lavafelsen. Die Gicht schoss hoch und übergoss sich über das schwarze Gestein. Immer wenn man dachte, das war die größte bisherige Welle, rollte die nächste noch größere an. Ein absolutes Schauspiel. Dieses wurde durch einen kleinen Imbisswagen mit Crepes, Eis und Eiskaffe abgerundet. Dieser Tag stand ganz im Zeichen der Beobachtung und des Aufsaugens der Energie, die hier auf dieser Insel von den Menschen ausgeht.

2026.05.17

Zum Abschluss unserer 4 Tage bei Marianne und Frederic gab es noch ein tierisches Highlight. Beim gemeinschaftlichen Abendbrot vom Vorabend wurde die Sehnsucht thematisiert, ein grünes Chamäleon vor die Linse zu bekommen. Das eine, was wir von der Straße gerettet hatten, war ja zügigst in die Büsche verschwunden. Frederic meinte daraufhin, dass bei ihnen in der Einfahrt eines wohnen würde. Beim Frühstück legte er dann nach und sagte, er hätte es gerade ebenda gesehen. Als Frederic dann wieder aus der Richtung Einfahrt kam, lief ich ihm entgegen und er zeigte mir den bunten Kerl. Dieser klammerte sich verschlafen an einen dicken Halm und ließ sich bereitwillig ablichten. Shirley kam kurz danach dazu und freute sich auch. Aber wie sich nach einiger Zeit herausstellte nicht über Max Chamäleon, sondern seine kleine braune Frau Marlene, die weiter hinten, von Frederic und mir total ungesehen, im Gras hing. Erst als wir Max wieder von der Fotoleine ließen, merkte Shirley, dass das eigentlich Theater direkt vor ihrer Nase stattfand. Wir waren amüsiert.

Der Tag begann in der tropischen Hitze der Meeresküste und endete in der angenehmen Kühle des Hochlandes. Unsere neue Übernachtung ist ein kleines Camp in den Wäldern auf über 1500 Meter Höhe. Die Unterkunft, Kaz Insolite, bietet 6 Bungalows mit angeschlossener Riesenbubble, in der man die Nacht unter gefühlt freiem Himmel verbringt. Wie sich das anfühlte, folgt dann im nächsten Tag.

500 Meter von unserer Unterkunft entfernt ist dann noch ein atemberaubender Aussichtspunkt auf den Cirque de Cilaos. Wir hatten noch ein wenig Nachmittagssonne auf der zerklüfteten Landschaft und wieder eine Menge der riesigen Spinnen vor der Nase. Hier zeigt sich eine komplett andere Seite von Reunion.

Zum Abendessen hat man hier oben die Möglichkeit zwischen Raclette und heißem Stein zu wählen. Dies passt hervorragend in diese rustikale Umgebung. Dass die beiden Angestellten, die uns hier betreuen, wieder super freundlich sind, erwähne ich gar nicht erst. Fantastisches Fleckchen Erde ist das hier.

2026.05.18

Wir schliefen wolkenüberzogen ein, um 22:30 Uhr bei klarem sternenübersäten Himmel aufzuwachen und ewig in den Himmel zu schauen. Das Gefühl, man liegt unter den Sternen, war außergewöhnlich. Dem Schlaf war das nicht zuträglich.

Wir hatten aber über den ganzen Tag Zeit, die investierte Schlafzeit wieder aufzuholen. Kurz nach 7:00 Uhr fuhren wir zum Aussichtspunkt. Leider waren hier schon viele Wolken im Tal. Also stiegen wir wieder ins Auto und platzierten uns beim Frühstück. Das genossen wir in aller Ruhe, um danach noch einmal hochzufahren. Jetzt war das Licht wesentlich spannender.

Von unserem Camp aus loszuwandern, ist gar nicht so einfach, da die meisten Wanderungen sehr lang und mit vielen Höhenmetern verbunden sind. Wir fanden dann eine knapp dreistündige Wanderung, die auf ihre 4,2 km auch schon mit 350 Höhenmetern aufwarten konnte. Wir liefen 11:00 Uhr los und trafen auf der ganzen Wanderung 2 Personen, die dann aber auch gleich mehrfach. Die Wanderung führte durch dichten leicht vernebelten Wald und endete auf 1930 Meter auf dem Piton Petit Mapou. Der Aufstieg wurde mit einer tollen Sicht auf das Tal von Cilaos belohnt. Jedenfalls immer dann, wenn die schnell vorbeiziehende Wolkendecke dies zuließ.

Den Rest des Tages verbrachten wir chillig im leicht verregneten Camp, um dann vor dem Abendbrot ein letztes Mal für den Tag zur Aussicht aufzubrechen. Es wird gesagt, dass ab 17:00 Uhr die Wahrscheinlichkeit groß ist, dass die Sicht über das Tal aufgerissen ist. Wir hatten dieses Glück erst die letzten 10 Minuten unseres 1,5 stündigen Wolkenbeobachtungsausfluges. Es ist erstaunlich, wie schnell die Wolken aus dem Tal den Berg hochtreiben und noch erstaunlicher war es, dass gegen 18:15 Uhr wie auf einen Knopfdruck, alle Wolken im Tal verschwunden waren. Leider war da auch schon das Licht so gut wie weg.

Wir saßen dann, wie am Vortag, wieder bei Raclette und heißem Stein. Diesmal mit komplett anderen Mitgästen. Die meisten scheinen hier nur eine Nacht zu bleiben.

2026.05.19

In der zweiten Bubblenacht ließ der Sternenhimmel gar nicht erst auf sich warten und sternte die ganze Nacht so gut er konnte. Der Himmel am Morgen gab auch alles und wir erlebten vor dem Frühstück die Hochebene ohne eine Wolke. Wir hätten nicht gedacht, dass das möglich ist.

Beim Frühstück hatten wir eine der wenigen deutschen Begegnungen bisher. Am Vortag waren noch alles französisch sprechende Touristen anwesend. Diesmal war auch mal ein Pärchen aus Düsseldorf dabei. Da Reunion hauptsächlich von Franzosen bereist wird, ist man auch froh, ab und an die eigene Landessprache zu hören und sich auszutauschen.

Heute war der Tag des Perspektivwechsels. Gerade schauten wir noch auf Cilaos herab und wenige Stunden später stellten wir unsere Rucksäcke in unsere nächste Unterkunft nur unweit des Ortes. Die Luftlinie zwischen unserer Bubble und der neuen Unterkunft betrug gerade einmal 8 Kilometer. Zu fahren hatten wir aber 1:30 Stunden. Es ging einmal den Canyon nach unten Richtung Meer, über den Fluss und auf der anderen Seite wieder nach oben.

Auf dem Weg nach Bras Sec, ein Dorf neben Cilaos, machten wir noch einen Abstecher nach Entre-Deux. Dies galt in unserem geborgten Reiseführer von 2014 als ein Vorzeigedorf mit noch vielen kreolischen Häusern. Das Dorf war auch niedlich und es gab noch viele farbenfrohe Häuser zu entdecken. Im Hochland hatten wir schon fast vergessen, wie es in den tieferen Gegenden bezüglich Wärme sein kann. Die gnadenlose Mittagssonne und der fehlende Wind erinnerten uns aber wieder daran.

Die Fahrt den Canyon entlang nach Bras Sec war dann pures Abenteuer. Eine Serpentine jagte die nächste und oftmals war nicht genügend Platz für 2 Autos nebeneinander. Die 3 Tunnel, die nur einspurig sind, waren zum Glück einigermaßen vorher einsehbar. Die 22 Kilometer zogen sich ewig und ich hätte nicht mit Shirley tauschen wollen. Als Fahrer, mit Freude am Fahren, nimmt man ja den Rallyeausflug noch gelassen hin, aber als Beifahrer stelle ich mir das schon schwieriger vor. Wir waren bei Ankunft beide jedenfalls gut fertig, wenn auch aus unterschiedlichen Gründen.

Da wir noch etwas zu Essen brauchten, statteten wir Cilaos einen Besuch ab. Der Super U Express am Ortseingang sah von außen klein und unscheinbar aus, zog sich aber ewig nach hinten und war der heruntergekommenste Supermarkt, an den ich mich erinnern kann. Speisen, die hätten mein Leben nachhaltig verändern können, wenn sie schlecht gewesen wären, hätte ich da niemals gekauft. Zum Glück hatte dann noch ein kleiner Bäcker offen und wir bekamen wenigstens leckeres knuspriges Brot.

2026.05.20

Bras Sec ist ein wunderbares kleines Dorf. Es hat viele bunte Häuser, es ist idyllisch ruhig und es ist von fantastischen Bergen umgeben. Unsere Gastgeberin fügt sich da nahtlos ein. Die Unterkunft ist im japanischen Stil gehalten und sie hat auf so viele Kleinigkeiten geachtet, dass ist schon bemerkenswert. Heute beim Frühstück mit Blick auf die Berge hat sie noch den eingeklappten Sonnenschirm bei Seite geräumt, damit wir die Aussicht unverstellt genießen konnten. So macht das alles Freude und lässt uns voller Elan in den Tag starten.

Nach dem mühsamen Gefahre vom Vortag blieb der Dacia diesmal stehen. Wir hatten uns eine für uns erträgliche Wanderung ausgesucht. Dass man sich hier bis zum Erbrechen totwandern kann, hatte ich schon erwähnt. Die erwählte Wanderung sollte uns nach Palmiste Rouge führen. Hin und zurück waren knapp 10 Kilometer angesetzt und dazu 660 Höhenmeter. Der Weg ging erst einmal ordentlich nach oben, um dann endlos bergab zu führen. Dabei wanderten wir wie durch einen trocken gelegten Bachlauf. Wir erfuhren bei einer flüchtigen Begegnung einer Alleinwandernden, dass es die letzten 3 Jahre sehr trocken gewesen sein soll. Das ergab für uns Sinn. Andererseits hätten wir hier auch bei nassem Untergrund gar nicht durchlaufen wollen. Es war so schon Herausforderung genug.

Wir entschlossen uns nach etwas mehr als 2/3 der Strecke umzukehren. Wir kamen noch bis zu einer riesigen Schlucht, an deren unterem Ende mehrere gefüllte Wasserlöcher existierten. Dort genossen wir etwas das angenehme Klima, bis wir wieder hochstiefelten. Wenn die Landschaft bei der Wanderung nicht so außergewöhnlich schön gewesen wäre, wäre sicher das ein oder andere Wort der Verteufelung bei diesem Anstieg über unsere Lippen gegangen. So fluchten wir eher leise und nur bis zur nächsten Aussicht vor uns hin.

Geschafft und erleichtert kamen wir in unserer Unterkunft an und genossen noch etwas die Sonne. Sobald diese aber von den Nachmittagswolken, nach denen man die Uhr stellen kann, verdeckt war, wurde es doch spürbar frisch. Dann hilft nur nach Abendessen, unter die heiße Dusche und dann in die vorhandenen Decken einrollen.

2026.05.21

Wir nehmen Abschied aus dem Talkessel von Cilaos und fahren wieder an die Küste nach Saint Pierre.

Vorher gab es noch Frühstück in frischer Atmosphäre. Ich würde mal behaupten es war nur knapp über 10 Grad. Dies galt aber nur solange, bis sich die Sonne über die Berggipfel kämpfte. Dann wurde es wieder angenehm mollig. Die Sachen wurden in aller Ruhe gepackt und mit einem kurzen Spaziergang der Blick auf Cilaos genossen.

Wie schon bei der Fahrt nach Bras Sec war auch diesmal die kurvige Straße ab und an durch Reparaturarbeiten gesperrt. Dennoch verlief die Fahrt nach unten deutlich entspannter als hochwärts. Der Platz, mal irgendwo am Rand anzuhalten und die massive Schlucht, durch die wir gefahren sind, zu fotografieren, war leider nicht vorhanden.

Die Wiedervereinigung mit der Küste und dem Meer fand in Plage de l’Étang-Salé statt. Es war der Strandausläufer eines kleinen Ortes. Der Ort machte einen aufgeräumten und nicht gerade verarmten Eindruck. Auf den ersten Blick und auch aufgrund der Bevölkerungsschicht, die man hier am Strand sehen konnte, gingen wir von eher privilegierten Mitbewohnern aus.

Am Strand sahen wir das erste Mal die Haiflagge, die neben einer weiteren im Wind wehte. Was die Höhe der Haiflagge, die leicht unter der anderen Flagge war, nun wirklich bedeutete, wussten wir aber nicht. Es gab einen abgesperrten Bereich für diejenigen, die ins Wasser wollten. Etwas weiter draußen gab es dann noch ein paar Surfer. Ich glaube, am Abend läuft jemand von der Bademeistern am Strand lang und sammelt die Handtücher derer auf, die zu weit draußen waren.

Bevor wir unsere neue Unterkunft bezogen, hatten wir wieder so einen Urlaubsmoment. In einem Industriegebiet fanden wir ein kleines Restaurant, welches von zwei Franzosen aus Toulouse betrieben wurde. Die hatten sich nach einer Weltreise entschlossen, mit ihren Familien auf die Insel zu ziehen und dort eine Wohlfühloase aus Kunstladen inklusive Restaurant zu eröffnen. Der Blick aus dem Restaurant von oben auf Teil des Gewerbegebietes und auf das Meer war schon irgendwie besonders. Die Atmosphäre, die sie geschaffen haben, ließ einen die Umgebung aber komplett ausblenden.

Die neue Unterkunft wurde auch noch bezogen und wir haben einen Abstecher in die Skatebar gemacht. In der der 3. Etage einer Halle war ein riesiger Raum mit kleiner Halfpipe und anderen lustigen Sachen. 3 Getränke später war dann aber Feierabend.

2026.05.22

Eigentlich hatten wir den Besuch des Vulkankraters mit der Abreise aus dem Norden der Insel schon gedanklich abgehakt. Wir hätten weit fahren und recht lange wandern müssen. Dazu kam noch, dass das Wetter dort oben sehr unbeständig sein kann. Dann unterhielten wir uns am Vorabend mit unserer Gastgeberin über ihre Lieblingssehenswürdigkeiten und sie stufte den Vulkankrater auf Platz 1 ein. Außerdem zeigte sie uns auf, dass wir doch direkt bis zum Krater fahren können und schaute auch noch auf ihre Wetterapp, die gutes Wetter versprach.

Der Morgen begann mit leckerem Frühstück und Regen. Das Frühstück konnten wir dennoch draußen genießen, da der Regenschirm groß genug war und sich zu dem Regen kein Wind gesellte. Nach der Stärkung fuhren wir dann los. Die Fahrt sollte ca. 1,5 Stunden beanspruchen und wurde lange Zeit von Regen und Nässe begleitet. Erst auf den letzten Kilometern durchbrachen wir die Wolkendecke und hatten ab dann das beste Reisewetter für unseren ungeplanten Ausflug.

Die Landschaft auf dem Weg zum Krater und die um den Krater selbst war fantastisch. Die Aussichten in die tiefen Schluchten ließen uns immer wieder staunend zurück. Wie das so ist: Kennt man etwas nicht, kann man es auch nicht missen. Hat man es dann doch gesehen, ist man froh, es erlebt zu haben. Das traf hier auf jeden Fall zu.

Wir verbrachten einige Stunden im Gebiet um den Krater und wollten den Tag am Strand beim Sonnenuntergang ausklingen lassen. Das gelang uns auch, aber der erhoffte Zeitpuffer, um sich in Ruhe einen Platz am Strand zu suchen, wurde geringer als gedacht. Es gibt Zeiten, da sind die Straßen mit Autos verstopft. Gegen 16:00 Uhr an einem Freitag gehört dazu. Es löst sich dann zwar auch alles wieder auf, aber man braucht schon etwas Geduld.

Am Strand vom Vortag genossen wir das Treiben und den Sonnenuntergang. Wie in Namibia verfärbte sich der Himmel nach dem Untergang der Sonne in die tollsten Farben. Mit diesem guten Gefühl und einem Getränk an einer der Bars am Wegesrand hielten wir noch einmal bei unserem Restaurant im Gewerbegebiet. Dieses sollte heute bis 23:00 Uhr offen haben. Wir gingen von einem gemütlichen Restabend mit leckerem Dessert und etwas frischer Luft über dem Meer aus. Das Restaurant Le Coin des Voyageurs hatte auch geöffnet. Aber aus dem ruhigen Abend wurde ein Abend voller Musik, vieler gut gekleideter Leute und einer Sängerin in einem mutigen roten Bonbonkleid. Wir kamen uns in unserer Outdoorkluft etwas deplatziert vor. Die Inhaberin schaufelte uns noch einen Platz frei und wir hatten eine tolle und wieder sehr spezielle Zeit.

Zum Thema Musik fällt mir eine Begegnung vom Vortag ein. Wir waren noch in Bras Sec und ich lief zum Aussichtspunkt. Ich kam an einem Haus vorbei. Dort hing eine Frau in der Garage ihre Wäsche auf und hörte sehr laut Musik. Auf dem Weg zum Aussichtspunkt war es etwas erträgliches und versprühte gute Laune. Als ich zurückkam triefte da der schmalzigste französische Schlager aus der Box. Schon deutscher Schlager ist für mich schwer erträglich. Aber dieser wird noch in ungeahnte Schmalzhöhen getrieben, wird er auf französisch gesungen. Die Sprache klingt ja so schon nach Herzschmerz…

2026.05.23

Warum auch immer, aber ich träume auf der Insel ganz schönen Mist zusammen. Diese Nacht hatte ich David Hasselhoff in freundschaftlicher Verbindung zu seiner Ehe geführt und ihm vorher die Katzenhaare vom Jacket gemacht. Als wir am Ort der Trauung angekommen waren, flog ich mit meiner Kamera in der Hand durch den riesigen Raum und filmte alles. Ich schaue gleich mal bei http://www.traumdeutung.de nach, ob ich mir Sorgen machen muss.

Heute gab es kein leckeres Frühstück, da die Gastgeberin zum Wanderausflug war. Da wir bisher auch kein Frühstück, außer am Anfang, selber machten mussten, waren wir nicht sonderlich gut ausgestattet. Dennoch wurden wir satt und setzten uns zu unserer nächsten Unterkunft in Bewegung. Wir übernachten die nächsten 3 Tage etwas oberhalb in La Saline.

Bevor wir uns aber wieder mehr in die ruhigeren Gefilde absetzten, besuchten wir den 10 Minuten entfernten Wochenendmarkt in Saint Pierre. Es war gut was los und alles Mögliche, was man mit der Insel in Verbindung bringen könnte, wurde hier verkauft. Shirley verzehrte ein selbstgemachtes Kokoseis und wir schnarchten an den Ständen vorbei. Die engen Massen liegen mir jetzt nicht so sehr und außerhalb der schattigen Schirmansammlungen war es auch gut heiß, aber es war interessant, das Treiben zu beobachten.

Wir fuhren die Küste entlang und hielten beim Le Gouffre de l’Étang-Salé. Ein schöner Lavastrand, der wieder mit tollen Wellen aufwartete. Leider ist der Strand negativ besetzt, da sich hier über die Jahrzehnte einige Menschen unterschiedlichsten Alters das Leben genommen haben. Davon zeugen einpaar Kreuze, die über die Lavafelder verteilt standen.

Auf dem Weg zu einem dringend notwendigen mittäglichen Snack schauten wir noch bei einem Wasserloch vorbei, bei dem im Minutentakt die Wasserfontänen in die Luft schossen. Das Kaffee war dann am Strand von Saint-Leu und bot leckere süße Kleinigkeiten, die aber auch ihren Preis hatten. Im Preis war auch der Abflug unseres Sonnenschirmes durch eine Windböe enthalten. Festgehalten werden muss, dass der Kaffee hier überall bisher geschmeckt hat. Haben wir schon anders erlebt.

Unsere neue Unterkunft ist ein wahres Paradies in dem kleinen Ort. Ein riesiges offenes Haus eingerahmt von hohen Palmen und viel grün. Die beiden Franzosen vom Festland, die jetzt seit 30 Jahren hier leben, sind wahnsinnig freundlich und wir quatschten (auf Englisch – der Mann konnte es sehr gut) erst einmal eine Stunde bei einem weiteren Kaffee auf der Veranda.

Wir mussten aber noch etwas einkaufen und fuhren vor dem Abendessen in einen Supermarkt. Wahnsinn, was da los war. Samstag gegen 16:30 Uhr war scheinbar die ganze Insel unterwegs. Fairerweise muss man sagen, dass auch hier Pfingsfeiertag ist am Montag.

Essen gab es dann in einem kleinen Straßenrestaurant, welches uns empfohlen wurde. Nebenan war ein größerer Ascheplatz, auf dem alle möglichen französischen Gruppensportarten betrieben wurden. Da es nach 18:30 Uhr komplett dunkel hier ist, war der Platz auch hervorragend beleuchtet. Heute haben wir viel vom Leben auf der Insel miterlebt. Herrlich.

2026.05.24

Den 15. Tag unserer Reise auf dieser wunderbaren Insel ließen wir ruhiger angehen. Irgendwie stand mir der Sinn auch etwas mehr nach Ausruhen und weniger nach Rumfahren. Das bedeutete aber nicht, dass wir nicht auch heute etwas Fantastisches gesehen und erlebt haben.

Zum Frühstück war heute einmal verkehrte Welt. Shirley ging zum Bäcker und kam schwer abgearbeitet zurück, da sie und die Bedienung keinen richtigen Draht zu einander gefunden hatten. Dennoch war Shirley mit allem Notwendigen bei ihrer Rückkehr ausgestattet. Also konnten wir entspannt frühstücken und fuhren gegen 11:00 Uhr zum Maido.

Die Straße war wie immer sehr kurvenreich und da Sonntag war, waren auch alle vorgesehenen Rastplätze mit Großfamilien besetzt. Teilweise wurden ganze Pavillons abgehangen, damit der kühle Wind im Hochland keine Rolle mehr spielte. Am Maido angekommen, begrüßten uns frische 13 Grad und Sonnenschein. Der Sonnenschein war wichtig, damit wir einen tollen Blick auf das Mafate Tal werfen konnten.

Es war wieder absolut gigantisch, wie sich dieses Tal mit seinen vielen Erhebungen vor uns auftat. Die kleinen Ansammlungen an Häusern in dem Tal sind nur zu Fuß oder mit dem Helikopter erreichbar. Eine Wanderung zu den Dörfern und zurück würde einen ganzen Tag einnehmen. Daher entschließen sich viele Besucher im Tal zu übernachten. Wir genossen die Aussicht von oben, solange die Wolken, die dann sehr schnell kamen, die Sicht nicht verdeckten. Wir sahen eine zeitlang alles und eine zeitlang gar nichts.

Eigentlich wollten wir noch ein wenig am Berg wandern. Da die Strecke aber die meiste Zeit an der Straße entlang führte und ich auch nicht so wanderlustig war, fuhren wir zurück und genossen die Erdbeertörtchen, die Shirley neben den Frühstücksutensilien ergattert hatte.

Nach der Kaffeepause erkundeten wir noch etwas unser Dorf. Wir stellten fest, dass es für den kleinen Ort sehr viele Hindutempel gab. Es schien auch irgendein Fest stattgefunden zu haben, da uns viel bunt gekleidete Menschen entgegenkamen.

Ansonsten besuchten wir die Verkäuferin vom Vormittag noch einmal, da der Bäcker noch offen hatte und Shirley ein paar mit Hühnchen gefüllte Teigtaschen kaufen wollte. Jetzt war sie die Freundlichkeit in Person. Vielleicht, weil sie bald Feierabend hatte. Die Teigtaschen waren lecker, der Sonnenuntergang, den wir vom Pool aus beobachteten, grandios und der Abend ruhig und entspannend.

2026.05.25

Bevor wir am nächsten Tag der Küstenregion den Rücken kehren, wollten wir unbedingt in Saint Leu noch zur Kelonia – Schildkrötenstation. Dort werden verletzte Schildkröten wieder aufgepeppelt und mehrheitlich auch ins Meer entlassen.

Bevor wir in Saint Leu aufschlugen, machten wir noch einen Stopp bei einem weiteren Highlight, welches für den Tag danach geplant ist. Wir möchten mit dem Helikopter über die Insel fliegen. Gebucht ist schon alles, wir wollten nur sicher gehen, dass wir dann auch an den richtigen Startplatz fahren. Nachdem hier alles geklärt war, fuhren wir weiter.

Die Schildkrötenstation hat uns dann in ihren Bann gezogen. Auf der einen Seiten flogen ständig Paraglider an uns vorbei, die am Strand vor der Station landeten, auf der anderen waren es die riesigen Meeresschildkröten selbst. Man konnte sie von oben und aus der Unterwasserperspektive beobachten. Alleine am Unterwasserschaufenster hätte man den ganzen Tag verbringen können. Wie die Leute von der Eleganz der Tiere beim Schwimmen angetan waren, war herrlich zu beobachten.

Bei knallender Sonnen fuhren wir noch einige Punkte an der Küste ab, die wir bisher nicht besucht hatten. Wir hielten am Jachthafen von Saint Gilles. Der hatte einen kleinen Strandzugang und war gut gefüllt. Auch in dieser Bucht waren Absperrungen für die Schwimmer vorhanden, die verhindern sollen, dass man zu weit rausschwimmt. Die Möglichkeit, von Haien angegriffen zu werden, sind auf Reunion sehr gegenwärtig.

Wir nahmen noch etwas Süßspeise in Saint Gilles zu uns und schlenderten über die Hauptstraße mit ihren vielen kleinen Geschäften zurück zum Auto. Der letzte Stopp, bevor es wieder nach Haus ging, war am Boucan Canot Beach. Hier war mal ein langer Sandstrand an dem direkt Grundstücke angeschlossen waren. So musste man eine Weile laufen, um an den Strand zu kommen. Der Himmel sah diesmal sehr bedrohlich aus. Am Strand selber war es schwül und warm und gut besucht.

Der Abend ging nicht all zu lang, denn wir mussten uns mal wieder den Wecker stellen. 6:50 Uhr soll die Nacht zu Ende sein, um 7:45 Uhr am Helikopterstartplatz bereit zu stehen.

2026.05.26

Heute war es dann soweit. An Tagen, an denen ich früher aufstehen muss, als gewohnt, schlafe ich immer unruhig. Das war auch heute so, auch wenn die eigentliche Uhrzeit mit 6:50 Uhr nicht weit von meiner natürlichen Aufstehzeit gegen 7:30 Uhr weg ist. Shirley war aufgrund des anstehenden Ereignisses sehr nervös. Wir wollten endlich mal mit dem Helikopter fliegen und auf Reunion bietet es sich einfach an, da man viele Ausblicke im Hinterland bekommt, die man sonst so nicht sehen würde.

Wir waren etwas früher am Startplatz und pünktlich 8:15 Uhr ging es los. Da das Tal von Salazie wolkenverhangen war, konnten wir das nicht mit anfliegen. Der Pilot informierte uns vorher und fragte, ob wir dennoch fliegen wollen. Wollten wir. Die Ausblicke waren atemberaubend. Solche zerklüfteten Täler, wie in Reunion, habe ich noch nie gesehen. Auch der Vulkan wurde überflogen. Hier sah man noch einmal den letzten Vulkanausbruch vom März in seinem ganzen Ausmaß. Nach knapp 40 Minuten kehrten wir beseelt wieder zurück. Ohne großes Federlesen wurde einem dann im Anschluss der Preis reduziert. So geht Kundenorientierung.

Es ist schon erstaunlich, wie schnell sich nach abgefallener Anspannung ein Hungergefühl einstellt. Diesem gingen wir dann in aller Ruhe in unserer Unterkunft nach. Wir verweilten noch eine ganze Zeit lang und machten uns dann gegen 11:00 Uhr auf die Reise zu unserer letzten Bleibe nach Hell Bourg im Salazie Tal. Wir wollen nach dem Trubel und der Hitze der Küste noch einmal die Abgeschiedenheit und angenehme Kühle des Hochlandes genießen.

Natürlich fuhren wir nicht direkt zu unserer neuen Unterkunft. Wir hielten zuerst am Musée de Villèle. Dabei handelt es sich um das Gelände einer alten Zuckerrohrplantage und dem gut erhaltenen Herrenhaus. Die Sklaverei war auch hier ein großes Thema und kann an solchen Orten in Erinnerung bleiben.

Der nächste Halt war dann der Marine Cemetery bei Saint Paul. Ein Friedhof direkt am Strand gelegen. Es ist eine schöne Anlage voller Gedenken, eingebettet in der Natur. Zum Ende hin liefen wir noch an einem Grab vorbei und Shirley sagte, den Gecko mit in die Grabverzierung einzuarbeiten, war ja eine tolle Idee. Nach dem ich das Motiv für fotografierenswert erachtet hatte und näher an den Metallgecko herantrat, zeigte sich, dass er doch gar nicht so unlebending war, wie gedacht. Dennoch hielt er tapfer seine Position, bis ich mein letztes Foto von ihm erstellt hatte.

Neben dem Friedhof befand sich ein Strandrestaurant. Hier kehrten wir auf ein paar Kleinigkeiten ein und dann ging die Fahrt nach Hell Bourg los. Mit der Fahrt dorthin war die Umrundung der Insel abgeschlossen. Der Salazie Kessel war dann wieder, wie wir es vom Anfang der Reise her gewohnt waren. Sehr viel Wasser und unglaublich üppiges Grün begleiteten uns den ganzen Weg bis zur neuen Unterkunft. Diese ist eine kleine Pension, bestehend aus 2 Etagen mit herrlichem Blick ins Tal und auf die Berge. Leider war das Tal noch zugezogen. Aber wir sind ja noch einige Tage hier.

2026.05.27

In solchen Tälern, wie dem von Salazie, weiß man am Morgen nie so richtig, was einen wettertechnisch erwartet. Nach unserer ersten Nacht, die sternenklar war, blieb der Himmel weitgehend von Wolken befreit und wir konnten den Sonnenaufgang bewundern.

Wir lümmelten nach der aufgegangenen Sonne noch ein wenig vor uns hin, bis wir auf unserem Balkon, mit bester Aussicht über das Tal, das Frühstück einnahmen. Die Idylle wurde nur von einem Mann gestört. Dem Rasenmähermann! Hier werden zum Beschneiden des gesamten Grundstücks Rasentrimmer genommen, die wie ein Zweitaktmoped unter Vollgas klingen. Das geschah direkt vor unserer Nase und dauerte 2,5 Stunden für ein ca. 300-400 Quadratmeter großes Grundstück, auf dem auch noch ein Haus stand.

Wir verweilten den Vormittag dennoch auf unserem Logenplatz und beobachteten das muntere Treiben. In kleineren Abständen zogen Soldaten an uns vorbei. Die Sonne schien, der Asphalt war heiß und der Anstieg des Weges nicht zu verachten. Jedenfalls schwitzten sie sich ganz schön einen ab auf ihrem Marsch. Auf unserem kleinen Spaziergang durchs Dorf kamen uns dann noch einige von ihnen entgegen.

Zur Mittagszeit fuhren wir nach Hell Bourg, um uns mit etwas Essen einzudecken. Der Ort war zur Mittagszeit angenehm ruhig und wir konnten ungehindert durch die wenigen Straßen bummeln. Es gibt viele gut erhaltene und vor allem bunte Häuser. Die Bäckersfrau, bei der wir Baguette und Croissant gekauft hatten, erzählte uns, dass sie mit vielen Deutschen zu tun hätte. Das überraschte uns ein wenig, da wir selber doch eher weniger Deutsch im Urlaub gehört hatten. Aber an solchen Hotspots sammeln sich natürlich alle und einen guten Bäcker wissen wir Deutschen ja meist zu schätzen.

An der Kellnerin unseres Mittagsrestaurants merkte man dann auch gleich wieder den Unterschied zwischen Touristenhochburgen und ruhigeren Ecken. Die Frau tat sich schwer mit uns, da wir nur wenig Französisch sprachen und ging auch gleich in eine leichte Abwehrhaltung. Wir machten Mühe und das war ihr irgendwie nicht so recht. Am Ende passte zwar alles, aber das haben wir hier meist anders erlebt.

Wir fuhren wieder zurück und nach einer kurzen Pause gab es ein wenig körperliche Betüchtigung. Eine kleine Wanderung zu den Resten einer alten Thermalanlage brachte uns dann noch einmal ordentlich ins Schwitzen. Der Rückweg führte dann von Hell Bourg die Straße entlang und bot noch einmal tolle Ausblicke in der warmen Nachmittagssonne aufs Tal.

Der Abend war entspannt und ruhig. Alles war gemäht, alle Bilder geschossen und das Abendbrot verzehrt. Schlafenszeit!

2026.05.28

Nach dem sonnigen Morgen des Vortages waren heute Wolken über dem Tal. Anfänglich waren es noch hochstehende Wolken, aber zum Frühstück zogen dann tiefliegende Wolken mit feinem Nieselregen herein. Hier war wieder spannend zu sehen, wie sich die tieferliegenden Wolken in das Tal kämpften.

Eigentlich wollten wir eine Wanderung machen, bei der man in den Talkessel schauen kann. Das ließen wir aber aufgrund der Wettersituation bleiben. Wäre viel Geschinde für voraussichtlich wenig sichtbaren Ertrag gewesen.

Ziel des Tages war es diesmal gewesen, die andere Seite des Tales zu bereisen. Dafür musste man bis fast nach Salazie zurück und von dort aus die andere Straße nach Grand Ilet nehmen. Bevor das aber soweit war, hielten wir mal wieder in Hell Bourg. Dort konnte man zwischen 10:30 Uhr bis 11:30 Uhr einen Familiengarten ohne Führung besichtigen. Nach einer etwas unübersichtlichen Kommunikation mit der Einlassdame, die einen sehr bestimmenden Ton an den Tag legte, uns aber am Ende hineinließ und einige tolle Pflanzen zeigte, hatten wir viel Freude auf dem kleinen Familiengrundstück. Die Dame des Hauses saß in ihrem Stuhl auf der Veranda und beobachtete das Treiben. Sie war 98 Jahre alt und hat die ganze Zeit ihres Lebens hier verbracht. Als sich Shirley dann mit einem französischen Satz aus dem Handy bei ihr bedankte und ihr viel Glück wünschte, stand sie auf, nahm sie bei der Hand und machte eine ausgiebige Privatführung. Alles auf Französisch. Aber es ging irgendwie. Toller Moment.

Das andere Tal war genauso faszinierend, wie unsere Seite. Viel grün, immer mal ein Wasserfall und gigantische Aussichten. Wir genossen die 2-3 Stunden des Herumfahrens und Erkundens sehr. Es waren auch wenige Menschen unterwegs und man konnte immer Mal wieder das Auto abstellen, um die Aussichten zu genießen. Das war so in den anderen Schluchten nicht möglich, da die Straßen dort noch enger waren und es kaum Möglichkeiten zum Anhalten gab. Außerdem fuhren da viel mehr Autos die Straßen entlang. Der Talkessel um Salazie ist außerdem bedeutend weniger bewohnt als der zum Beispiel von Cilaos.

Auf Reunion gehört das Picknicken in Familie zum Volkssport. Es gibt auch ausreichend große Plätze, die gern genutzt werden. Es fehlen bloß fast überall Sanitäranlagen. Das sieht man dann leider in der näheren Umgebung. Einige Meter weg hinter dem nächsten Gebüsch findet man dann eine Großstadt an weißen Zellstofftaschentüchern. Irgendwie ist das nicht zu Ende gedacht.

Der Abend wurde dann wieder in aller Ruhe auf dem Balkon verbracht. Als die Dunkelheit komplett eingekehrt war, wurde es eh zu frisch und wir verkrümelten uns ins Zimmer. Morgen wartet dann unser letzter vollständiger Tag auf der Insel auf uns. Er wird, wie bisher alle, super werden.

2026.05.29

Gerade erst angekommen und nun schon wieder online das Einchecken für den Flug nach Hause durchgeführt. Air France ist dabei schon frech. Die letzte Zeit sind wir meist mit Emirates geflogen. Da kann man sich beim Einchecken die Sitzplätze selbst aussuchen. Bei Air France werden dir 2 vorgegeben und wenn du einen anderen haben möchtest, egal ob in der selben Kategorie, wird kräftig zur Kassen gebeten. Na dann bleiben wird die 11 Stunden einfach dort sitzen, wo sie uns hinverfrachtet haben. Zum Glück sind die Plätze noch nebeneinander. Das wird dann sicher der nächste Clou zum Geldverdienen sein. Dafür ist die Beinfreiheit wenigstens auch geringer als bei Emirates.

Ich konnte heute nicht so richtig gut schlafen, da mein Fußballverein das Hinspiel zum Aufstieg in die 3. Liga bestritt und ich mitten in der Nacht das leider zu erwartende, nicht so dolle Ergebnis, anschaute. Danach schlief ich wieder ein und träumte mal wieder irgendeinen Käse (aber nicht von Fußball).

Wir blieben für den letzten Tag in der Umgebung. Der erste Teil des Tages führte uns zu den 3 Kaskaden. Eine kleine Wanderung zu einem Wasserfall mit mehreren (wahrscheinlich 3) Wasserbecken. Die Wanderung war zwar kurz, aber knackig. Wenn man beim Hochlaufen, aufgrund verkürzter Waden, den Fuß nicht mehr ganz aufsetzten kann, weil es so steil ist und halb auf den Zehenspitzen läuft, weiß man Bescheid. So ging das die meiste Zeit. Immerhin konnten wir ca. 15 Minuten den ruhigen und schönen Ort für uns alleine genießen, bevor dann einige andere Wanderer eintrafen.

Shirley wollte schon die ganze Zeit im Chez Alice Essen. Ein kreolisches Restaurant, was nie offen hatte, wenn wir gerade in Hell Bourg waren. Von einer telefonischen Reservierung hatten wir abgesehen, da die Sprachbarriere Auge in Auge zu bewältigen ist, aber am Telefon nur zu Frust führen würde. Nach unserem Gipfelsturm war jedenfalls die perfekte Zeit zur Nahrungsaufnahme und Alice war für uns geöffnet. Essen war lecker und wurde in Aluminiumgusstöpfen serviert. Wir konnten uns gut von den Strapazen erholen.

Nach einem kurzen Aufenthalt auf dem schön gelegenen Friedhof fuhren wir noch zu einem kleinen See. Die meisten Gewässer auf Reunion sind ja eher fliesend. Highlight war ein kleiner Mangrovenreiher, der im abgestorbenen Gehölz auf dem See auf Nahrung wartete. Er ließ sich jedenfalls bereitwillig fotografieren.

Den perfekten Abschluss hatten wir dann in einem Kaffee mit künstlerischem Anspruch. In toller Atmosphäre gab es Eis und Kaffee und einige Mitbringsel für zu Hause. Der Restaurantbesitzer war erst vor einem Jahr von einer anderen französischen Insel aus dem Pazifik nach Reunion, wo er geboren wurde, gezogen und hat einen schönen Ort erschaffen. Besser hätte der Tag für uns nicht enden können.

Was jetzt noch kommt, hat eher mit der Rückreise zu tun und wird von mir nach unserer Ankunft verschriftlicht. Morgen gegen 20:00 Uhr wird, wenn alles läuft, wie es soll, ein Flieger Richtung Paris auf die Reise gehen und wir werden drin sitzen.

2026.05.30 und Fazit

Wieder daheim und schon wieder im Alltag angekommen.

Die letzten Stunden auf Reunion verbrachten wir in der Nähe des Meeres und genossen die schönen Aussichten und ein wenig das Kulinarische. Wir flogen pünktlich ab und kamen fast pünktlich in Berlin an.

Wir sind froh, dass wir Reunion besucht haben. Die Insel ist wahnsinnig abwechslungsreich und liebenswert. Es gab Landschaften, die ich so noch nie gesehen habe. Reunion ist eine Entdeckerinsel und aus meiner Sicht nur bedingt eine Badeinsel. Strände sind in überschaubaren Mengen vorhanden und die Freiheit des Meeres kann man aufgrund der Haigefahr auch nur bedingt genießen. Dennoch finden sich für Badeliebhaber Möglichkeiten, das Meer und die Strände zu genießen. Wahrscheinlich ist man als Strandliebhaber aber auf Mauritius besser aufgehoben. Den tosenden Wellen an den Lavastränden konnten wir aber stundenlang zusehen.

Die hohe Luftfeuchtigkeit war für mich an der Küste schon ab und an ein Faktor, ebenso wie die gnadenlose Sonne. Im Hochland war es dagegen sehr erträglich. Ich möchte es mir aber auch nicht im Sommer auf der Insel vorstellen, wo alles noch einmal etwas heißer und feuchter ist.

Die Wanderungen kennen kein Geradeaus. Es geht gnadenlos nach oben und gnadenlos wieder bergab. Wir hatten kein Regen, der uns in unserem Tun beeinträchtigt hätte. Wenn es geregnet hat, waren wir fast immer unter einem festen Dach. Drei Wochen waren auch eine perfekte Zeit, um die Insel kennenzulernen, ohne hetzen zu müssen.

Es gäbe noch viel zu erzählen und zu schreiben, aber eins bleibt dabei immer gleich. Reunion war und ist eine Reise wert.

16 Antworten zu „Réunion Mai 2026“

  1. Wir wünschen euch eine erlebnisreiche, spannende und erholsame Reise und freuen uns auf deine Fotos und Berichte. Liebe Grüße

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    1. Danke euch beiden. Die ersten Stunden waren schon vielversprechend. LG

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  2. das wird ein Abenteuer, viel Spaß und tolle Erlebnisse

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    1. Lieben Dank. Sieht bisher ganz danach aus. 🙂 LG

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  3. Wieder fantastisch!😁 Ich erlebe einen Ort wo ich vermutlich nicht hinkomme.

    Die Insel ist so klein; wenn ich nicht Mauritius gelesen hätte, hätte ich sie nicht gefunden.

    Passt nur auf euer Gepäck auf. Nicht das da doch eine XXL Spinne mit nach Deutschland kommt.😁 .

    Ich wünsche noch eine gute Reise, schöne Erlebnisse und Gesundheit und keine Autopanne.

    Musstet ihr euch impfen?

    Liebe Grüße aus Engelsdorf 😁

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    1. Die ersten beiden Tage sind jdf. schon einmal super. Ich würde dir unsere Rucksäcke hinstellen und du darfst sie gerne auspacken. 🙂 Impfen mussten wir nix weiter. LG nach E

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    2. Ganz wundervoll ihr Lieben. Wir wünschen eine genauso tolle 2 Halbzeit. Danke für das Teilhaben. Viele Grüße Anja und Andreas

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      1. Danke und werden wir haben. LG

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  4. schon schön…

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  5. Moin Steven,

    schöne Motive. Tolle Bilder. Wie immer! Es wäre nur schön gewesen, wenn du eine der Spinnen auf deine Hand gesetzt hättest. Damit man die Größe auch wirklich beurteilen kann. Nächstes Mal! 😉

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  6. Ich sehe seit 20.5. Keine Fotos mehr??🤔😔

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  7. Avatar von Susan Schneider
    Susan Schneider

    Einfach toll !!!! Danke für s teilen.

    Habt noch eine schöne Zeit

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  8. Avatar von Susanne Eisele
    Susanne Eisele

    Ein wunderbarer Reisebericht! Reunion ist auf jeden Fall und unbedingt eine Reise wert, ich spreche aus Erfahrung.

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  9. So eine phantastische Reise! Ich hab gerade noch einmal die Bilder Revue passieren lassen, was für eine tolle Landschaft und so schöne Berichte dazu. Vielen lieben Dank, dass wir dabei sein und an euren Erlebnissen teilhaben durften. Genießt die letzten Stunden und kommt gesund wieder nach Hause. Herzliche Grüße

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